Holzöle für draußen

Geöltes Massivholz vermittelt eine natürliche Anmutung und liegt damit voll im Trend. Auch bewittertes Holz lässt sich mit entsprechenden Ölen schützen. dds hat eine vierteilige Marktübersicht über Holzöle zusammengetragen. Teil 4: Holzöle für draußen.

Auch Holz im Freien, das der Bewitterung, also Regen, Sonne, Wind, Eis und Schnee ausgesetzt ist, lässt sich ölen. Das Öl verleiht dem Holz Schutz und lässt es schön aussehen. Problematisch bei der Außenanwendung von Holz ist das Vergrauen. Sonnenlicht und insbesondere seine UV-Strahlen zerstören das Lignin im Holz. Wie der Beton um die Armiereisen umgibt das Lignin die Zellulosefasern im Holz, verklebt sie miteinander und verleiht ihnen Knickfestigkeit. Wenn nun die Sonne intensiv und sehr lange auf das Holz einwirkt und das Lignin angreift, kann Wasser eindringen, die von der Sonne zersetzten Ligninbestandteile auswaschen und damit das Holz für schädliche Pilze quasi öffnen. So nimmt dann das Vergrauen richtig Fahrt auf.

Lichtschutz gegen das Vergrauen

Um das zu verhindern, sollte bei der Kombination von Licht und Wasser die Oberflächenbeschichtung beziehungsweise das Öl mit einem Licht- oder UV-Schutz versehen sein. Praktisch und effektiv lässt sich das durch Farbe beziehungsweise Pigmente umsetzen. Der Markt bietet außerdem auch viele farblose Produkte mit chemischen Lichtschutzmitteln wie UV-Absorber und/oder Radikalfängern statt Pigmenten an. Vollständig unpigmentierte Systeme kommen aber im Außenbereich relativ schnell an ihre Grenzen, was den UV-Schutz betrifft, und bedingen kürzere Pflege- und Renovierungsintervalle. Pigmentierte Öle bieten in der Praxis eine deutlich längere Haltbarkeit. In Summe wirken die Pigmente besser für den UV-Schutz als die chemischen Lichtschutzmittel alleine. Das beste Ergebnis erzielt die Kombination von Pigmenten und chemischen Lichtschutzmitteln.

Bei der Dosierung der Pigmente und der Farbwahl gilt es, einen Kompromiss zwischen dem Zeigen des Holzes und dem Lichtschutz zu finden. Je dunkler die Farbe und je mehr Pigmente eingearbeitet sind, desto besser und langfristiger der Lichtschutz. Eine zu helle Farbe erzeugt hingegen ein unnatürliches, milchiges und verwaschenes Holzbild. Mit steigender Dosierung der Pigmente nimmt die Deckkraft zu. Das theoretisch mögliche Spektrum reicht von dem, was wir als leicht getönte Lasur kennen, bis zu einer decklackartigen Oberfläche. Weniger empfindlich gegen die Bewitterung sind einige tropische Hölzer, etwa Teak oder Bangkirai. Bewittertes Teakholz entwickelt eine homogene silberne Farbe ohne an Resistenz einzubüßen.

Kein geschlossener Film

Ansonsten gelten beim Ölen von Holz im Freien die gleichen Regeln und Gesetzmäßigkeiten, wie im Innern des Hauses: Holzöle bilden anders als Lacke und Lasuren keinen geschlossenen Film auf der Oberfläche. Sie dringen tief in das Holz ein, sättigen die obere Schicht und bewahren seine natürliche Optik und Haptik. Je nach Wahl des Produktes verändern sie aber auch die Optik. So feuern die meisten Öle das Holz an und lassen seine Farbenpracht zur Geltung kommen. Einige Öle sind auch pigmentiert, um einen bestimmten Farbton zu erzielen oder das Holz vor Licht zu schützen. Der fehlende Film bringt aber auch Nachteile mit sich, nämlich geringere Beständigkeiten gegen mechanische und chemische Belastungen. Bei Fußböden, Arbeits- oder Tischplatten entstehen schneller Wasserflecken oder mechanische Abnutzungen. Hier ist der Endkunde gefordert, die Fläche zu pflegen. Mit entsprechenden Pflegesets kann er Flecken und kleine Fehler recht flink und einfach reparieren.

Um auch mit Öl einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit zu erzielen, muss es sehr tief in das Holz eindringen können. Ein vielleicht nur 0,8 mm dünnes Furnier wird kaum die dafür notwendige Eindringtiefe bieten. Geöltes Holz bleibt atmungsaktiv oder diffusionsoffen. Das Öl macht es strapazierfähig und abriebfest. Die meisten Holzöle eignen sich auch für Kinderspielzeuge und Möbeloberflächen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. -GM