Technik

Erdgas oder Diesel

Seinen Kastenwagen Combo bietet Opel in einer Erdgas-betriebenen Version an. Dieter Rolfes hat ihn mit der entsprechenden Diesel-Variante verglichen.

Den Opel »Combo« gibt es in einfacher Ausführung mit fünf Türen, großen Fenstern und mehrfunktionaler Einrichtung bereits ab 12250 Euro. In der umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Version mit Erdgasantrieb kostet er brutto 22000 Euro.

Wir stellten für dds der Dieselvariante (1,7 Liter, 100 PS) einen Erdgasgetriebenen Combo gegenüber. Der ist in der Anschaffung gut 2000 Euro teurer und liegt im Verbrauch nach Norm 0,3 Liter unter dem Dieselmodell. Dabei ist natürlich der Preisunterschied der Treibstoffe zu berücksichtigen: Zur Testzeit im Juli 2007 war ein Liter Diesel mit 1,22 Cent genau doppelt so teuer wie ein Kilo Erdgas.
Seine 19 Liter (kg) Hochdruck-Erdgas tragen den Combo rund 500 km weit. Ist keine Tankstelle in Sicht, kann das Auto dank eines zusätzlichen 14-Liter-Benzintankes immer noch fast 250 km weiterfahren. Empfehlen die Hersteller, also auch Opel, das Erdgas (fast 700 CNG-Tankstellen bundesweit) als alternativen Treibstoff, gibt es noch das Flüssiggas mit rund 1200 Tankstellen.
Die grundsätzlichen Investitionen in Erdgasfahrzeuge sind deswegen höher, weil das Gas unter Druck steht. Demzufolge müssen Tank, Leitungen, Ventile und Steuerungen stärker ausgebildet sein. Dafür soll der Wirkungsgrad von Erdgas etwas höher sein, meinen Experten. Andere: »Je näher eine Tankstelle an meinem Wohnort oder an meiner Arbeitstelle, um so einfacher ist meine Entscheidung, ob ich Erd- oder Flüssiggas nehme. Beide sind billig (rund 60 Cent pro Kilo), bei beiden ist der Preis bzw. der Staatszuschuss bis 2018 garantiert, sofern man dem Staat glaubt«.
Im dds-Test: der Combo-„Tour“ mit Erdgasantrieb, Klimaanlage und handwerker-freundlicher Einrichtung. Schon sein Auftritt gefällt durch die gelungenen Proportionen. Dann, weil erstrangig Nutzfahrzeug, der große Innenraum des 1900 kg schweren Fahrzeugs. Die Schiebetüren hinter den B-Säulen sind stabil und groß. Also ist der Combo sogar prädestiniert, auch von der Seite beladen zu werden, wenn, wie üblich, in den Innenstädten wieder jeder Quadratdezimeter Parkplatz zugeparkt und eine Be- oder Entladung von hinten nicht möglich ist.
Der Innenraum ist nicht üppig, aber schon PKW-ähnlich. Für das Geld kann wohl kaum mehr verlangt werden für einen sparsamen und vor allem bewährten und robusten Mobilitätsbegleiter.
Zum Erdgasantrieb: Seine unterflur angebrachten Tanks liegen vor und hinter der Hinterachse, also am sichersten Ort des Fahrzeugs. Soll und will heißen: Der Combo ist kein Rennwagen, jedoch ein praktischer und zuverlässiger Partner. Deswegen ist auch der Combo ein leichtes Nutzfahrzeug geblieben. Allerdings, wie erwähnt, mit deutlichen Ambitionen eines Pkw oder Pkw-Kombi. Und sein Gasbetrieb spart richtig Geld. Wenn auch die Investition (am besten direkt ab Werk bestellen) höher ist als bei den reinen Benzin- oder Dieselversionen, rechnet sie sich nach gut zwei Jahren – und dann richtig.
Resümee: ein sehr praktisches, robustes und zuverlässiges Fahrzeug mit leichtem Transportercharakter. Wie prädestiniert für die gewerbliche Nutzung als Servicemobil oder Montagewagen. Aus der einstigen blechernen Werkzeugkiste ist ein modern eingerichteter, wendiger und sparsamer Mannschafts- und Materialtransporter geworden.
Dieter Rolfes

Kompakt
Opel Combo
Abmessungen: Länge 4,32 m, Breite 1,68 m, Höhe 1,80 m Motor : 1,6 l, 69 kW (Erdgas/Benziner); 1,7 l, 74 kW (Diesel) Verbrauch: 4,9 l Benzin/100 km, 4,9 kg Gas/100 km, 5,2 l Diesel/100 km Laderaumlänge: 1,02 m am Boden, 1,64 m bei umgeklappter Rückbank Ladevolumen: 2695 l Anhängelast (gebremst): bis 1200 kg

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