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Recruiting im Handwerk setzt verstärkt auf Socialmedia

Digitale Wege beim Recruiting im Handwerk
Mitarbeitergewinnung mit Facebook und Co.

Recruiting (Mitarbeitergewinnung) kostet viel und strapaziert die Nerven. Stimmt nicht, ist Usman Ahmad überzeugt. Mit Social-Recruiting sei es einfach, passende Bewerber zu finden.

Menschen auf Jobsuche werden bei ihrer Entscheidung, ob sie sich bei einem Betrieb bewerben, von zwei entscheidenden Fragen gelenkt:

  • Welche Fachbetriebe kenne ich? Diese Ausgangslage gab es schon immer. Bekannte Betriebe hatten es also leichter, neues Personal zu gewinnen.
  • Erfüllt der Fachbetrieb meine persönlichen Anforderungen an »meinen« Arbeitgeber? Dieser Aspekt ist vergleichsweise neu und lässt sich mit einer einfachen Stellenanzeige kaum bedienen.

»Die klassische Mitarbeitergewinnung wird durch Social Recruiting abgelöst,« ist sich Usman Ahmad von Edua Consulting sicher. Vor allem Handwerksbetriebe setzen häufig nur bei der ersten Frage an. Sie suchen auf dem klassischen Weg mit Stellenanzeigen in regionalen Zeitungen oder auf Jobportalen und werben dort mit ihrem guten Namen um Mitarbeiter. Hier sieht Ahmad zwei Probleme: Sich aus der Anzeigenflut abzuheben, ist kaum möglich. Außerdem erreicht die Anzeige nur Menschen, die aktiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind.

Ansprechen schon vor der Bewerbung

Social Recruiting hingegen ist eine moderne Form der Mitarbeitergewinnung. Hierbei werden Mitarbeiter mithilfe der sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Co. angeworben. Im Vergleich zum klassischen Recruiting bietet dieses Vorgehen einige Vorteile, so Usman Ahmad.

  • Social Recruiting spart Geld: Durch die zielgruppengenaue Ausrichtung einer Social-Recruiting-Kampagne werden mit einem vergleichsweise geringen Budget viele potenzielle Bewerber erreicht.
  • Potenzielle Bewerber werden dort angesprochen, wo sie tagtäglich aktiv und »unterwegs« sind: Im Durchschnitt verbringt ein Mensch jeden Tag 138 Minuten in den sozialen Medien (Statista.de, Stand November 2021).
  • Der Handwerksbetrieb tritt aus der Vergleichbarkeit mit seinen Mitbewerbern heraus und kann sich beispielsweise durch Einblicke in den Arbeitsalltag authentisch präsentieren. Potenzielle Bewerber erhalten so eine Antwort auf ihre zweite Frage und können einschätzen, ob sie zu diesem Unternehmen passen.
  • Schon heute die Bewerber von morgen erreichen: Mit Social Recruiting können potenzielle Fachkräfte schon dann vom eigenen Betrieb überzeugt werden, wenn sie noch gar nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit sind.

Social Recruiting selbst umsetzen

Usman Ahmad hat aus seinen Erfahrungen im Recruiting fünf einfache Tipps zur Umsetzung im Handwerk herausgearbeitet:

  • Präsentieren Sie Ihre Arbeitgeber-DNA: Wer sind Sie? Und was macht das Arbeiten bei Ihnen besonders? Präsentieren Sie sich in den sozialen Medien authentisch und ehrlich.
  • Schaffen Sie Vertrauen: Egal wie oft Sie betonen, wie gut das Teamwork bei Ihnen ist – vertrauenswürdig wird diese Aussage erst, wenn das eigene Team dies bestätigt. Lassen Sie deshalb Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Ihren Social-Media-Kanälen mit eigenen, kurzen Statements zu Wort kommen.
  • Benennen Sie die vakante Stelle konkret: »Wir suchen Mitarbeiter« – dieser Titel spricht alle und niemanden an. Werden Sie stattdessen konkret: »Wir suchen einen Tischler/Schreiner (m/w/d) für die Küchenmontage«.
  • Vergessen Sie das Taggen nicht: Die sozialen Medien leben von der Verschlagwortung durch Hashtags. #schreiner oder #tischler mögen innerhalb der Branche beliebt sein. Doch um Menschen zu erreichen, die (noch) nicht auf Jobsuche sind, können auch Hashtags wie #frankfurt (regional für Ihre Stadt) die Zielgruppe ansprechen.
  • Bewerben Sie Ihre Anzeige: Mit Ihren Posts erreichen Sie oft nur Menschen, die Ihnen ohnehin folgen. Nutzen Sie den Anzeigenmanager, um mit einem kleinen Budget eine größere Reichweite auf Facebook und Instagram zu erzielen.

Eine Erfolgsgeschichte

Erfolgreiche Mitarbeitergewinnung mit Social Recruiting beschreibt Berater Ahmad an einem Fallbeispiel aus dem Tischlerhandwerk: »Klassische Stellenausschreibungen – diesen Weg ist bisher auch unser Kunde Eric Schneider von der Laden- und Innenausbau Lorenz Schneider GmbH & Co. KG aus Poxdorf gegangen. Das Unternehmen war auf der Suche nach einer effizienten und skalierbaren Lösung, um qualifizierte, motivierte Mitarbeiter zu gewinnen. Wir haben eine maßgeschneiderte Recruiting-Kampagne in den sozialen Netzwerken erstellt und die Bewerber mittels eines Telefongesprächs vorqualifiziert. Das Ergebnis: In nur drei Monaten hat das Unternehmen mit unserer Hilfe 14 qualifizierte Bewerbungen generiert und schließlich zwei Mitarbeiter fest eingestellt.«


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