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Das Holz sieht aus wie nicht lackiert
Foto: Eigens – stock.adobe.com
Marktübersicht Naturholzeffektlacke

Wie unbehandelt

Holzoberflächen, die wie unbehandelt und möglichst natürlich aussehen, sind im Trend. Das gibt nicht nur Ölen und Wachsen Auftrieb, sondern auch Lacken mit dem sogenannten Naturholzeffekt. dds hat eine Marktübersicht zusammengetragen.

Natürlichkeit steht in der Verbrauchergunst ganz oben, auch bei Holzoberflächen. Das hat in den letzten Jahren zu einer Abkehr von dem klassischen sichtbaren Lackfilm geführt. Dieser isoliert nämlich quasi das Holz und beraubt es seiner haptischen Eigenschaften. Am liebsten hätten die Verbraucher ein geschliffenes, aber darüber hinaus unbehandeltes Holz. Das ist jedoch nicht praktikabel, da das Holz sofort jeden Schmutz aufnimmt und dann schäbig und unansehnlich wird. Auftrieb fanden in den letzten Jahren Öle und Wachse, aber auch neuartige Lacke mit dem Naturholzeffekt. Geölte und gewachste Oberflächen kommen den Verbraucherwünschen zwar recht nahe, bedürfen aber einer regelmäßigen Pflege, die viele Verbraucher vernachlässigen. Meistens wissen sie nicht, wie und womit sie ihren Holzfußboden oder die Tischplatte auffrischen und gegebenenfalls reparieren können. Viele, sehr teure geölte Massivholzmöbel und -fußböden sehen aufgrund mangelnder Pflege unansehnlich aus.

Anders als die meisten Öle feuern die neuartigen Natureffektlacke das Holz nicht an, sodass es sich mit dem Lack farblich zumindest nicht wahrnehmbar verändert. Ebenfalls anders als die Öle dringen auch diese Lacke nicht tief in das Holz ein, sondern bilden den üblichen Lackfilm in üblicher Schichtdicke. Damit schützen Natureffektlacke das Holz genauso wie konventionelle gegen Kratzer, Flüssigkeiten, Chemikalien usw. Trotz des dicken Films sind diese Lacke jedoch kaum wahrnehmbar. Das liegt an der Zusammensetzung der Rohstoffe, die beispielsweise dafür sorgt, dass der Lack keine Unebenheiten ausgleicht, sondern sich der Oberflächenstruktur des Holzes anpasst. Die Lackhersteller haben es über ihre Rezepturen auch hervorragend geschafft, den Glanzgrad soweit abzusenken, das der dem geschliffenen und unbehandelten Holz entspricht. Die Haptik des Lacks ergibt sich nicht nur aus der vom Holz und seinen Poren gegebenen Oberflächenstruktur, sondern auch aus seiner Mikrostruktur. Diese fühlt sich bei gelungenen Produkten halt an wie unbehandeltes Holz.

dds hat namhafte Hersteller nach ihren Naturholzeffektlacken befragt und die Ergebnisse in einer Marktübersicht zusammengefasst. Es blieb den Herstellern überlassen, ob sie hier einen Wasser- oder Lösemittellack vorstellen. -GM