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Höher einsteigen, langfristig sparen

Technik
Höher einsteigen, langfristig sparen

Lohnt sich für den Anwender die Investition in hoch- wertige DP-Werkzeuge? Thomas Ruprecht von der Prewi Schneidwerkzeuge GmbH gibt Entscheidungshilfen an die Hand.

Thomas Ruprecht, Produktmanager Prewi Schneidwerkzeuge GmbH, Herford

Was passiert, wenn man einen Crash fährt? Geht die Leistung nach dem mehrmaligen Nachschärfen in den Keller? Markenprodukt vom renommierten Hersteller oder billiges Plagiat? Diese oder ähnliche Fragen hat sich wohl schon jeder einmal gestellt, der sich mit der Beschaffung von DP-Werkzeugen (»Dia-Werkzeug« = mit polykristallinem Schneidstoff bestücktes Werkzeug) auseinander gesetzt hat. Ich möchte hier versuchen, jedem Unschlüssigen ein paar Entscheidungshilfen an die Hand zu geben.
Ein sog. »vollbestücktes« Werkzeug (5 mm Bestückungshöhe der DP-Schneiden) lässt sich acht bis 12 Mal nachschärfen. Ein magerbestücktes Werkzeug hingegen in aller Regel nur zwei bis drei Mal. Die Anzahl der möglichen Nachschärfungen ist neben der Bestückungshöhe maßgeblich vom Grad der Abstumpfung abhängig.
Schärfzeitpunkt entscheidend
Von »stumpf« spricht man bei DP-Schneiden, wenn der Radius an der Schneide durch Verschleiß größer als ca. 0,3 mm wird. Setzt man das Werkzeug trotzdem noch länger ein, kommt es zwangsläufig durch den erhöhten Druck auf die Schneide zu Ausbrüchen, welche beim Nachschärfen durch einen erhöhten Abtrag von bis zu 0,8 mm entfernt werden müssen. In diesem Moment hat man ca. zwei Standzeiten verschenkt. Ein magerbestücktes Werkzeug wird hier sehr schnell zum Einwegwerkzeug.
Trotz des sachgemäßen Einsatzes und aller Sorgfalt kann es passieren, dass Schneiden zerstört werden. Sei es durch Fremdstoffe im zu bearbeitenden Material, einen Sauger oder Anschlag, der auf »unerklärliche« Weise im Weg ist oder schlicht durch Unachtsamkeit. Aufgrund der kleinen Sitzfläche der Schneiden im Grundkörper ist bei magerbestückten Werkzeugen eine Reparatur meist nicht wirtschaftlich. Bei vollbestückten Werkzeugen kann sich eine Reparatur aber durchaus lohnen, da der Grundkörper eine größere Sitzfläche für die Schneide aufweist. Nach einer sachgemäß durchgeführten Reparatur hat man keinen Qualitätsverlust bei den noch zu erwartenden Standzeiten.
Nacharbeiten des Spanraumes
Bauartbedingt kann es sinnvoll sein, bei einem vollbestückten Werkzeug den Grundkörper im Rahmen des Nachschärfens über das normale Freischleifen hinaus nacharbeiten zu lassen. Bei DP-Sägen zum Beispiel lässt sich durch zusätzliches Nachsetzen des Spanraumes die Geometrie einer neuen DP-Säge wieder exakt herstellen. Infolgedessen kann man auch wieder eine dementsprechende Standzeit erwarten, das heißt, der nächste Werkzeugwechsel ist kalkulierbar.
Bei einem DP-Oberfräser ist es in aller Regel nicht wirtschaftlich, den erhöhten Aufwand für das Nachsetzen der Spanräume zu betreiben, hier steht der Mehrpreis dafür in keinem Verhältnis.
Setzt man die Neukosten in Verbindung mit den zu erwartenden Schärfkosten ins Verhältnis zu der somit zu kalkulierenden Gesamtlaufleistung des Werkzeuges, ist es relativ schnell nachzuvollziehen, dass sich ein höherer Einstiegspreis auf Dauer rechnet.
Auch vor dem Hintergrund der Ressourcenschonung sind vollbestückte Werkzeuge vorzuziehen, sind ihre Grundkörper doch prinzipiell identisch mit denen magerbestückter Werkzeuge, haben aber eine wesentlich höhere Lebensdauer, bevor sie recycelt werden.
DP-Werkzeuge allgemein können ihren wirtschaftlichen Vorteil nur dann voll ausspielen, wenn sie gewissen, sehr anspruchsvollen Qualitätskriterien entsprechen. Wesentliche Punkte sind die Rundlaufgenauigkeit und die Wuchtgüte. Das Fundament wird schon beim präzisen Fertigen des Grundkörpers gelegt, permanente Qualitätskontrollen sind hier unabdingbar.
Eine Unwucht, die konstruktiv, also durch die Schneidenanordnung bedingt ist, muss man schon bei der Herstellung des Grundkörpers durch konstruktive Gegenmaßnahmen kompensieren.
Schlecht gearbeitete, nicht ausreichend gegen Korrosion geschützte Bohrungen, Anlageflächen, Kegel und Schäfte bringen zwangsläufig Rundlauftoleranzen mit sich. Unterlassenes oder mangelhaftes Wuchten der Werkzeuge tun ein Übriges. Die Wahl des richtigen Spannmittels hat direkten Einfluss auf die Standzeit des Werkzeuges. Ihr kompetenter Werkzeugpartner wird Sie hier sicher gut beraten können und Ihnen die beste Lösung anbieten.

Service VDMA-Schriftenreihe »Werkzeuge«
Der vorliegende Beitrag zählt zur Schriftenreihe »Wertigkeit von Werkzeugen« des VDMA Holzbearbeitungsmaschinen. Hier erläutern Experten der Werkzeughersteller AKE, ISO, Leitz, Leuco und Prewi, wie man hochwertige Werkzeuge von minderwertigen Produkten unterscheidet. Download der Schriftenreihe: www.dds-online.de oder www.dds-online.de.
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