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Leichtbaupionier

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Leichtbaupionier

Leichtbaupionier
Mit Einführung der Papierwabenplatte in die Holzhandelssortimente entschied Möbelteileproduzent Oliver Hunger nicht nur in eine neue Technologie einzusteigen, sondern sich an ihrer Entwicklung zu beteiligen.

Seit wann befassen Sie sich mit dem Thema Leichtbau?

2006 stand die Anschaffung einer Format- und Kantenbearbeitungsstraße an. Gleichzeitig erfuhr ich von meinem Plattenlieferanten Egger, dass er eine Wabenplatte entwickelt. Ich sprang sofort auf den Zug auf und beschloss, die Maschinenstraße für normale und für Wabenplatten auszulegen.
Wie sah denn die Entwicklungspartnerschaft mit Ima aus?
Ich fragte meinen Maschinenlieferanten Ima nach der Möglichkeit, so eine Platte wie jede andere, das heißt riegellos, zu verarbeiten. Daraus entwickelte sich eine intensive Partnerschaft, der sich dann immer mehr Firmen anschlossen. Dazu gehört wie z. B. der Kantenhersteller Rehau, der die Stützkante entwickelte, oder der Beschlaghersteller Hettich, der den Klebedübel einbrachte. All diese Entwicklungen haben wir bei bei uns unter realen Produktionsbedingungen ausgetestet.
Wann war die Anlage denn fertig?
Sie läuft seit Anfang 2007 und hält was sie verspricht. Unsere eierlegende Wollmilchsau ist mit zahlreichen Erfindungen ausgestattet, die es vorher noch nicht gab. Bisher ist es die einzige Ima-Maschine für 100 mm dicke Platten.
Welchen Umsatzanteil erzielen Sie mit dem Leichtbau?
Bis jetzt haben wir etwa 15 bis 20 Prozent erreicht. Das Produkt fand die wesentliche Resonanz nicht in der Möbelindustrie, sondern bei den Laden-, Messe- und Objektausbauern.
Wie breit ist das Dickenspektrum?
Es reicht ebenso wie das Egger-Eurolight-Programm von 15 bis 100 mm. Bei den aktuellen Plattenpreisen rechnet sich unsere Leichtgewichte rein kostenmäßig ab 38 mm Dicke. Oft ist aber nicht der Preis entscheidend, sondern das Handling, der Transport und die Logistik, die Funktion und nicht zuletzt auch das Design.
Wie groß ist ein durchschnittlicher Leichtbauauftrag?
Das hängt davon ab, welche Materialmengen ich selbst ordern muss. Letztlich fahre ich jedoch auf meiner Anlage Stückzahl eins. Ich beliefere z. B. Möbellackierer im 24-Stunden-Rhythmus mit 10 bis 20 Teilen in Losgröße 1.
Wie läuft bei Ihnen ein Auftrag ab?
Wir vertreiben direkt. Zunächst erhalten wir eine Anfrage, erstellen ein Angebot und fertigen nach Auftragserteilung.
Wie ist die Wettbewerbssituation?
Im Leichtbau gibt es bis jetzt fast keine Wettbewerber. Ehrlich gesagt, würde ich mich über jeden weiteren Mitstreiter freuen, weil das den Markt den Leichtbau insgesamt voranbrächte.
Das Interview führte dds-Redakteur
Georg Molinski
»Als ich von der Entwicklung der Leichtbauplatte erfuhr, stand für mich fest, dass ich auf diesen Zug aufspringe.«
Oliver Hunger
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