Praxistest: Die neuen Akkuwerkzeuge von Metabo mit LiHD-Akkus

Rollout der kabelfreien Baustelle

Auf der BAU in München Anfang 2017 präsentierte Metabo ausschließlich Akkuwerkzeuge. Damals noch als »Concept-Tools« vorgestellte Werkzeuge kommen nun Produkt für Produkt in den Handel. Erste Praxistests von dds ordnen ein, was die Akkugeräte leisten.

Nahezu im Wochenrhythmus liefern die Hersteller neue Akkuwerkzeuge und immer noch leistungsstärkere Akkupacks. Wie kann man als Redakteur oder Handwerker da den Überblick behalten? Testen hilft! In dieser dds-Ausgabe zeigen wir weitere Leistungssprünge. Auf Seite 38 den neuen Hochleistungsakku »ProCore« 18 V 7.0 Ah von Bosch – er soll laut Pressetext bis zu 90 Prozent mehr Leistung bieten als der 18 V 6.0 Ah-Akku des Herstellers. Das hat etwas mit der enormen Stärke des ProCore 7.0 zu tun, aber auch mit den Teilschwächen der 3.0er-Zellen des bisherigen 6.0er Primus bei Hochstromanwendungen.

Die DNA von Festool erkennt man auf Seite 36. Die Wendlinger bieten 5.2-Ah- und 6.2-Ah-Akkus an, kommen meist zeitverzögert mit Höchstleistungswerten bei Akkus auf den Markt, doch der Fokus auf dem praktischen Alltagsnutzen der Akkutechnik überzeugt. Die neuen Bluetooth-Akkus starten automatisch einen angeschlossenen Sauger – verstopfte Saugschläuche durch Akkuwerkzeuge sind Vergangenheit. Es ist spannend, meist schon vor der Markteinführung Vorseriengeräte oder die ersten Seriengeräte in die Hand zu bekommen, um sie zu testen und um eine Einordnung liefern zu können.

Akku-Tischsäge mit 87 mm Schnitthöhe

Für die dds-Augustausgabe hatten wir bei einem Stegbau 2,4 t 45er-Bangkirai-Holz mit der KSS 50 18 M BL von Mafell verarbeitet – und zugleich eine halbe Tonne Aluminiumprofile und alte Stahlbauträger dem Zweihandwinkelschleifer 2 x 18 V (36 V) von Metabo ausgesetzt. Diese 2400 W mobile Leistung liefern nun auch die neuen Akkutischkreissägen TS 18–36 LTX BL 254 mit ihrem 254 mm Sägeblatt. Mit dem bürstenlosen Motor und der 36-V-LiHD-Akkutechnik schafft die Metabo-Säge eine Schnitthöhe von 87 mm, vorausgesetzt man baut die etwas schnitthöhenbegrenzende Schutzhaube vom Spaltkeil ab. Kein Leistungsunterschied ist mehr zum netzbetriebenen Gerät erkennbar. Ein textiler Staubssack mit integriertem Staubzyklon (Wirbelluftprinzip) saugt ohne Sauger den Großteil der Späne und des Staubs ab. Der Parallelanschlag lässt Schnittbreiten bis 630 mm zu.

Zweimal 18-V-Akku schlägt einmal 36-V-Akku

Mit den 252 Wh (36V x 7.0Ah) des 36-V-LiHD–Akkus schafft man rund 130 lfm Schnittlänge bei 22-mm-OSB-Platten. Bei 80-mm-Fichte sind es 18 lfm, bei 40 mm bis zu 50 lfm. Beim Einsatz von zwei 18-V-LiHD-Akkus der 7.0-Ah-Variante sind es sogar 150 lfm 22er OSB, 25 lfm bei 80 mm und bis zu 60 lfm bei 40 mm Fichte aus einer Ladung. Bei zwei 18-V-Akkus ist die Oberfläche zur Wärmeableitung größer als bei einem 36-V-Akku, deshalb das bessere Ergebnis.

Akku-Handkreissäge mit 18-V-Akku und einer Schnitttiefe von 57 mm

Neu im Handel ist auch die 18-V-Handkreissäge KS 18 LTX 57 mit einer Schnitttiefe von 57 mm. Sie ist mehr ein robustes Basic-Produkt mit kompakter Form und einfacher Bedienung, wenn zügig und besonders ausdauernd zugeschnitten werden muss.

Der Akku-Kombihammer KHA 18 LTX BL 24 Quick mit der integrierten Staubabsaugung ISA 18 LTX 24 überzeugte in den letzten Monaten. Sauber auf Wand/Decke angesetzt, funktioniert die Absaugung gut. Bohrt man etwa durch eine Rohrschelle in das Mauerwerk, kommt die Absaugungfunktion an die Grenzen. Beim Einsatz des 5-zelligen 3.5-Ah-LiHD-Akku sind es trotz integrierter Saugung nur 3,4 kg Gewicht. Handlich lassen sich mit dem Kompaktakku bis zu 130 Bohrlöcher (6 x 40 mm) in Beton bohren. Beim 7.0-Ah-LiHD sind es bis zu 270 Löcher, bevor ein Akkuwechsel ansteht. Da vermisst man zu keinem Moment die Energiezufuhr über ein Kabel! -HN


Elektrotechnik

Spannung in Volt (V) mal Stromstärke in Ampere (A) = Leistung in Watt (W).

Ein dreireihiger 9.0-Ah-Pack mit 15 Zellen 3.0 Ah (15 A) hat 810 W (18 V x 15 A x 3 Reihen).

Ein 7.0-Ah-Pack mit 10 Hochleistungszellen kommt auf 1170 W (18 V x 32,5 A x 2 Reih)

Halbiert man auf fünf Zellen sind es 594 W, verdoppelt man auf 20 bekommt man 2376 W

Entscheidend ist die Leistungsfähigkeit der eingesetzten Zellen!