Fahrerlose Transportfahrzeuge für die Möbelproduktion

Effizienz für die ganze Fabrik

Für die effiziente Möbelproduktion in ganz kleinen Losgrößen bedarf es nicht nur flexibler Maschinen, sondern auch einer ausgefeilten Intralogistik. Michael Kratzert stellt ein vom L’Engineers-Team entwickeltes Konzept mit fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) vor.

Michael Kratzert – Ingenieurbüro Lammers

Der Markt fordert immer individuellere Möbel. Der Hersteller braucht nicht nur flexiblere Maschinen, sondern ebenso im gleichen Maße flexible Intralogistik. Auslastungsorientierte, alternative Fertigungswege stehen genauso im Raum wie durchgängige Technologie und die einfache Integration vorhandener und neuer Produktionseinheiten. Also entwickelten wir bei L’Engineers eine ganzheitliche Blaupause zur Herstellung von Möbeln, basierend auf einem integralen Intralogistikkonzept. Zentrales Element ist ein System von fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) entlang der gesamten Prozesskette. Ihr Einsatz erstreckt sich vom Rohmateriallager über die Vorfertigung, das Kommissionieren von Zukaufteilen bis hin zu Montage und Verpackung. Mit einem Fahrzeugtyp lassen sich Hordenwagen, Paletten oder sogar ganze Regale je nach Einsatzfall durch die Fabrik transportieren: Eine durchgängige Technologie für die komplette Fertigung. Für das Konzept wählten wir das Fahrzeug »L1200S« von Grenzebach. Es ist in der Lage, eine Traglast von 1200 kg mit einer Geschwindigkeit von 60 m/min zu bewegen. Die Batterie ermöglicht den Dauerbetrieb über eine Schicht ohne Aufladung. Das Aufladen erfolgt stationär oder induktiv während des Betriebs über Induktionsschleifen auf den Hauptverkehrsstrecken.

Ein Fahrtzeugtyp für alle Transporte

Moderne Sensortechnik ermöglicht eine komfortable Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Ein Absperren der Fahrbereiche ist nicht nötig. Die Standortbestimmung und die Navigation erfolgen durch abscannen der Umgebung optisch. Die Fahrrouten müssen einmalig bei Inbetriebnahme in das System übertragen werden. Das integrierte Flottenmanagement übernimmt die Koordination der Fahraufträge. Durch die Schnittstelle Bauteil – Ladungsträger – FTF kann das Beladen oder die Entnahme manuell oder automatisiert erfolgen. Weiterhin ermöglicht der Ladungsträger eine hohe Ladungsdichte, was die Transportintensität und
die Anzahl benötigter Fahrzeuge reduziert. Unser Ladungsträger für Bauteile realisiert die Aufnahme und den sicheren Transport von maßvariablen Werkstücken. Das Sammeln von Bauteilen zu einer Lage, die mit einer Neigung von 7° in den Wagen gestellt wird, ermöglicht auch eine hohe Beschick- und Entnahmeleistung.

Transport-, Puffer-, Sortierfunktion

Das Konzept übernimmt jedoch nicht nur reine Transport- und Pufferaufgaben. Die Kombination von FTF, Ladungsträger und Handlingeinheit ermöglicht es, nach jedem wertschöpfenden Prozess eine Dispositionsstufe zu integrieren. Ein zentraler Kommissionier- und Sortierprozess in Form von großen Lagern und Speichern entfällt somit gänzlich.

Neben den verschlankten Abläufen und der Konzentration auf die wertschöpfenden Prozesse verfügt das Konzept über größtmögliche Verfügbarkeit aufgrund des kollektiven Systemverhaltens. Der Ausfall eines FTF kann leicht durch das Kollektiv kompensiert werden, ohne den kompletten Stillstand der Fertigung wie bei konventionellen Konzepten zu provozieren. Das System reagiert auch bei Ausfällen von Produktionsmaschinen flexibel. Sofern alternative Maschinen zur Verfügung stehen, lässt sich der Fertigungsweg situativ anpassen.


Kontakt

L’Engineers Ingenieurbüro Lammers GmbH
83022 Rosenheim
Tel.: (0171) 6546453

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