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Die Kante als Visitenkarte

Maschinen & Anlagen
Die Kante als Visitenkarte

Die Kante gilt als eine besondere Stärke von Herpich & Rudorf im oberfränkischen Regnitzlosau. Unter anderem fertigt die 18-Mann-Schreinerei Muster und Messeexponate für den Kantenbandhersteller Rehau. Neu im Programm ist die Laserkante.

Den Maschinenpark halten sie stets auf dem Stand der Technik. Damit fällt es Hans Walter Rudorf und seinem Sohn Christian leicht, ihre individuellen Innen- und Objekteinrichtungen wirtschaftlich und in hervorragender Qualität herzustellen. Sie führen den fast 200 Jahre alte Familienbetrieb Herpich & Rudorf in sechster und siebter Generation. Auf 12 000 Quadratmetern beschäftigt die Schreinrei 18 Mitarbeiter. Der Wirkungskreis reicht bis Berlin, Köln, München oder Stuttgart sowie ins Ausland. Bei den jüngsten Investitionen ging es immer um die Kante.

Nullfugen im Durchlauf
Für den Austausch des alten Ima-Bekanters gegen den neuen »Novimat« mit sowohl Schmelzkleber- als auch Laseraggregat gab es zwei Anlässe. Zum einen war die Vorgängermaschine in die Jahre gekommen, sodass die Kanten manuell nachzuarbeiten waren, zum anderen wollten Vater und Sohn mit der Nullfuge den Markterwartungen entsprechen.
Der Kantenbandhersteller Rehau im benachbarten Rehau lässt bei Herpich & Rudorf seine Messeexponate herstellen und neue Produkte testen. Auf der Suche nach einem geeigneten Aggregat für die Nullfuge fragten die Rudorfs ihren Kunden. Dieser empfahl ein Laseraggregat. Seit zwei Monaten ist die über den Ima-Werksvertreter Manfred Kreidl in Zell am Ebersberg bezogene Maschine in Betrieb. Das Dioden-Laseraggregat hat die Investitionssumme um rund 180 000 auf etwa 400 000 Euro erhöht.
Die Laserquelle ist außerhalb der Maschine untergebracht. Ein Lichtleiter führt den Strahl in die Maschine, wo eine Optik ihn auf die jeweilige Kantenbandbreite zwischen acht und 50 Millimetern fokussiert. Das Aggregat erlaubt eine Vorschubgeschwindigkeit von bis zu 20 Metern pro Minute.
Neben der großen Spanne für die Werkstückdicke war den Rudorfs eine hohe Flexibilität bei den Profilen wichtig. So entschieden sie sich für das hochpräzise, CNC-gesteuerte »KFA«-Aggregat zum Kopieren der Ecken. Es lässt sich mit einem Vierfach-Profilwerkzeug bestücken. Die Schreinerei wählte für ihr Programm eine 45°- und eine 20°-Fase sowie die Radien zwei und drei Millimeter. In den ersten zwei Monaten konnten die Rudorfs noch keine große Erfahrung bezüglich der Verfügbarkeit von Laserkanten, speziell bei kleinen Mengen sammeln. Sie vertrauen auf die Lieferbereitschaft von Herstellern wie Rehau oder Händlern wie Ostermann.
Formteilbekantung auf der CNC
Vor zwei Jahren tauschten die Rudorfs außerdem ihr noch recht junges Bearbeitungszentrum gegen die »Bima 400 V« aus. Das entscheidende Motiv war das Schmelzkleber-Bekantungsaggregat für Formteile. Kurvige Formen waren angesagt und mit dem am Galgen hängenden Handgerät ließ sich das gestiegene Volumen nicht mehr wirtschaftlich bewältigen. Außerdem wussten Vater und Sohn die stets gleich hohe Bearbeitungsqualität der CNC-Maschine zu schätzen. Gleichzeitig konnten sie das Manko des mit 4,10 Metern zu kurzen Maschinentisches eliminieren. Die Bearbeitungslänge von über sechs Metern erlaubt jetzt bei nahezu allen Werkstücken eine Wechselbeschickung, sodass sich unnötige Stillstandszeiten vermeiden lassen.
Nacharbeit entfällt
Christian Rudorf sagt: »Unsere Kunden schätzen die Nullfuge als echten Mehrwert. Wenn eine passende Laserkante zu haben ist, setzen wir sie ein. Die höheren Materialkosten holen wir durch das Einsparen der manuellen Nacharbeit wieder rein. Weiterhin planen wir, unsere Schreinerkollegen mit bekanteten Zuschnitten zu beliefern« GM
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