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Qualität im Zwei-Minuten-Takt

Maschinen & Anlagen
Qualität im Zwei-Minuten-Takt

Die zunehmende Profilvielfalt im Holzfensterbau erfordert flexible Fertigungsanlagen. Dank CNC-Technik müssen Flexibilität und Leistung kein Widerspruch mehr sein, wie das Beispiel des Schweizer Fensterbauers Adi von Euw zeigt.

Die von Euw Fenster AG ist ein fast 100 Jahre alter Betrieb, der sich auf Holz-, und Holzalufenster spezialisiert hat. Fast 50 Mitarbeiter planen, fertigen und montieren rund 30000 m2 Fensterflächen pro Jahr, das entspricht ca. 8000 zweiflügeligen Fenstern. Möglich macht das eine komplexe Conturex-III-Anlage, die Geschäfsführer Adi von Euw in diesem Jahr in Betrieb genommen hat.

Die erste Station der Anlage ist eine Kehlmaschine Powermat 1200 zum Formatieren der Kanteln. Sie verfügt über einen Abrichttisch für bis zu fünf Meter lange Teile und ist online mit dem übergeordneten Leitrechner verbunden. Von Euw setzt überwiegend Massivkanteln aus Fichte ein (weder lamelliert noch keilgezinkt), die er selbst zuschneidet und trocknet.
Der Powermat ist mit einer Roto Finish-Schleifmaschine verkettet, in der mit rotierenden Schleifwerkzeugen eine hochwertige Oberfläche erzeugt wird. Hierbei handelt es sich um ein Feinstschleifen von rund zwei Hundertstel Millimetern, wodurch sich im folgenden Prozess der Lackzwischenschliff weitestgehend erübrigt. Nach dem Schleifen laufen die Teile in einen Puffer, der die unterschiedliche Leistung der Hobelmaschine (fünf Teile pro Minute) und der nachfolgenden Anlage (zwei Teile pro Minute) kompensiert. Das entlastet den Maschinenbediener.
Die eigentliche Conturex-Anlage besteht aus drei Stationen: Endenbearbeitung (zwei Portale), Bohr- und Fräsbearbeitung (ein Portal) und Längsprofilierung (drei Portale). Die Endenbearbeitung (Schlitz/Zapfen) erfolgt mit zwei Hauptspindeln á 30 kW, einem Ritzaggregat und einer Universalspindel, die parallel die Werkstücke bearbeiten. Vier Einzelzangentische versorgen die Aggregate auf zwei Laufbahnen mit Fensterteilen. Für die Bohr- und Fräsbearbeitung stehen ein Mehrspindelkopf und eine Universalspindel zur Verfügung, mit denen alle anfallenden Arbeiten ausgeführt werden. Die Längsbearbeitung schließlich erfolgt mit fünf Hauptspindeln (30 kW) und einer Universalspindel im Profilsplitting.
Die Neukonzeptionierung der Fertigung war für von Euw mit einem Investitionsvolumen von annähernd vier Mio. Schweizer Franken verbunden. Für ein Unternehmen mit rund 14 Mio. sFr Jahresumsatz ein echter Kraftakt. Für Adi von Euw spielte bei der Entscheidung auch das Thema Qualität eine wesentliche Rolle. Die hohe Genauigkeit in der spanenden Fertigung ist für ihn die Voraussetzung für dauerhaft funktionstüchtige und optisch ansprechende Fenster. Das Bewusstsein für Qualität ist in dem bei Zürich gelegenen Betrieb in allen Bereichen der Produktion spürbar und wird von der Kundschaft, davon ist von Euw überzeugt, entsprechend honoriert.
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