Von der Rappel- kiste zum Flüsterer

Der Nissan-Transporter unterscheidet sich vor allem emotionell von seinen baugleichen Geschwistern, dem »Vivaro« von Opel und dem Renault-»Trafic«.

Der »Primastar« mit seiner ansprechenden Erscheinung kommt schon rein äußerlich gut an. Auch preislich kann sich der Nissan sehen lassen. Das beginnt bei 18 655 Euro für den dreisitzigen Kastenwagen mit 1,9-l-Diesel. Mit neun Sitzen, längerer Ausführung und einer starken 2,5-l-Diesel-Turbine kostet der Schreiner-Kombi 24125 Euro. Die dds-Redaktion beschäftigte sich mit dem einfachen Primastar-Kastenwagen. Bei einer noch garagentauglichen Höhe von 1,95 m und 4,87 m Länge ist er 1,90 m breit und verfügt über bis zu 5,0 m3 Laderaumvolumen. Die rechte Schiebetür ist 1,28 m hoch und 1,0 m breit und somit palettentauglich. Eine Sicherung verhindert, dass bei abgestelltem Fahrzeug die geöffnete Schiebetür auf abschüssiger Straße ungewollt zuschlägt. Die Laderaumtiefe liegt bei 2,40 m (bei der längeren Version 2,80 m), bei einer Höhe von 1,38 m und einer Breite von 1,66 m.

Für den Schreinerbetrieb steht der Primastar-Kasten mit Radständen von 3,09 m und 3,49 m sowie 948 und 1137 kg Nutzlast zur Verfügung. Im einfachen Kasten sorgen acht Verzurrösen für eine gute Ladungssicherung. Die Aufrüstung zum hochpraktischen Schreinermobil übernehmen z. B. Sortimo und Modul, aber auch regionale Umbauer.
Die Fahrer-Sitzposition ist angenehm und sehr individuell einstellbar. Quer durchs Führerhaus herrscht Beinfreiheit, weil der Schalthebel zum Joystickschalter im Armaturenbrett mutiert ist. Es gibt genügend Ablagen – auch im DIN-A4-Format – und sogar Platz und Anschlussmöglichkeit für den Laptop.
Unter drei Dieselmotoren wählten wir für den dds-Test das Basistriebwerk mit 1,9-l-Diesel, bescheidenen 60 kW (82 PS) und einem Drehmoment von 190 Nm. Der von Renault stammende Motor hat sich vielfach bewährt. Der Diesel verleiht dem Kasten eine Dauerspitze von 150 km/h und verbraucht gut 7,0 l. Bei vernünftiger Fahrweise ist damit eine Distanz von 1000 km zu schaffen. Das harmonisch abgestimmte Fahrwerk sorgt für guten Komfort. Die Geräuschentwicklung wie bei früheren Modellen (vor allem den Geschwistern) findet beim Nissan nicht mehr statt: Aus der einstigen Klapperkiste ist dank guter Isolierung ein Flüsterer geworden.
Schreiners Vorteil: Für Nissan ist der Transportmarkt in Deutschland relativ jung – Händler und Verkäufer haben noch Bluthochdruck, sie sind flexibel und wendig, während es bei den beiden anderen, autoverwandten Herstellern oft an der Motivation fehlt. Sollte der Primastar mal liegen bleiben, kann jeder Renault- oder Nutzfahrzeug-zugelassene Opel-Händler helfen. Dieter Rolfes