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Gar nicht zimperlich

Maschinen & Anlagen
Gar nicht zimperlich

Lackfilme von alten Böden herunterzuschleifen, erweist sich als mühsam und kostspielig. Jedes Schleifmittel setzt sich sofort zu. Gar nicht zimperlich fräst der Igel von Lägler bis zu 3 mm auf einen Schlag weg. Roland Schleif von Lägler weist den Weg zum perfekt geölten Boden.

Roland Schleif, Lägler

Auf einem geschüsselten Dielenboden aus weicher Fichte ist in vier einzelnen Schichten ein lösemittelhaltiger 2K-Lack aufgebracht. Ein Mitarbeiter des Bodenschleifmaschinenherstellers Lägler zeigt, wie sich der Lack rationell entfernen und der Boden sich mit einem Naturöl behandeln lässt. Hauptproblem ist die Lackschicht, weil sie jedes Schleifmittel sofort zusetzt. Deshalb hat sich der Mann für das Abfräsen der Lackschichten mit der Schleifmaschine »Hummel« und der Fräswalze »Igel« entschieden. Um das weiche Holz zu schonen, soll anschließend die »Trio« die weitere Bearbeitung übernehmen. Für den Randbereich ist die handliche »Flip« mit grobem Schleifmittel vorgesehen.
Vorbereitungen. Um die Walze nicht zu beschädigen, sind vor dem Abfräsen alle Nägel und Schrauben zu versenken. In nur wenigen Minuten ist die Hummel von der Schleifwalze auf die Fräswalze Igel umgerüstet.
Fräsen des Fußbodens. Nun schiebt der Maschinenführer die ausgeschaltete Maschine mit abgelassener Fräswalze über den Boden und stellt den Tiefenanschlag so ein, dass sich die Fräswalze so eben mit dreht. Dann fräst er in Rückwärtsbewegung zur Holzmaserung die Dielen ab. Die Spanabnahme kann bis zu 3 mm betragen, ohne dass sich die Fräswalze zusetzt. Auf der Fläche sind nach dem Fräsen und Absaugen nun fast keine Lackreste mehr zu erkennen.
Grobschliff des Randbereiches. Die Randschleifmaschine Flip ist mit einer groben Schleifscheibe bestückt. Mithilfe eines Meterstabs stellt sie der Fußbodenspezialist aggressiv für grobe Schleifarbeiten ein. Ein Testschliff bestätigt, dass die Schleifscheibe mit Körnung 24 den Randbereich vollständig vom Lack befreit, ohne zu viel Holz abzutragen. Da der Randbereich relativ klein ist und Körnung 24 große Kornzwischenräume hat, setzt sich das Schleifmittel kaum zu.
Schleifen der Fläche. Die Spuren der Fräswalze sind auf dem Fußboden deutlich zu sehen. Da das nun frei liegende Fichtenholz relativ weich ist, reicht die Trio mit Zirkonschleifmittel und grober Körnung, um Frässpuren und letzte Lackreste zu entfernen. Je nach Oberflächenbeschaffenheit und Tiefe der Frässpuren wird mit der Trio möglichst fein (z. B. mit Körnung 60) ein Testschliff durchgeführt. In unserem Projekt lassen sich die Frässpuren im Testschliff mit Körnung 40 erfolgreich entfernen. Mit der Trio wird nun die Fläche im ersten Schleifgang mit Körnung 40 geschliffen. Danach sind nur noch die Schleifspuren der Körnung 40 auf den Dielen zu sehen.
Schleifen von Rand und Ecken. Da der Rand mit Körnung 24 vom Lack befreit wurde, müssen jetzt mit der Flip und Körnung 60 die Spuren der groben Körnung entfernt werden. Ein flach eingestellter Schleifgang mit Körnung 100 folgt. Da geölt werden soll, wird zum Schluss mit Körnung 120 geschliffen. Jetzt wird die Flip auf den Eckenvorsatz umgerüstet. Durch dessen Aggressivität bei hohen Drehzahlen sind keine groben Körnungen notwendig. Mit den Körnungen 80 und 100 werden nun die Ecken geschliffen.
Feinbearbeitung nach PST. Die Feinbearbeitung mit der Trio nach »PST« (Premium-Schleif-Training von Lägler) ist ein Muss, wenn für den Fußboden ein anspruchsvolles Ergebnis erzielt werden soll. Deshalb wird ab Körnung 60 jede Korngröße geschliffen. Es folgen also zwei Schleifgänge mit der Trio und den Körnungen 80 sowie 100. Für das Ölen muss die Oberflächenstruktur etwas feiner sein als für das Lackieren. Daher folgen noch Schleifgänge mit der Trio Körnung 120 und Schleifgitter Körnung 120.
Ölen und Einpadden. Nach dem letzten Schleifgang mit der Trio und dem Schleifgitter mit Körnung 120 kann das Öl aufgetragen werden. Um den Ölverbrauch im Rahmen zu halten, wird das Öl aufgewalzt. So dringt nicht zu viel Öl in die Fugen ein. Auf ein gleichmäßiges Auftragen wird geachtet. Nach dem Aufwalzen wird das Öl mit der »Single« und einem beigen Pad in die Fläche eingearbeitet.
Nach dem Trocknen des Öls ist zu sehen, dass das Abfräsen der Lackschicht die richtige Wahl war. Die Schüsselungen sind entfernt. Der Fußboden ist jetzt eben. Es sind keinerlei Fehler zu erkennen und die Oberfläche erscheint im gewünschten seidenmatten Glanz.

Kontakt

Eugen Lägler GmbH 74363 Güglingen Tel.: (07135) 9890-0, Fax: -98 www.laegler.com
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