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Bekantungstechnik

Bekantungstechnik
Hindurch und gut

Die Zeiten, in denen der Spezialist das letzte Quantum an Qualität aus der Maschine herauskitzelt, sind vorbei. In der Möbelwerkstätte Christian Deml steckt dieses spezielle Konw-how jetzt hinter einem Touchscreen.

Geselle Peter Pfaffinger baut in der Möbelwerkstätte Chritian Deml einen Schrank aus grauen Platten. Den Zuschnitt hat er nach selbst erstellter Stückliste an der stehenden Säge sowie der Formatkreissäge bereits erledigt. Jedes Teil hat er auf das Endmaß zugeschnitten, unabhängig davon, wie dick das Kantenband ist und wo Kanten anzufahren sind. Die 2018 angeschaffte »Tempora F800« von Format4 ist nämlich mit einer Fügestation ausgestattet, die automatisch exakt die Dicke der anzufahrenden Kante wegfräst. Das schafft eine saubere und ausrissfreie Fügefläche, erleichtert das Schreiben der Stücklisten, vermeidet Fehler und in der Regel auch lästige Kommazahlen bei den Millimetermaßen.

Peter Paffi nger stellt die Maschine ein und wählt am großen Touchscreen »Kanten bis 3 mm Dicke«. Unten erscheint die Auswahl der dazu passenden Programme. Der Geselle wählt Programm 11 für 19 mm dicke Platten und abzurundende, 2 mm dicke Kantenbänder mit ABS-Struktur, siehe Bild nächste Seite. Weitere Einstellungen muss er nicht vornehmen, die Maschinensteuerung kümmert sich darum.

Programm wählen und los geht’s

Peter Pfaffinger begibt sich hinter die Maschine, legt die graue Kantenbandrolle auf und füllt transparentes EVA-Granulat in das Leimbecken. Nach zehn Minuten ist das Verleimaggregat aufgeheizt, sodass die Ampel am Maschineneinlauf von Rot auf Grün wechselt. Der Schreiner gibt das erste Werkstück in die Maschine ein. Gesellin Susanne Alt lässt ihre eigene Arbeit kurz liegen und nimmt am Maschinenauslauf zunächst das Werkstück entgegen. Nach einem prüfenden Blick hebt sie den Daumen und es geht los. Nach wenigen Minuten ist das komplette Los bekantet. Bei den jeweils letzten beiden Durchläufen der vierseitig zu bekantenden Teile schaltet Peter Pfaffinger per Touchscreen die Option Eckenrunden hinzu.

Susanne Alt fertigt ein Sideboard in Eiche. Die Türen sind mit überzufurnierenden Massivholzeinleimern zu versehen. Während Peter Pfaffinger die Holzleisten auf 21 x 6 mm aushobelt, richtet die Gesellin mit zwei Handgriffen an der Maschine das Leistenmagazin ein und wählt am Touchscreen das entsprechende Programm. Das Anfahren der Leisten haben die beiden in weniger als fünf Minuten erledigt. Die Überstände sind flächenbündig und sauber abgefräst.

Eine Dachmarke, drei Betriebe

In fünfter Generation führt Christian Deml unter der Dachmarke Deml Design die 1898 gegründete Schreinerei mit 17 Mitarbeitern. Zehn davon arbeiten in der Werkstatt. Weitere Gesellen sind willkommen. Ebenfalls unter Deml Design kümmern sich drei Innenarchitektinnen um Einrichtungslösungen und Raumplanungen. Drittes Standbein ist eine von seiner Frau Petra Deml geführte Goldschmiedewerkstatt.

Als der Austausch der Kantenanleimmaschine anstand, entschied sich Christian Deml für die Tempora F800, weil sie leicht zu bedienen ist, Rollenware und Leisten verarbeiten kann, die Option zum Wechsel auf PUR besteht und die Kantenqualität stimmt.

»Sie hält, was sie verspricht«

Christian Deml sagt: »Meine Belegschaft kommt mit der Maschine gut zurecht. Sie hält, was sie verspricht. Der Betrieb läuft rund. Unsere Kunden wissen die Qualität aus unserem Haus zu schätzen. Heute würde ich wieder die gleiche Maschine kaufen.«


dds-Redakteur Georg Molinski besuchte Christian Deml und traf auf einen Unternehmer der eine eigene Marke, mit Raumplanung und Schreinerei organisiert. Er weiß genau, was er von einer Kantenanleimmaschine erwartet.


Steckbrief

Anwender:
Möbelwerkstätte und Raumplanung Christian Deml
83229 Aschau im Chiemgau

www.demldesign.de

Maschine:
Format4
A 6060 Hall in Tirol
www.format-4.com

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