Schneidaggregat von Homag

Mit CNC-Schneidaggregat fit im fremden Metier

Filz, andere Textilien, Linoleum oder Leder präzise und wirtschaftlich zuzuschneiden gilt als Herausforderung. Schüler der Schulen für Holz und Gestaltung Garmisch-Partenkirchen meisterten diese Aufgabe mit einem CNC-Schneidaggregat von Homag.

Design und technik brachten die Schüler unter der fachlichen Anleitung von Markus Kollmannsberger virtuos in Einklang. Ziel einer Projektarbeit war es, ein Produkt zu entwickeln, das mit einer CNC, einer Laserschneidmaschine sowie einem CNC-Schneidaggregat für Textilien herzustellen ist. Moritz Danners schlug eine Handtasche vor. Sie sollte aus Filz und Sperrholz bestehen, flexibel bleiben und leicht zu montieren sein. Also entschloss sich das Team, die Tasche komplett ohne Klebstoff herzustellen. Zum Entwicklungsteam gehörten neben Moritz Danners auch Alexander Volodin, Alexandra Sannwald, Esmeé van der Poel und Sarah-Marie Euler. Mit der Lasermaschine erzeugte Zapfen am 5 mm dicken Sperrholz durchdringen den Filz. Sie stehen etwa 8 mm über und sind jeweils mit einem Loch versehen. Eine hindurchgefädelte Schnur hält die Verbindung zusammen wie der Unterfaden einer Nähmaschinennaht.

Die Gegenstücke zu den Sperrholzzapfen haben die Schüler auf der CNC mit einem Schneidaggregat von Homag in den Filz geschnitten. Auch die teilweise geschweifte Kontur des Filzes gelingt damit absolut präzise. Unschöne Ecken, die sich beim Zuschnitt mit der Schere durch das Öffnen und Schließen fast nicht vermeiden lassen, gibt es nicht.

Die in Vectorworks erzeugte Kontur für den Filz haben die Schüler an WoodWop7 übergeben. Das Aggregat arbeitet mit einem sich pro Minute 7000-mal auf- und abbewegenden Messer. Über die C-Achse dreht die Maschinensteuerung das Aggregat stets in Schnittrichtung. Den Filz fixierten die Schüler mit Klebeband auf einer 8 mm dicken MDF-Schonerplatte, die sie zuvor mit 60er Schleifpapier aufgeraut hatten. Im rauen Untergrund verhaken sich die Filzfasern, sodass der Stoff beim Zuschnitt nicht verrutscht. Eine noch bessere Haftung verspricht sich das Team von einer Nesting- statt der verwendeten Konsolenmaschine, weil ein großflächiges Vakuum für zusätzlichen Halt sorgt. Der Filzzuschnitt hat unnötig viel Zeit in Anspruch genommen, weil nach jedem Schnitt für die 74 Zapfenlöcher ein Drehen der C-Achse anstand. Mit anderer Reihenfolge ließe sich viel Zeit einsparen.

Das Projektteam hat anschaulich gezeigt, dass sich mit neuen Techniken wirtschaftlich neues und attraktives Design realisieren lässt. Mit konventioneller, rein handwerklicher Denk- und Arbeitsweise wäre wohl nicht einmal die Idee für solch eine Handtasche zustande gekommen. –GM