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»Wir gehen Grundsätzliches an«

Maschinen & Anlagen
»Wir gehen Grundsätzliches an«

Vor 60 Jahren starteten Johann und Gertraud Felder im elterlichen Wohnhaus die Produktion der Fünffachkombinierten. Inzwischen ist das Familienunternehmen ein führendender Hersteller von Tischlereimaschinen. Hansjörg Felder sagt im dds-Interview, woran Felder jetzt arbeitet.

Herr Felder, Sie feiern dieses Jahr das 60jährige Firmenjubiläum. Was dürfen wir da erwarten?

Viel! Zur Holzhandwerk kommen wir mit günstigen Jubiläumsmaschinen: eine 5-Achs-CNC, eine hochflexible Kantenanleimmaschine mit 14 Servoachsen sowie sechs Standardmaschinen.
Vor 60 Jahren ging es los mit der Fünffachkombinierten, jetzt gibt es ein großes Programm und mehrere Marken. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Geschäftsführer?
Gemeinsam mit meinem Bruder und Mitgeschäftsführer beschlossen wir Ende der 80er-Jahre, ein paar Jahre nachdem wir das Ruder übernommen hatten, aus der Nische Kombimaschinen herauszuwachsen und das komplette Maschinenprogramm für den Tischler zu bauen. Heute gibt es die Marken Felder für Tischlereimaschinen, Hammer für die einfache Holzbearbeitung und unsere jüngste, aber sehr erfolgreiche Sparte Format-4 mit schweren, automatisierten Maschinen für das Handwerk und die Industrie.
Stehen dieses Jahr ähnliche neue Weichenstellungen bevor?
Wir sehen Entwicklungschancen in und außerhalb der Holzbranche. Hier wird sich wohl etwas tun, was kann ich vorab natürlich noch nicht sagen.
Was tut sich denn bei den Holzbearbeitungsmaschinen?
Die Platte spielt im Möbel- und Ausbau eine immer wichtigere Rolle, was sich natürlich auf die Nachfrage nach dafür geeigneten Maschinen auswirkt. Hier gibt es die meisten Innovationen. Daran wird sich in den nächsten Jahren wohl nichts ändern. Diesen Bereich decken wir mit der Marke Format-4 ab. Das Programm reicht von der Format- und Plattensäge über die Kantenanleimmaschinen bis zur CNC oder sogar 5-Achs-CNC. Letztes Jahr feierten wir 15 Jahre Format-4 und hatten bis dahin bereits 30 000 Maschinen verkauft. Bei Format-4 lautet unser Anspruch Premium.
Und was geschieht bei den Tischlereimaschinen?
Auch hier waren und sind wir nicht untätig und gehen ganz Grundsätzliches an. So haben wir für unsere Hobelmaschinen eine Spiralhobelmesserwelle entwickelt. Das zog sich über zwei Jahre hin, war ein großes Projekt mit Beteiligten aus Industrie und Wissenschaft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 50 Prozent weniger Lärm, 20fache Standzeit gegenüber HSS-Hobelmessern, hervorragende Oberflächen, geringere Schnittkräfte und damit auch eine Energieeinsparung. Solche grundsätzlichen Verbesserungen gehen wir jetzt auch bei der Säge und der Tischfräse an. Da geht es um ein besseres Zusammenspiel von Maschine und Werkzeug.
Zählen Sie die CNC inzwischen auch zu den Standardmaschinen der Tischler und Schreiner?
Ich persönlich ja, leider jedoch noch nicht jeder Tischler und Schreiner. 2002 haben wir die erste CNC ausgeliefert. Damals kostete so eine Maschine mehr als das Doppelte wie heute und war viel schwieriger zu programmieren. Inzwischen geht das ganz einfach und ermöglicht sogarLosgröße 1. Vieles ist für die konventionelle Fertigung zu aufwendig, aber mit der CNC im Handumdrehen erledigt.
Sie sagen, die CNC ist eine Standardtischlereimaschine. Wäre es da nicht konsequent, die Marken Felder und Format-4 zusammenzuführen?
Das wäre sicher eine Überlegung wert, zumal auf dem Markt die Markenvielfalt eher ab- als zunimmt.
Gibt es ein Unternehmen, das Sie zum Vorbild haben?
Nein, eigentlich nicht. Wenn ich jedoch eins nennen müsste, entschiede ich mich für Trumpf, ein sehr zielstrebiges Familienunternehmen, das in seiner Technologie als Weltmarktführer gilt.

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Das Interview mit Hansjörg Felder führte dds-Redakteur Georg Molinski. Aktueller Anlass war das 60jährige Bestehen des Herstellers von Tischlereimaschinen.

Im Porträt

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Hansjörg Felder ist Geschäftsführer der Felder KG in Hall, in Tirol. Er leitet das 1956 vom Vater gegründete Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Martin. Mit den drei Marken Felder, Format-4 und Hammer hat sich Felder in den letzten Jahren zu einem der führenden Anbieter von Maschinen für das holzverarbeitende Handwerk entwickelt.

Die Felder-Gruppe
Das 1956 gegründete Familienunternehmen Felder in Hall/Tirol produzierte bis in die Achtzigerjahre ausschließlich Fünffach-Kombimaschinen. Dann kamen Tischlereistandardmaschinen hinzu. Mitte der Neunzigerjahre wurde die Marke Hammer für das Einstiegssegment ins Leben gerufen, um die Jahrtausendwende kam Format-4 als Marke für das Premiumsegment hinzu. Seitdem wurden über 30 000 Format-4-Maschinen ausgeliefert. Das Produktprogramm der Felder-Gruppe reicht von Standardmaschinen wie Formatkreissägen und Tischfräsen über Kantenanleimmaschinen und CNC-Bearbeitungszentren bis hin zu mobilen Absauggeräten. Die Felder-Gruppe beschäftigt am Stammsitz in Hall bei Innsbruck rund 450 Mitarbeiter. Mit mehr als 200 Verkaufsstellen ist der Maschinenhersteller in 72 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.
Holz-Handwerk: Halle 12, Stand 318

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