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Wohin mit dem Kopfstück?

Parkstation für Kopfschnitte
Wohin mit dem Kopfstück?

Kopfschnitte verbessern die Materialausbeute, belasten aber die Mitarbeiter mit schwerem Heben. Josef Eibl konnte in seiner Schreinerei dieses Dilemma lösen.

Platten zuschneiden ganz allein ist für Beate Krych in der Schreinerei Josef Eibl kein Problem, denn sie arbeitet an einer Säge-Lager-Kombination. Das Automatiklager legt große und schwere Voll- oder Halbformatplatten wahlweise mit der langen oder kurzen Seite parallel zur Schnittlinie auf den hinteren Sägetisch. Bei Paketschnitten wiederholt sich das mehrmals. Ein Schieber mit Greifern übernimmt die Platte oder das Paket. Automatisch folgen Besäum- und Trennschnitte. Beate Krych muss lediglich Streifen auf dem vorderen Luftkissentisch in Parkposition schieben, diese später für das Queraufteilen drehen und die fertigen Zuschnitte abstapeln. Das erfordert keinen großen Krafteinsatz.

Nachdem Josef Eibl 2014 in die Säge-Lager-Kombination investiert hatte, traten jedoch mit nur einer Person an der Säge dann Probleme auf, wenn Vollformatplatten mit Kopfschnitt aufzuteilen waren. Ein Kopfschnitt erlaubt das Aufteilen der Platte in Längs- und Querstreifen, um eine bessere Materialausbeute zu erzielen. Nach dem Kopfschnitt ist das Kopfteil zunächst beiseitezulegen, das auf dem Tisch verbliebene Teil komplett aufzuteilen, das Kopfteil wieder aufzulegen und ebenfalls aufzuteilen. Das Kopfteil lässt sich jedoch egal ob als Paket oder als Einzelplatte von einer Person ohne Helfer nicht bewältigen.

Abhilfe schaffte Josef Eibl 2016 mit einer Apparatur zum Kistenheben, die ein Industriebetrieb ausgemustert hatte. Vom ortsansässigen Schlosser und Elektriker ließ er diese in einen Kopfteillift umbauen. Josef Eibl beschäftigt 30 Mitarbeiter, befasst sich mit dem Möbel- und Ladenbau und ist außerdem Verarbeiter des Mineralwerkstoffs Varicor.

Das soeben abgetrennte Kopfteil schiebt Beate Krych auf dem Luftkissentisch ganz nach links gegen den Anschlag, siehe Bild oben rechts. Vor ihr, knapp unterhalb der Tischebene befindet sich die Bedieneinheit des Lifts. Sie drückt auf den Aufwärtstaster, bis das Kopfteil um etwa 40 cm nach oben gefahren ist, teilt rechts teilweise unterhalb des Kopfstückes das liegengebliebene Plattenstück auf, lässt den Lift wieder herabfahren und teilt das Kopfstück auf.

Für Sicherheit sorgt eine Totmannschaltung, die nur eine Fahrt auf Sicht bei gedrücktem Taster zulässt. Befindet sich der Lift nur knapp über Tischniveau, senkt er sich automatisch ab, um Kollisionen mit von der Säge ausgeschobenen Streifen oder Zuschnitten zu vermeiden.

Josef Eibl sagt: »Die Investitionskosten liegen bei nicht einmal 2000 Euro. Jeder in meiner Belegschaft nutzt dieses Feature jedoch gerne. Und die Kollegen an der Kantenanleimmaschine freuen sich, dass sie nicht für jeden Kopfschnitt herbeigerufen werden.«


dds-Redakteur Georg Molinski besuchte die Schreinerei Josef Eibl und fand berichtenswerte Dinge, unter anderem den hier vorgestellten Lift der Marke Eigenbau für die Kopfschnitte beim Plattenzuschnitt.


Steckbrief

Anwender: Josef Eibl GmbH 84168 Aham, www.eibl-gmbh.de

Hubgerät: Eigenbau aus einem Kistenheber

Plattensäge: Homag Group AG
www.homag.com

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