Stichsäge – wie geht das?

Jeder hat sie, jeder nutzt sie – doch was steckt dahinter? dds schaute hinter die Kulissen der Werkzeugschmiede von Metabo. Wir zeigen auf, was die Neuentwicklung einer Stichsägen-Generation heute verlangt.

Anfang der Fünfzigerjahre erfand Albert Kaufmann als Mitarbeiter der schweizerischen Scintilla AG das Funktionsprinzip der elektrischen Stichsäge. Technisches Vorbild war ihm die Nähmaschine seiner Frau: das sehr schnelle Auf und Ab der Nadel. Mit einem in dieser Nähmaschine eingespannten Sägeblatt konnte der Erfinder die schönsten Kurvenschnitte in Holz anfertigen. 1947 begann bei Scintilla die Serienproduktion der sogenannten »Lesto-Stichsäge«, der ersten elektrischen Handstichsäge der Welt. 60 Jahre später zählen Stichsägen nach wie vor zu den Basiswerkzeugen einer jeden Schreinerei.

Metabo hat im Juni 2012 mit fünf Modellen sein Stichsägenprogramm neu aufgestellt. Das Baukastenprinzip beinhaltet weltweit 18 Varianten, darunter die erste 4,0-Ah-Akku-Stichsäge im Markt. dds besuchte das Nürtinger Unternehmen und erhielt Einblick in die Entwicklung der Stichsägen-Generation. Was sind die Gründe, um einen Entwicklungsaufwand im Millionenbereich für ein an sich funktionierendes Elektrowerkzeug zu tätigen? Auch wenn die Basistechnik sich nicht revolutioniert, begrenzen Anforderungen aus dem Markt die Lebenszyklen einer Produktgeneration, vergleichbar dem Produktwechsel im Autobau. Zugleich möchte ein mittelständisches Unternehmen wie Metabo in seinen Kernfeldern seine Kompetenzen zeigen. Technische Entwicklungen wie beispielsweise Bewegungssensoren oder optimiertere LED-Technik führen zu neuen Features und einer komfortablen Nutzung der Maschinen.
Am Anfang des Neustarts einer Produktfamilie stehen breit angelegte Analysen und Marktbeobachtungen. Ein elementarer Part sind dabei intensive Befragungen und Beobachtungen der Handwerker. Technische Innovationen aus dem eigenen Haus, aber auch die Entwicklungen am Wettbewerbsmarkt fließen ein. Der Vertrieb spricht mit: Welche Stückzahlen sind in welchen Marktsegmenten zu welchem Preis realisierbar? Harte Facts wie Motorleistung, Vibrationsverhalten, Schnittgenauigkeit, Winkelverhalten und anderes sind für den künftigen Anwender bedeutend. Die Analysen beziehen die Märkte weltweit mit ein: In Deutschland wird von Profis beispielsweise zu 98 Prozent eine Stichsäge mit Knauf erwartet – in Großbritannien oder Australien wollen die Handwerker zu 80 Prozent Sägen mit Bügel (Briten fahren ja auch links …).
Konzeptwerkstatt
Um eine Vorkalkulation ergänzt münden all diese Faktoren in eine sogenannte Konzeptwerkstatt. 90 Prozent der Gesamtkosten eines Projekts definieren sich aus der Konzeptwerkstatt heraus. Nach dem OK für das Projekt folgen die nächsten Stufen. Die übergreifende Projektverantwortung trägt ein Lenkungskreis: Produktmanagement, Vertrieb, Produktentwicklung, Anwendungstechnik, Controlling und die Design-Entwicklung sind darin vertreten. In Projektphasen zwischen sieben Qualitygates (QG), Überprüfungsportalen, wird das Produkt weiterentwickelt. Nach jedem Entwicklungsabschnitt geht das entstehende Produkt raus zum Anwender, um möglichst früh die Markt- und Nutzerrelevanz gegenzuprüfen. Die sieben Projektphasen sind Konzept und Design, Konstruktion, Produktrealisierung, Produktbewertung, Produktionsanlauf bis hin zur Serienproduktion.
In einem Dauertest sägen die Stichsägen automatisiert und von Sensoren gesteuert verschiedene Werkstoffe in Streifen. In einem weiteren Test werden eine hohe Anzahl Maschinen nach einem Testschema von Hand geführt: 10 Std. sägen in Gipskarton, 10 Std. in Weichholz, 10 Std. in Hartholz und 10 Std. in Stahlblech und wieder von vorn.
Robust vs. kompakt
Robustheit ist heute eine elementare Forderung des Bauhandwerks. Zugleich verlangen Überkopfarbeiten auf der Baustelle ein leichtes und kompaktes Gerät. Es entstehen Abwägungsprozesse im Spannungsfeld von Robustheit und Leichtgewicht, zwischen Ergonomie und Ästhetik. Eine optimale Luftzuführung beziehungsweise gute Wärmeabführung durch Aludruckguss bedeutet Lebensdauer (bis zu 16 l Luft/sec muss ein Lüfterrad zur Kühlung zuführen) – dies steht im Zielkonflikt mit einer kompakten Bauform. Eine in der Fußplatte eingeschraubte Stahlplatte erhöht das Gewicht um 180 g, sorgt aber für Stabilität und Laufruhe.
Besondere Features geben einem Modell ein eigenes Nutzungsprofil im Wettbewerb. Bei den neuen MetaboStichsägen ist es beispielsweise mit 195 mm der kleinste Gehäuseumfang (Fadenmaß) ihrer Klasse, der eine sichere Handhabung verspricht. Eine Anlaufautomatik erleichtert das Ansägen. Ein Wiederanlaufschutz verhindert einen unbeabsichtigten Start nach einer Unterbrechung der Stromzufuhr. Zwei integrierte LEDs schalten sich durch einen Sensor ein, sobald die Maschine bewegt wird – hilfreich in dunklen Ecken. Ein Führungsschienen-Adapter macht viele gängige Führungsschienen nutzbar.
Im Stammwerk Nürtingen baut ein Team von drei bis acht Mitarbeitern in einer Montagelinie die Sägen zusammen. Jede Maschine läuft vor den letzten Tests fünf Minuten in einer Einlaufbox. Nimmt man die teils automatischen Prüfprozesse aller Einzelkomponenten wie Wicklung, Wellenauswuchtung zusammen, absolviert jede einzelne Stichsäge mindestens 150 Einzeltests, bevor sie versandfertig bereitliegt.
Bei Stichsägen ist der Anteil der kabelgebundenen Maschinen noch hoch. Hier bleibt ein großes Potenzial für den Einsatz von Akkugeräten. Beträgt in Deutschland der Akkuanteil heute 3 Prozent (Verkauf über Fachhandel 5 Prozent) sind es in Großbritannien schon 18 Prozent. HN

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Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Marlinde Ottmüller, Tel.: (0711) 7594-294, Fax: -1294, marlinde.ottmueller@konradin.de