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Technische Entwicklungen beim Plattenzuschnitt und der weiteren Verarbeitung

Technische Entwicklungen beim Plattenzuschnitt und der weiteren Verarbeitung
Souveräner Discjockey

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Hier ist der Materialfluss gesichert. Der Frontenhersteller Reichert gibt seinen Werkstücken noch Funketiketten für die Produktionssteuerung mit auf den Weg
Statt sein Plattenmaterial souverän wie ein Discjockey zu handhaben, stehen viele Schreiner ständig unter Strom, um den Materialfluss in der Werkstatt aufrechtzuerhalten. dds nennt die aktuell drei wichtigsten technischen Entwicklungen in der Plattenverarbeitung.

Die fertig beschichtetet Platte spielt im Tischler- und Schreinerhandwerk eine immer größere Rolle. Sehr schnell ist sie, sofern die Werkstatt dafür eingerichtet ist, in Werkstücke aufgeteilt. Nach dem Zuschnitt folgt das Bekanten und Bohren. Auch das ist mit moderner Software und leistungsfähigen Maschinen heute auch kein Hexenwerk mehr. Das hört sich zwar alles ganz leicht an. Viele Tischler und Schreinerbetriebe tun sich jedoch schwer mit der Plattenverarbeitung: Die im Handel üblichen Halbformatplatten sind zu groß und lassen sich unter üblichen Produktionsbedingungen allenfalls zu zweit handhaben. So mancher Kollege bringt es auch nicht übers Herz, Plattenreste in den Hacker zu werfen. In der Folge vermehrt sich das Wandholz unentwegt und bald findet keiner mehr, was er braucht. Hier lassen sich in vielen Betrieben erhebliche Optimierungspotenziale erschließen. Eine erste Maßnahme ist zunächst das Aufräumen und Organisieren der Plattenlager. Dem sollten technische Einrichtungen zum Heben, Transportieren und Kommissionieren folgen. Ganz wichtig sind Regelwerke, wie etwa Reste einzulagern sind und was als Abfall zu entsorgen ist. Viele Kollegen sind das Thema beherzt angegangen, weil das ständige Suchen die Leistungsfähigkeit des Betriebes drastisch in den Keller gezogen hat. So gehört seit gut zehn Jahren das Einrichten von automatischen Plattenlager, die eine Säge oder Nesting-Maschine beschicken, zu den wichtigsten Trends in der handwerklichen Plattenverarbeitung. Betriebe die diese durchaus kostspielige Investition getätigt haben, wirken heute wie befreit. Die Energie die sie früher in das Suchen und Bewegen von Material gesteckt haben, nutzen sie jetzt wirklich produktiv.

Der zweite und etwas jüngerer Trend ist das Nesting. Es setzt jedoch softwaregestütztes Konstruieren sowie einen durchgängigen Datenfluss von der Konstruktionssoftware bis hin zur Maschine voraus. Die vertikale Vernetzung der Konstruktionsdaten mit der Fertigung ist ein Aspekt von dem, was heute Industrie 4.0 heißt. Bei der Arbeitsvorbereitung fallen Stücklisten oder noch besser Dateien an, die jedes zu fertigende Werkstück genau beschreiben. Diese lassen sich nach verschiedenen Kriterien sortieren und zu Fertigungsaufträgen bündeln. Sogenannte Nesting-Software schachtelt die Werkstücke in die Rohformatplatten und erzeugt CNC-Programme, die diese Werkstücke aus einer großen Platte herausfräsen. Ziel ist es, möglichst viele Bearbeitungen wie das Bohren oder Fräsen hier schon zu erledigen, sodass die vielen sonst üblichen Arbeitsschritte, wie etwa das Einnuten einer Rückwand auf der Tischfräse, entfallen können. In diesem Zusammenhang suchen viele Betriebe nach Alternativen zur Dübelverbindung, weil sich die stirnseitigen Dübellöcher nicht so ohne Weiteres im Nest einbringen lassen.

Die Alternativen zum Dübel, wie etwa der Verbinder »Clamex P« von Lamello, würde ich als den dritten großen Trend in der Plattenbearbeitung bezeichnen. Sie lassen sich im Nest einbohren oder einfräsen und ersetzen zusätzlich die Korpuspresse oder die Schraubzwingen. Außerdem ermöglichen sie eine angesagte leimfreie und zerlegbare Verbindung. –GM

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