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Es macht Klick und es hält

Maschinen & Anlagen
Es macht Klick und es hält

Ein Tütchen mit Schrauben und Dübeln sowie dazu noch eine kaum lesbare Anleitung – für so manchen Endkunden bedeutet der Aufbau eines Mitnahmemöbels enormen Stress. Abhilfe schaffen ein schwedischer Fußbodenhersteller und ein deutscher Maschinenbauer.

Zu einem Mitnahmemöbel gehört eine Tüte mit Schrauben, Dübeln und Verbindern. Der Kunde ist gefordert, sich damit auseinanderzusetzen und anhand einer Anleitung und mithilfe von Handwerkzeugen das Möbelstück selbst zusammenzubauen.

Idee aus Schweden

Eine für den Endkunden viel leichtere Lösung haben der schwedische Fußbodenspezialist Välinge und der deutsche Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen Homag entwickelt: die Klickverbindung für Möbel »Threespine«. Bereits seit mehr als 20 Jahren erleichtern Klickverbindungen das Verlegen von Parkett- und Laminatböden. Sogar Endverbraucher auch ohne handwerkliche Ambitionen kommen damit zurecht. Auch ohne Hämmern, Klopfen und Schieben erzielen sie stets dichte Fugen.

Mit Threespine braucht der Kunde beim Möbelaufbau weder Schrauben noch Dübel oder Leim. Eine flexible, glasfaserverstärkte und in das Profil eingesteckte Kunststofffeder verriegelt die Verbindung. Beim Montieren biegt sich diese Feder nach innen, zum Beispiel, wenn eine Seitenwand hineingeschoben wird, um sie mit dem Boden zu verbinden. Erreicht die Seitenwand ihre Endposition, biegt sich die Feder zurück und die Verbindung steht. Das Möbelstück ist stabiler als mit herkömmlichen Verbindern.

Der größte Vorteil jedoch besteht im schnellen Ergebnis. Auch Laien können die Möbel problemlos zusammenbauen und sofort nutzen. Dabei sind sie bis zu zehnmal schneller als mit herkömmlichen Montagemethoden. Genauso unkompliziert wie das Aufbauen gestaltet sich die Demontage des Möbels, zum Beispiel bei einem Umzug. Dafür gleitet ein Demontageschlüssel in die innere Profilnut und löst so die Kunststofffeder und damit die Verbindung.

Fertigungstechnik aus Deutschland

Während die Idee für Threespine aus Schweden stammt, kommt die Fertigungstechnik aus Deutschland, von Homag. Das Unternehmen bietet Lösungen für ein breites Spektrum vom Massenproduzenten über den Familienbetrieb mit kleinen Serien bis zum Losgröße-1-Fertiger.

Wer die Produktion auf Threespine umstellt, muss in die Werkstücke zusätzlich Profile einfräsen und die Kunststofffedern einbringen. Dafür bietet Homag Lösungen mit unterschiedlichem Durchsatz und Automationsgrad. Neue ein- oder zweiseitige Kantenanleimmaschinen lassen sich mit den entsprechenden Aggregaten bestücken. So ist zum Beispiel der Doppelendprofiler »Tenonteq D-500« mit leistungsstarken Füge- und Nutfräsaggregaten sowie einem sogenannten Inserter bestückt, der die Kunststofffedern in die Nuten einbringt. Damit lassen sich Möbelteile wie Böden, Oberteile, Seiten- oder Rückwände profilieren und nuten, mit Ausklinkungen versehen sowie die Federn einbringen, die per Verriegeln für die hohe Stabilität sorgen. –GM


Steckbrief

Homag Group AG
72296 Schopfloch
Tel.: (07443) 13-0

www.homag.com

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