Welches Stichsägeblatt für welche Aufgabe?

Basiswissen Stichsägeblätter

Egal ob die Stichsäge als Kabel- oder Akkuvariante im Einsatz ist, neben der richtigen Einstellung der Säge kommt es insbesondere auch auf das richtige Sägeblatt an. Auf was bei der Auswahl des Stichsägeblatts zu achten ist, erklärt Simon Illing von Festool. Zudem gibt es ab Januar ein neues Anwendungsleitsystem von Festool.


Ab Januar 2019 – das neue Anwendungsleitsystem

Festool hat sein komplettes Sortiment rund um Stichsägeblätter optimiert und neu überarbeitet. Mit dem neuen Anwendungsleitsystem findet man schnell und einfach zum richtigen Stichsägeblatt für das Sägen in Holz, Kunststoff, Metall oder Baustoffen. Mit einer speziellen Farbcodierung kann man sich schnell und einfach orientieren – sie findet sich auf der Anwendungsübersicht, Verpackung, Präsentation im Fachhandel, online auf der Festool Website und im Katalog wieder.


Simon Illing, Anwendungstechniker Festool

Mit einer Stichsäge lassen sich vielseitige Sägearbeiten erledigen. Aus diesem Grund gibt es am Markt eine Vielzahl an Stichsägeblättern – beschrieben mit vielen Eigenschaften. Aber was genau steckt hinter diesen Eigenschaften? Und was sollte man wissen? Die Eigenschaften eines Stichsägeblatts geben an, welches Sägeverhalten, welche Winkeltreue, welcher Arbeitsfortschritt und welche Schnittqualität es erzielt. Es lohnt sich, auf einige Dinge zu achten.

Basiswissen Stichsägeblätter

Sägeblatttyp. Sägeblätter sind für bestimmte Materialien geschaffen. So sind beispielsweise Sägeblätter für Metall nicht geeignet zum Sägen von Holz und umgekehrt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, das Sägeblatt bei jeder neuen Anwendung zu wechseln – auch wenn es zunächst lästig erscheint. Langfristig gesehen lohnt es sich allemal – nicht nur wegen des Arbeitsergebnisses sondern auch wirtschaftlich gesehen. Bei der Auswahl des Sägeblattes empfiehlt es sich daher, auf die entsprechende Farbcodierung des Herstellers zu achten.

Kurven-Sägeblätter haben in der Regel geschränkte Zähne, da damit beim Schnitt die Sägerichtung jederzeit leicht zu ändern ist. Egal ob geradlinig oder kurvig, Ziel ist ein gleichbleibender Schnittwinkel entlang der zu verarbeitenden Schnittkante. Ausschlaggebend dafür ist die Sägeblattbreite. Breitere Sägeblätter sind eher geeignet für eine hohe Winkeltreue – wohingegen sich mit schmalen Sägeblättern engere Radien leichter sägen lassen.

Blattlänge. Die Sägeblattlänge richtig sich nach der Dicke des Materials. Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein Sägeblatt, das bestenfalls 2,5 cm länger ist als die Materialdicke – selbstverständlich abhängig vom jeweiligen Hub der Stichsäge.

Zahnteilung. Neben der Sägeblattlänge ist auch die Zahnteilung zu beachten, denn sie beschreibt, wie groß der Abstand zwischen den Zähnen ist. Die Wahl der Zahnteilung wirkt sich auf die Schnittqualität und auf den Arbeitsfortschritt aus. So erzielt man bei einem größeren Abstand von beispielsweise 4 mm einen schnelleren Arbeitsfortschritt. Währenddessen erhält man bei einer Zahnteilung von 2,5 oder 2,8 mm üblicherweise einen feineren Schnitt – bei geringerem Arbeitsfortschritt.

Zahngeometrie. Die Geometrie der Verzahnung ist abhängig vom zu verarbeitenden Material und ist ausschlaggebend für die Schnittqualität. Das bedeutet: Je nachdem wie die Zähne auf dem Stichsägeblatt angeordnet und geschliffen sind, verändert sich das Ergebnis. Unter einem Freischnitt versteht man die Tatsache, dass der Schnitt breiter sein muss als das Sägeblatt, da nur so ein Festklemmen des Sägeblattes im Werkstoff zu verhindern ist. Dieser Freischnitt kann beispielsweise geschränkt, gewellt oder freiwinkelgeschliffen sein.

Bei einem geschränkten Freischnitt treten die Zähne nach rechts und links über das Blatt und bewirken so einen raueren Schnitt bei schnellerem Arbeitsfortschritt – mit höherer Kurvengängigkeit. Dies ist ratsam bei einem schnellen Schnitt in Hart- und Weichholz. Bei gewelltem Freischnitt sind die Zähne gefräst, was ein feineres Arbeitsergebnis bewirkt. Dies ist insbesondere bei Schnitten in Buntmetallen, Aluminium und Edelstahl empfehlenswert. Ein freiwinkelgeschliffener Freischnitt ist dann die richtige Wahl, wenn die Schnittqualität präzise und sauber sein soll. Das Sägeblatt besitzt ein konisch geschliffenes Ende und zeichnet sich damit für feine Schnitte in Holz und Kunststoff aus. Generell gilt: geschliffene Sägeblätter bringen eine höhere Schnittqualität bei geringerem Arbeitsfortschritt.

Sägeblattwerkstoff. Empfehlenswert ist es, den Werkstoff der Zähne entsprechend dem zu bearbeitenden Werkstoff auszuwählen. Der Werkstoff der Zähne sollte härter sein als das zu bearbeitende Material. Harte Sägeblätter sind oft spröde und damit bruchgefährdet – elastische Blätter werden meist schnell stumpf. Aus diesem Grund verwenden Hersteller oft elastische Grundkörper mit harten Zähnen aus Bimetall- oder Hartmetall. Solche Stichsägeblätter sind in der Regel teurer, halten allerdings deutlich länger. Zum Einsatz kommt:

 HCS = hochwertiger Kohlenstoff-Werkzeugstahl, für den Einsatz in weicheren Materialien wie Holz, Holzfaserplatten und Kunststoffen.

 BiM = Bimetall, hochtemperaturbeständiges, verschleißfestes HS-Bimetall für den Einsatz in Hartholz, harten Kunststoffen und Metallen wie Stahl, Buntmetall und Aluminium.

 HM = Hartmetall, hochtemperaturbeständige, verschleißfeste Sägeblätter für den Einsatz in abrasiven Materialien wie glasfaserverstärkte Kunststoffe, Harthölzer und Zementfaserplatten und Gipskarton.

Profitipps beim Stichsägen

Neben der Auswahl des richtigen Sägeblatts für das zu verarbeitende Material empfehlen wir auch auf die Einstellung an der Stichsäge zu achten. Hohe Drehzahlen auf den Stufen 4–6 sind optimal für die Bearbeitung von temperaturunempfindlichen, weichen Werkstoffen wie Holz.

Niedrige Drehzahlstufen von 1–3 sind besser bei temperaturempfindlichen Kunststoffen wie Acrylglas. Durch eine niedrige Drehzahlstufe lässt sich der Verschleiß der Sägeblätter sowie die Staubentwicklung minimieren.

Bei der Einstellung des Pendelhubs gilt: Je höher der Pendelhub, desto schneller und müheloser arbeitet sich die Stichsäge durch das Material und führt Späne und Staub sehr gut ab. Das kann man machen, wenn der Arbeitsfortschritt, das bedeutet die Schnelligkeit der Arbeit wichtig ist, aber nicht die Schnittqualität, denn dabei ist der Ausriss meist hoch.

Weitere Tipps: Praxistipps Baustelle

 

Steckbrief

Festool ist Kernmarke der TTS Tooltechnic Systems, mit Sitz in Wendlingen. Weltweit ist der Hersteller von Elektrowerkzeugen in über 80 Ländern präsent. Das Unternehmen beschäftigt über 3 000 Mitarbeiter und hat sich als Spezialist für Tischler, Schreiner und im Bereich Sanieren und Renovieren positioniert. www.festool.de