Marktübersicht Linienlaser

Folge der Lichtschnur

Von unter hundert bis über tausend Euro reichen die Preise für Linienlaser. Unterschiedliche Geräte wurden für unterschiedliche Aufgaben entwickelt, sind also nur bedingt vergleichbar. Die Entscheidung hängt vom Spektrum der typischerweise zu erfüllenden Anforderungen ab.
 

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Eine Familienkarosse deckt andere Bedürfnisse ab als ein Kleinwagen. Ähnlich ist es mit Lasergeräten: Die Aufgaben, die sie erfüllen sollen, bestimmen, was man braucht. Ob beispielsweise ein einfacher Kreuzlinienlaser für die Werkzeugkiste genügt oder ob es ein Multilinienlaser sein muss: Er projiziert zur horizontalen Ebene zwei vertikale und zusätzlich noch einen Lotpunkt nach unten und oben. Auch die Helligkeit des Strahls variiert – es gibt verschiedene Power-Klassen: die Leistung der Diode bestimmt die Reichweite der Linie. Eine weitere Variable ist die Präzision – teure Geräte bieten möglicherweise durch ihre Bauweise eine höhere Genauigkeit als Billigmodelle. Eines der wichtigsten Kriterien ist sicherlich der Anwendungskomfort: Mit einem 360-Grad-Linienlaser lässt es sich anders arbeiten als mit einem Gerät, dessen Linien nur jeweils 180 Grad abdecken. Grundsätzlich kann man alle Aufgaben, die ein 360-Grad-Laser bewältigt, auch mit einem 180-Grad-Gerät ausführen, der Unterschied liegt in der Effizienz: Jede eingesparte Umpositionierung bedeutet Zeitgewinn und ein minimiertes Fehlerrisiko.

Die Abgrenzung der Linienlaser zu den Rotationslasern liegt einerseits in der üblicherweise gebotenen Reichweite, andererseits im Zweck des Geräts: Der Rotationslaser bildet auf der Baustelle hauptsächlich eine Grundreferenz, z. B. den Meterriss, ab. Multilinenlaser dagegen können mehrere Ebenen im Raum gleichzeitig darstellen. Rotationslaser können zwar meist ebenfalls horizontal und vertikal verwendet werden, aber nicht gleichzeitig. Ein Rotationslaser erreicht aufgrund seiner Bauweise eine höhere Präzision. Sein Stellmotor ist genauer als das Pendelsystem, durch welches sich der Linienlaser nivelliert. Beim Linienlaser muss der Lichtstrahl durch eine Optik zu einer Linie gestreut werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten – durch Kegel oder Prismen –, dies zu bewirken. Ein 360-Grad-Winkel z. B. kann entweder durch optische Rundumstreuung erreicht werden oder durch zwei Dioden mit je 180 Grad Streuwinkel. Verschiedene Bauweisen erreichen einen jeweils unterschiedlichen Grad der Präzision. Dieser ist je nach Bedarf abzuwägen gegen einen möglicherweise günstigeren Verkaufspreis.
Viele Geräte gibt es in einer grün und einer rot strahlenden Version. Das Auge kann grünes Licht besser wahrnehmen. Dies erhöht die Sichtbarkeit der Linien bei starkem Umgebungslicht, z. B. in der Nähe von Fenstern oder Baustrahlern. Andererseits ist in der gleichen Leistungsklasse eine grüne Diode teurer als eine rote. Auch hier gilt es, abzuwägen: Ein grüner Laser, bei sonst gleicher Ausstattung, rechtfertigt seinen Preis nur, wenn die bessere Sichtbarkeit auch tatsächlich benötigt wird. Der Energieverbrauch grüner und roter Dioden ist heute, bei gleicher Lichtleistung, identisch – anders als früher, als rotes Licht in grünes konvertiert wurde, was Energie kostete, Wärme erzeugte und die Gehäuse – wegen der erforderlichen Kühlung – größer machte.
Die Grundversorgung der Geräte mit Zubehör variiert: Meist schnüren die Hersteller Pakete mit unterschiedlichem Funktionsumfang, was den Preisvergleich nicht einfacher macht. Ist z. B. ein Stativ bereits vorhanden, benötigt man kein zweites. Hier bleibt es dem Käufer nicht erspart, sich etwas ausführlicher mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis der angebotenen Ausstattungspakete auseinanderzusetzen.

Jörg Zinßer ist Tischlergeselle und Journalist. Er arbeitet als freier Autor für dds. Für die Marktübersicht hat er die Informationen der Hersteller zu den Geräten gesammelt und die Produkteigenschaften zusammengefasst.