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Beschleunigte Lacktrocknung

Beschleunigte Lacktrocknung
Da stockt nichts mehr

Immer wieder mal muss der Ladenbauer und Hoteleinrichter Tenbrink größere Mengen an Möbelteilen lackieren. Bis 2014 bremsten dann Unmengen an geliehenen Hordenwagen den Betrieb aus. Betriebsleiter Norbert Kuschel löste diese Bremse.

Es eilt! Morgen früh bricht der Montagetrupp auf und stellt die soeben für ein Hotel gefertigten Schränke und Einrichtungen auf. Alles liegt auf der Laderampe bereit, bis auf 50 vor Ort zu montierenden Möbelteile, die von der Rück- und der Vorderseite noch das zweite Mal mit DD-Lack zu lackieren sind. Jetzt ist neun Uhr, und der Lackierer spritzt bereits die Rückseite des letzten Teils und legt es in den Hordenwagen. Den gefüllten Wagen zieht er in den durch Schiebetüren abgetrennten Trockenraum. Insgesamt vier Hordenwagen füllen die effektiv nutzbare Trockenfläche von 4 x 6 m aus. Die Wagen stehen längsseitig parallel zueinander und zu den großen Spiegeln an der rechten und linken Wand. Vor dem linken Spiegel sind sechs rot leuchtende Halogenlampen montiert. Die Spiegel lassen das Halogenlicht durch die Hordenwagen hindurch immer wieder hin- und zurückleuchten. Regelmäßig angeordnete Dellen in den Spiegeln zerstreuen das Licht, sodass es auch auf Werkstückbereiche trifft, die eigentlich im Schatten liegen.

Um 9:15 Uhr steht der erste Hordenwagen bereits zwei Stunden im Trocknerraum. Der Lackierer fährt diesen in die Spritzkabine, lackiert die Vorderseiten und bringt ihn zurück in den Trockenraum. Bis zur Mittagspause sind alle Teile lackiert und bis zum Feierabend verpackt und zur Laderampe gebracht.

Viele Teile, wenige Hordenwagen

Die Tenbrink-Gruppe beschäftigt 160 Mitarbeiter, plant, entwickelt und produziert als Generalunternehmen Projekte für Hotel- und Ladeneinrichtungen. Mit dem 3D-CAD/CAM-System TopSolid Wood und CNC-Maschinen arbeitet das Unternehmen effizient und vertikal vernetzt.

Im Jahr 2014 wollte der Betriebsleiter und Prokurist Norbert Kuschel bei einem großen Lackierauftrag sich nicht schon wieder bei allen Tischlern aus der Umgebung Hordenwagen ausleihen. Er erinnerte sich an den Beitrag »Schnell, schneller, Halogen« von Horst Kastner in dds 1, 2011, Seite 58, der die Halogen-Lacktrockner der Firma Ott in Unterwössen vorstellte. Bei der Recherche stieß Norbert Kuschel auf das Nachfolgeunternehmen Gropper, das dann wenig später den Lacktrockner installiert hat. Auch wenn der Trockner nur gelegentlich läuft, möchte er ihn nicht mehr missen: »Normalerweise teilen wir uns die Arbeit so ein, dass der Lack über Nacht trocknen kann. Bei erhöhtem Durchsatz oder bei Eilaufträgen schalten wir den 11-KW-Trockner ein. Dieser eignet sich für alle Lacke, egal ob wasser- oder lösemittelbasiert. Nach spätestens zwei Stunden können wir schleifen, weitervearbeiten oder verpacken. Der Lack trocknet von innen nach außen, sodass keine Apfelsinenhaut entstehen kann. Die Oberflächen sind stets hervorragend. Der Bediener muss den Trockner lediglich einschalten.«

Der Halogentrockner ließ sich unkompliziert in den vorhandenen Trockenraum einbauen
Zeichnung: Tenbrink

dds-Redakteur Georg Molinski besuchte Tenbrink im Münsterland. Er fand einen geschickt organisierten und hoch automatisierten Betrieb vor – und einen Betriebsleiter mit einem Sinn für das Ganze und das Detail.


Steckbrief

Anwender: Tenbrink Ladeneinrichtungen GmbH
48703 Stadtlohn, www.tenbrink.de

Halogentrockner: Gropper GmbH 83246 Unterwössen
www.halogen-trocknung.de

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