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Anwender: Trinatura Schlafsysteme CH 6018 Buttisholz Tel.: +41 (41) 928-1424, www.trinatura.ch

Maschinen: Otto Martin Maschinenbau GmbH & Co. KG, 7724 Ottobeuren Tel.: (08332) 911-0, www.martin.infoo
  • Maschinenhändler: Eigenmann AG CH 9615 Dietfurt, Tel: +41 (71) 9828888
  • www.eigenmannag.ch

  • Spaß als Treibstoff
    Die komplette Aufgabe oder nur einzelne Bearbeitungsmaße zehntelgenau am Touchscreen eingeben, schieben – passt! Mit guten Maschinen macht die Arbeit Spaß. Damit motiviert Bettsystemhersteller Trinatura seine Mitarbeiter.
    Reto Bucher ruft am Touchscreen der Formatkreissäge das Programm für die Tischbeine unter der abgeschrägten Tischplatte auf. Der Inhaber und Geschäftsführer des Schweizer Schlafsystemspezialisten Trinatura in Buttisholz bei Luzern erledigt für dds die Aufgaben, um die sich sonst meistens seine Mitarbeiter kümmern. Die Sägeblattneigung, 8,6° nach links, und die Schnitthöhe, 73,2 Millimeter, stellen sich von selbst ein. Zehntelgenaue Digitalanzeigen erleichtern die Feinjustierung. Die Winkeleinstellung des Parallelogrammtisches, +9,6°, sowie die Einstellung des Längenanschlags nimmt er manuell nach Bildschirmansage vor. Mithilfe eines abgeschrägten Anlegeholzes legt er das Tischbein um 45° um seine Längsachse gedreht auf und führt den ersten Schnitt aus. Jetzt verstellt er den Winkel am Parallelogrammtisch von +9,6° auf –9,6°, dreht das Tischbein auf die gegenüberliegende Längskante und führt einen zweiten Schnitt aus. Die obere Stirnfläche ist diagonal in zwei leicht nach innen herabfallende Flächen geteilt. Gegen die Werkstücklängsachse ist dieser Grat um vielleicht 10° geneigt. Dieses Schnittflächenpaar passt exakt unter die beiden Schrägen an den Tischplattenecken. Hier verschraubt Trinatura Beine und Platte mit den unsichtbaren »Invis«-Verbindern von Lamello.
    »Mit unserer alten Säge brauchten wir für jeden der beiden Schnitte eine eigene Schablone, die das Werkstück nicht nur um 45° um die Längsachse dreht, sondern auch auf der linken Seite um gut zehn Zentimeter anhebt. Mit der T75 PreX von Martin ist das jetzt viel leichter, weil sich das Sägeblatt auch nach links schwenken lässt«, sagt Reto Bucher. Nur einmal stellten seine Mitarbeiter die Maschine anhand der Winkel aus der Konstruktionszeichnung konventionell ein. Dabei führten sie Probeschnitte aus und korrigierten die Winkel und Schnitthöhe bis alles perfekt passte. Mit einem Knopfdruck konnten sie dann per Teach-in die Einstellung beispielsweise unter dem Namen »Tischbein« abspeichern.
    Teach-in für komplexe Aufgaben
    Früher mussten wir uns immer, wenn wir so einen Tisch gebaut haben, mühselig an die Einstellungen herantasten. Jetzt machen wir das mit drei Handgriffen«, sagt Bucher. »Die Arbeitszeit ist vor allem für uns in der Schweiz das teuerste Gut. Wir stellen uns aber nicht in die Werkshalle und treiben unsere Leute an, das wäre kontraproduktiv. Lieber sorgen wir dafür, dass ihnen die Arbeit Spaß macht und mit guten Maschinen leicht von der Hand geht«.
    Vor 17 Jahren gründeten Reto und seine Frau Marlene Bucher das Unternehmen. Beide führen das Geschäft. Zuvor war er als angestellter Schreiner für den Bettenverkauf zuständig. Dabei ist ihm die Idee gekommen, die Latten des Rostes in kürzere Lamellen aufzuteilen und auf Latexstreifen verschiedener Härten aufzulegen. So lässt sich das Bett besser an den individuellen Benutzer anpassen. Reto Bucher ließ das System patentieren und machte sich selbstständig. Trinatura gehört inzwischen zu den bedeutenden Schlafsystemherstellern im gehobenen Segment, beschäftigt acht Mitarbeiter und externe Nähereien. Außerdem stellen Trinatura und einige Vertriebspartner auch die Bettgestelle, Nachttische und weitere Möbel in Massivholz her. Das Gros dieser Möbel entsteht nicht in Serien, sondern als individuelle Einzelanfertigungen. Der Vertrieb erfolgt direkt oder über Partner im Handel oder Handwerk. Neuerdings ist auch ein kleines, abgespecktes Programm bei einem großen Schweizer Möbelhaus gelistet. In Deutschland sind noch Trinatura-Partner gesucht.
    Einfach und programmierbar
    Zur Gründung war das Kapital knapp und so begnügte sich das Unternehmen zunächst mit soliden, aber dennoch bescheidenen Maschinen ohne elektronische Unterstützung. Im Jahr 2010 fiel dann die Entscheidung, die Maschinen nach und nach zu erneuern. Leise, robust, präzise und für komplexere Aufgaben programmierbar sollten sie sein. Dennoch sollte auch ein computerunerfahrener Seniorschreiner damit zurechtkommen. Die Buchers entschieden sich für das Programm von Martin, weil sich diese Maschinen tatsächlich mit und ohne Computerunterstützung bedienen lassen. Zunächst kauften sie beim Schweizer Maschinenhändler Eigenmann in Dietfurt die Abrichte »T54« und die Dickte »T45«.
    Im Mai 2010 bestellten sie die Formatkreissäge »T74«. Kurz danach lasen sie im dds über das neue Modell P75 PreX mit beidseitig schwenkbarem Sägeblatt und einer Schnitthöhe von über 200 Millimetern (dds 06/2010, Seite 28). Am Touchscreen kann der Anwender bei Schifterschnitten die Werkstückbreite und -dicke eingeben und wählen, für welche Werkstückkante er das Maß vorgeben möchte. Die Maschine verrechnet alle Längenänderungen, die sich durch das Neigen des Sägeblattes oder das Schrägstellen des Parallelogrammtisches ergeben, automatisch. Nach der Lektüre wollte die Schreinerei die Bestellung der T74 stornieren und das neue Modell ordern. Trinatura, Eigenmann und Martin fanden eine Einigung.
    Gleichzeitig mit der Formatkreissäge bestellte die Schreinerei die Tischfräse »T27«, die ebenfalls mit Touchscreen ausgestattet ist und alle relevanten Einstellungen über CNC-Achsen vollautomatisch vornimmt.
    »Damit kommt jeder zurecht«
    »Mit der Formatkreissäge und der Tischfräse arbeiten wir oft ganz normal ohne besondere Computerunterstützung. Damit kommt hier jeder gut zurecht. Wir wissen jedoch die Intelligenz der Maschinensteuerung nicht nur bei komplizierten Aufgaben zu schätzen und sparen so wertvolle Arbeitszeit«, resümiert Reto Bucher. »Darüber hinaus erweisen sich die Maschinen als robust, leise und präzise«. GM
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