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Im Gespräch mit Richard Stanzel von Design.s

Interview mit Richard Stanzel, Design.s
Das Licht als Eintrittskarte

Richard Stanzel bewegt sich mit seiner Schreinerei und seinem Showroom im gehobenen Innenausbau. Licht und Lichtberatung gewinnen für sein Unternehmen Design.s mehr denn je an Bedeutung. Im dds-Gespräch gibt er Einblicke in die Chancen durch Licht-Kompetenz.

Das Interview führte dds-Redakteur Hubert Neumann

Nördlich von München, unweit des Flughafens liegt Freising, der Standort von Richard Stanzel und Design.s. Schon öfters berichteten wir in dds über den außergewöhnlichen Schreinerkollegen und sein fulminantes Ensemble in Holz aus Werkhalle und Showroom, das große Resonanz unter Architekten, Schreinern und Tischlern erzeugt. Nicht nur seine Innenausbauten und sein vorbildliches Engagement in der Ausbildung sind beispielhaft – auch seine Fachkenntnis beim Thema Licht überzeugt. Wir bleiben im Gespräch beim vertrauensvollen Du unter Schreinerkollegen.

Welche Bedeutung hat für dich als Innenausbauer das Licht?

Richard Stanzel: Beim Licht betrachte ich zwei Hauptaspekte. Einmal Raumlicht und dann das in Möbel integrierte Licht. Persönlich bin ich kein Fan von diesen ganzen Sockelbeleuchtungen oder auch den bunten Farbverläufen, die einem zu oft begegnen. Das Raumlicht ist für mich ein sehr wichtiges Instrument. Denn zum einen benötigen wir für den Kunden eine vernünftige Ausleuchtung, wie es etwa mit Occhio sehr einfach gelingt – mit den vielen einzelnen Lichtkegeln kann man den Raum extrem in seiner Gestaltung beeinflussen.

Was ist das Besondere an diesen Lichtkegeln?

Bei Leuchten wie der Mito von Occhio wird das Licht von warmweißen und kaltweißen LEDs erzeugt, die im Wechsel im Leuchtenring angeordnet sind. Durch intelligente Elektronik werden die Lichtfarben so gemischt, dass die gewünschte Farbtemperatur stufenlos eingestellt werden kann. Wichtig dabei ist, ein homogenes Lichtbild zu erzeugen, bei dem die einzelnen warmweißen und kaltweißen LEDs nicht wahrnehmbar sind. Mito hat das Alleinstellungsmerkmal, dass die Lichtkegel der einzelnen LEDs so präzise in eine Richtung geleitet werden, dass das Licht der einen LED das der nächsten überlagert – eine homogene Lichtwahrnehmung ist das Ergebnis.

Mit welchem konkreten Nutzen für den Kunden?

Mit gutem Licht kannst du die Räume ganz stark beeinflussen und gestalten. Wir sind es vom Tageslicht nicht gewohnt, dass das Licht gleichbleibend ist, sondern es immer ein Wechselspiel hell-dunkel gibt. Entsprechend wirken Räume sehr angenehm, wenn du Raumzonen mit variierenden Helligkeitsabstufungen und auch Farbstimmungsabstufungen hast . Oder wenn ich mit einfachem Fingerwisch per App über »HomeConnect« ein atmosphärisches Licht entsprechend einer Glühlampe mit 2700 Kelvin erzeugen kann und dann wieder ein sachlicheres Licht mit 4000 Kelvin.

Was berücksichtigt ihr noch?

Ein Klassiker ist, wenn wir etwa in der Raumecke die Stableuchte exakt so positionieren, dass die Lichtkegel die Ecksituation hervorheben. Auch die Leuchtenpositionierung ist elementarer Teil der Innenraumplanung.

Unter welchem Aspekt?

Licht als Lebenselixier – der prägende Lichtgestalter Ingo Maurer hat das so genannt. Er war in dieser Richtung stark. Licht beeinflusst uns enorm in unserer Stimmung . Gutes Licht in Räumen ist sehr wichtig für die Lebensqualität der dort verweilenden Menschen.

Und was bedeutet das für den gestaltenden Innenausbauer?

Wichtig sind für mich die Leuchten, die man einplant und verbaut. Es sind Instrumente für mich als Planer. Bei Tag brauchst du oft kein Licht, die Leuchte ist dann ein reines Gestaltungselement des Raumes. In welcher Form auch immer: mal hängt sie von der Decke oder sie ist eine eigenständige Skulptur, oder sie ist zurückhaltend flächenbündig in die Decke integriert. Ich präge ganz stark die Innenarchitektur damit. Auch wenn die Leuchten nicht benötigt werden, sind sie ebenso wie Möbel dennoch im Raum! Ob Leuchte oder Möbel, beide können eine ganz eigene Note in einen Raum bringen.

Wie gelingt es euch, bei Kunden ein Begriff für Licht zu sein?

Mit unseren Referenzen und über den Showroom, in dem wir auf über 750 m² mit einer professionellen Vielfalt an Premiumleuchten überzeugen. Hier sind Innenausbau, Möbel und Licht auf Topniveau abgestimmt erlebbar. Architekten und Innenarchitekten kommen mit Kunden zu uns. Oft wird die Lichtkompetenz zur Eintrittskarte für den Gesamtauftrag. Dazu kommen zum Glück viele Bauherren sehr früh, da ist oft noch gar keine Baugrube ausgehoben: »Wir brauchen einen Küchenplan für die Anschlüsse!« Und schon sind wir beim Thema, wie das Ganze beleuchtet werden soll. Entsteht über eine Gesamtplanung Vertrauen beim Kunden, tritt die Budgetverhandlung in den Hintergrund.


»Gerne zitiere ich Ingo Maurer, einen großen Lichtgestalter unserer Zeit, mit dem ich zusammenarbeiten durfte: Schlechtes Licht macht unglücklich! Dem ist nichts hinzuzufügen.«

Richard Stanzel, Schreinermeister


design.s
Margarete-Reichl-Straße 5
85354 Freising – Pulling
www.design-s.de


Mehr über Richard Stanzel und den Showroom

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