100 Jahre Marke Panhans

APA lebt weiter

Die Marke Panhans feiert 100. Geburtstag. Zum Programm gehört seit 1950 die Apa-Sägeblattführung mit gehärteten Rollen, Feinjustierung und Dauerschmierung. Sie hält die Spur. Apa steht für Anton Panhans, der seine Fabrik 1918 im Sudetenland gegründet und in den 50ern nach der Vertreibung in Oberschwaben wieder aufgebaut hat. 2010 stand Panhans kurz vor dem Aus. Reinhold Beck konnte das jedoch verhindern.

Kaum ein Schreiner oder Tischler, der Panhans-Maschinen nicht kennt – häufig ist es die klassische Bandsäge, die in den Werkstätten anzutreffen ist und seit Jahrzehnten ihre Arbeit verrichtet. Die Marke steht für Qualität, Zuverlässigkeit und Innovationen und rangiert im Kreis der Standardmaschinenhersteller in vorderster Reihe. Dieses Jahr feiert sie ihren 100. Geburtstag. Anton Panhans gründete das Unternehmen am 15. März 1918 in Karlsbad im Sudetenland. 1926 begann er, Holzbearbeitungsmaschinen herzustellen. Bis zur Vertreibung im Jahr 1945 wuchs das Unternehmen auf bis zu 2000 Mitarbeiter an. 1950 folgte der Wiederaufbau in Überlingen und der Produktionsstart der berühmten APA-Bandsägenführung. 1956 zog die Fabrik um nach Sigmaringen, 1963 nahm Panhans in Micheldorf, Österreich, ein zweites Werk in Betrieb. 1974 starb Anton Panhans. Ein Jahr nach dem 75. Firmenjubiläum arbeiten in Sigmaringen 145 und in Micheldorf 85 Mitarbeiter. Die beidseitig schwenkbare Formatkreissäge »V90« entwickelten die Panhans-Ingenieure bereits 2006. Sie gilt als Vorbild für die Entwicklung anderer Hersteller und gehört in weiterentwickelter Form auch heute noch zum Panhans-Programm. Vor gut zehn Jahren geriet das Maschinenbauunternehmen in wirtschaftliche Schieflage.

Der Hersteller von ergonomischen Betriebseinrichtungen für Schreinereien Reinhold Beck übernahm die Marke »Panhans«, um die Geschäfte fortzuführen. Unter der 2010 gegründeten GmbH mit dem Namen Hokubema – Holz- und Kunststoff-Bearbeitungsmaschinen – fand Panhans am bisherigen Standort eine Zukunft, ebenso wie viele Mitarbeiter, die maßgeblich an den Entwicklungen beteiligt waren.

Hubtisch meets Formatkreissäge

Die erhofften Synergien zwischen Hokubema und Beck Maschinenbau haben sich längst eingestellt. Diese sind in einem umfangreichen Programm an Maschinen und Zubehör für die Holz-, Kunststoff- und Metallbearbeitung am Markt sichtbar. Hubtische, Rollen- und Messbahnen, Handlinggeräte, Sägen und Verleimpressen der Beck Maschinenbau GmbH sind überall dort zu finden, wo auf Präzision, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit Wert gelegt wird.

Die Ergonomie an gewerblichen Arbeitsplätzen ist ihm besonders ans Herz gewachsen. Hier hat Reinhold Beck Zeichen gesetzt. Seine höhenverstellbaren Arbeitstische, bei denen unterschiedliche Körpergrößen und zugleich die Dimensionen der Werkstücke berücksichtigt werden, sind in immer mehr Betrieben zu finden und leisten dort ihren Beitrag, um die Gesundheit der Arbeiter zu schützen und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Der Blick nach vorne

Panhans steht für Maschinen, die von unabhängigen Institutionen geprüft sind, zuverlässig arbeiten und schon heute Funktionen bieten, die morgen gefordert sind. Der modulare Aufbau überzeugt Anwender und Handelspartner gleichermaßen. Wie arbeiten wir morgen, welche Unterstützung bieten uns Maschinen bei der Erledigung unserer Aufgaben und wie können wir Sicherheit und Produktivität weiter verbessern? Damit beschäftigt sich ein starkes, motiviertes Team. Es hat bereits heute schon Vieles zur Serienreife entwickelt und in aktuelle Maschinengenerationen integriert. Elektronische Steuerungen helfen bei der Bewältigung täglicher Abläufe und sie unterstützen vor allem bei Aufgaben die regelmäßig wiederkehren. Die Sicherheit hat zudem schon jetzt ein hohes Niveau erreicht. Fehlbedienungen sind bereits heute nahezu ausgeschlossen.

Drei Jubiläumsaktionen

Über das Jahr verteilt bietet Hokubema unterschiedliche Panhans-Maschinen zu Sonderkonditionen an und veranstaltet Wettbewerbe. Panhans vision steht für einen Ideenwettbewerb. Hier sind Ideen und Verbesserungen aus der Praxis für die Praxis gefragt, wie Panhans-Maschinen weiter optimiert oder ergänzt werden können. Mit den vergangenen Jahrzehnten befasst sich der Fotowettbewerb Panhans historic. Teilnehmen kann hier, wer Bilder seiner alten, noch im Einsatz befindlichen Panhans-Maschinen einreicht. Prämien gibt es für die Bilder der drei ältesten Maschinen. Mehr unter www.100-Jahre-Panhans.de –GM


»Wir gehen neue Werkstoffe an: flexible Drehzahlen, neue Konzepte …«

2010 stand Panhans kurz vor dem Aus. Beherzt haben Sie das verhindert und die Marke übernommen. Warum?

Der Markt braucht die Marke und Panhans war der einzige Tischlereimaschinenhersteller in Baden-Württemberg. Ich wollte im Holzbereich präsenter sein und das Programm meiner Firma Reinhold Beck Maschinenbau, die sich mit Ergonomie in der Holzberarbeitung befasst, ergänzen.

Haben Sie Ihre Ziele erreicht?

Mit der Produktentwicklung sind wir jetzt dort angekommen, wo ich hinwollte, mit den Erlösen jedoch leider noch nicht ganz. Mein Ziel war es, Maschinen zu bauen, die leichter zu handhaben und zeitgemäßer sind als die bisherigen. Mit der Zeit kam der Ergonomiegedanke noch dazu.

Was zeichnet eine Panhans heute aus?

Viel! Mechanik, der Aufbau, Software … Der Bediener erkennt sofort, was zu tun ist. Er kann Werkzeuge und Einstellungen abspeichern und die Programme wieder abrufen. Auch unser ganz eigener Tischschieber an der Tischfräse erleichtert die Arbeit. Wir bleiben nicht stehen bei dem, was wir übernommen haben. Es gilt jeden Tag, die eigene Marke zu toppen.

Wie geht’s weiter?

Wir gehen neue Werkstoffe an: flexible Drehzahlen, neue Konzepte …

Das Interview führte dds-Redakteur Georg Molinski

Er hat Panhans gerettet und bringt es voran: Reinhold Beck