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Wohin mit der CNC?

CNC-Technik
Wohin mit der CNC?

Was tun, wenn es für eine CNC weder Platz, noch einen ausreichenden Stromanschluss, noch Absaugkapazitäten gibt? Andreas und Malte Schmies haben ihre Lösung gefunden.

Für eine normale CNC gibt es in der im Zentrum Stuttgarts gelegenen, 200 m² großen Werkstatt von Andreas Schmies keinen Platz. Außerdem stoßen der Stromanschluss und die Absauganlage an ihre Grenze. Trotzdem möchte der Schreinermeister doch die eine oder andere Arbeit auf einer CNC ausführen. Bei der Suche nach einer Lösung stieß er im Sautershop auf die Maschine »Smartbench« vom englischen Hersteller Yetitool. Andreas Schmies hat die Maschine gemeinsam mit seinem Sohn und Auszubildenden Malte in Betrieb genommen.

Sie besteht aus einem zusammenklappbaren Aluminiumtisch mit komplettem Bearbeitungsportal, das eine Frässpindel bewegt. Diese entspricht dem Fräsmotor einer Handoberfräse und lässt sich für den Werkzeugwechsel herausnehmen. Von der Spanhaube führt ein Schlauch zum Entstauber. Das Tischgestell kann eine bis 134 cm breite und 250 cm lange Opferplatte aufnehmen. Das Bearbeitungsfeld der Maschine beträgt 2500 x 1250 x 152 mm.

Andreas Schmies hat seine Opferplatte mit einem Lochraster für Positionieranschläge versehen. Die Werkstückspannung erfolgt dann durch Festschrauben oder über seitliche Klemmleisten. Das Fahrportal legt sich auf das leicht fixierte Werkstück und drückt es mit federnd gelagerten Rollen fest auf den Tisch. Das erübrigt eine aufwendige Vakuumspannung.

Andreas und Malte Schmies konstruieren mit einem 2D-CAD-Programm von Tenado und konvertieren die Zeichnungen mit einem CAM-Modul von Estlcam in CNC-Programme. Via USB-Stick bringen sie diese dann auf die Maschine.

Die Schreinerei arbeitet weiterhin konventionell mit Dübelbohrmaschinen. Die CNC übernimmt nur Kompliziertes, wie das Einbohren von Schubkastenführungen oder Arbeitsintensives, wie das flächenbündige Einfräsen von Spiegeln in Schrankfronten. Weitere Einsätze sind Rundungen oder Freiformteile.

»Aufgeklappt ist sie ganz groß«

Andreas Schmies sagt: »Wir arbeiten möglichst konventionell und nutzen, wenn wir an unsere Grenzen stoßen, eine CNC, für die wir eigentlich weder Platz noch Strom hätten. Die Smartbench ist genügsam, lässt sich zusammengeklappt verstauen oder auf die Baustelle mitnehmen. Aufgeklappt ist sie ganz groß.«


dds-Redakteur Georg Molinski besuchte Andreas Schmies im Zentrum Stuttgarts. Er traf einen Schreinermeister, der die Nähe zu seinen Kunden liebt, dafür beengte Räumlichkeiten hinnimmt und dennoch effizient arbeitet.


Steckbrief

Anwender: Andreas Schmies
70178 Stuttgart,
www.holzwerkstatt-andreas-schmies.de

Maschine: Yeti Tool Ltd
GB Bristol, BS20 7BX
www.yetitool.com
Vertrieb Deutschland:
www.sautershop.de

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