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»Nur anschmelzen«

Maschinen & Anlagen
»Nur anschmelzen«

Dass sich die Laserkante nur mit einem aufwendigen Laseraggregat verwirklichen lässt, damit wollte sich Thomas Wülbeck von Eltec nicht abfinden. Die Schugoma-Idee, die Kante mit heißer Druckluft anzuschmelzen, faszinierte ihn.

Eltec hat seine Kantenanleimmaschine »Ima Novimat« mit dem »Hot-Air-Injection«-Aggregat von Schugoma nachrüsten lassen. Das Zulieferunternehmen beschäftigt 60 Mitarbeiter, hat sich auf Elemente für individuelle Anforderungen spezialisiert und fertigt unter anderem Postforming-, Bogen- und Thekenelemente, Displays, Regalsysteme, Verkleidungen und Spezialanfertigungen für die Küche, das Bad, den Ladenbau, Hoteleinrichtungen und den Schiffsinnenausbau. Zu den Kunden gehören Möbel- und Küchenmöbelhersteller sowie auch Tischler, und Schreiner, die das Unternehmen über den Fachhandel beliefert.

Es gibt drei Verfahren, mit denen sich ein Kantenband mit Laserfunktionsschicht applizieren lässt, das Laserverfahren mit dem höchsten Investitionsvolumen, in der Mitte das Plasmaverfahren und Hot-Air-Injection von Schugoma.
Auch Eltec-Kunden wünschen sich die Nullfuge. »Die Laserkante ist sehr hoch angesiedelt, sowohl, was die Wertschätzung angeht, als auch in der Investitionshöhe, sagt Eltec-Geschäftsführer Thomas Wülbeck«. »Wir haben uns für Hot-Air-Injection entscheiden, weil es sich um eine interessante, kostengünstige Technik handelt. Letztendlich geht es jedoch lediglich darum, die Kante anzuschmelzen. Da erschien es durchaus sinnvoll, sich von unten an die Nullfuge heranzutasten«. Das bei Eltec installierte Aggregat ist auf 20 m/min ausgelegt und hat rund 45 000 Euro gekostet. Inzwischen ist die Testphase mit 23-mm-Kanten, abgeschlossen. Das Aggregat arbeitet zuverlässig und liefert hervorragende Nullfugen. Eltec hat mit verschiedenen Einstellungen erzeugte Muster im Rehau-Labor untersuchen lassen. Das Protokoll weist gute Abzugskraftwerte zwischen 29 und 48 N/cm aus.
Das zum Patent angemeldete Schugoma-Aggregat aktiviert die Laserfunktionsschicht mit heißer Druckluft. Es heizt eingespeiste Druckluft in einem Vorratsbehälter auf und bläst sie mit hohem Druck kurz vor der Andruckrolle durch eine Schlitzdüse auf die Funktionsschicht des Kantenbandes. Ein Sensor erfasst die Werkstücklänge, sodass sich der Heißluftstrom unabhängig von der Maschinensteuerung ein- und ausschalten kann. Alternativ lässt sich die Maschine auch mit Schmelzklebstoff betreiben (siehe »Mit Luft geht’s wohl auch« in dds 08/2011, Seite 68–69).
Der Maschinenführer Richard Schmidt sagt: »Die Düsentemperatur darf nicht unter 240 Grad herabfallen. Mein Stellrad ist aber der Druck im Behälter. Wenn ich eine Kante noch nicht kenne, fange ich mit einem niedrigen Druck an, fräse zunächst aber die Überstände nicht ab. Hat sich eine schöne Leimraupe gebildet, stimmt auch die Verklebung. Einfacher geht es nicht.«
Den Strom- und Druckluftverbrauch hat Eltec noch nicht gemessen. Schugoma gibt einen Energieverbrauch von weniger als einem Cent pro Laufmeter an.
»Von dem, was wir uns mit der Maschine vorgenommen haben, sind mittlerweile etwa 75 Prozent erreicht. Mit 23 Millimeter breiten Kantenbändern decken wir das Gros unseres Bedarfs ab, und das mit einer hervorragenden Qualität. Jetzt müssen wir uns noch um die ganz dicken und die dünnen Platten kümmern. Außerdem wollen wir noch den recht großen Längsüberstand der Kantenbänder verringern«, resümiert Thomas Wülbeck. GM

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