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Excel machts möglich

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Excel machts möglich

In der vorhergehenden dds-Ausgabe hat Daniel Wagner beschrieben, wie man Stücklistendaten aus Excel exportiert, damit sie von Zuschnittoptimierungen gelesen werden können. In diesem Beitrag wird der ganze Vorgang nun noch automatisiert.

Wenn Sie das Excel-VBA-Programm wie im vorigen Beitrag (dds 8/2011, S. 52 bis 55) beschrieben, erstellt haben, müssten Sie jetzt eigentlich Ihre Zuschnittoptimierung öffnen, eine Importdefinition für unsere Exportdatei erstellen und die Exportdatei in die Zuschnittoptimierung importieren. Anschließend optimieren, die Ergebnisse evtl. ausdrucken und zur Plattensäge schicken.

Bei den meisten Betrieben läuft dieser Vorgang manuell ab, sprich: Der Anwender muss sich selbst darum kümmern. Nun bieten einige Zuschnittoptimierungen allerdings die Möglichkeit, den gesamten Prozess im Hintergrund ablaufen zu lassen. Dies soll an der Zuschnittoptimierung Schnitt Profi(t) von Holzma demonstriert werden.
Vorarbeiten in Schnitt-Profi(t)
Ich möchte mich bereits jetzt bei allen anderen Anbietern von Zuschnittoptimierungen entschuldigen, die diese Möglichkeiten ebenfalls anbieten. Wenn ich in meinem Beispiel Schnitt-Profi(t) gewählt habe, dann einzig und allein deswegen, weil in Verbindung mit diesem Programm die meiste Erfahrung besteht. Getestet wurde das Ganze mit der Schnitt-Profi(t)-Version V8.21.
Von Seiten Schnitt-Profi(t)‘s müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, um die Automatisierung zu ermöglichen.
  • 1. In Schnitt-Profi(t) muss eine Importdefinition angelegt werden. Im Menü zu finden unter Parameter > Importparameter > Teile. Für dieses Beispiel habe ich der Importdefinition den Namen »dds-Test« gegeben (siehe Abb.).
  • 2. Die Platten, die Sie in der Exceltabelle verwenden, müssen in der Schnitt-Profi(t)-Plattenbibliothek vorhanden sein bzw. angelegt werden.
  • 3. Die Exportdatei, die Sie mit Hilfe unseres Makros erzeugen, muss zwingend in das Importverzeichnis Ihres SchnittProfi(t)-Anwenderverzeichnisses gespeichert werden. Schnitt-Profi(t) sucht nur dort nach unserer erstellten Datei. Diese Einstellung können Sie in SchnittProfi(t) unter Parameter > Systemparameter festlegen (Einstellung »Pfad für Importdaten«).
  • 4. Unter www.dds-online.de können Sie die Batchdatei »Automation.bat« herunterladen, die Sie bitte in Ihr Schnitt-Profi(t)-Anwenderverzeichnis kopieren. Diese Batchdatei ist sozusagen das Herzstück der Automatisierung. Hier können Sie definieren, welche Aktionen wie ausgeführt werden sollen.
  • 5. Unser Programm muss an einer Stelle angepasst werden: In Zeile 130 (vgl. dds 8/2011, S. 54, Abb. 9) muss der Eintrag »Exit Sub« gelöscht werden (nicht Zeile 139 löschen, in der ebenfalls Exit Sub steht!). Alternativ können Sie die Zeile auskommentieren, indem Sie ganz am Anfang der Zeile ein Apostroph setzen. Das bedeutet, die komplette Zeile wird nicht mehr verarbeitet, wenn das Programm abläuft.
  • 6. Für den Automatisierungsvorgang muss selbstverständlich eine gültige Schnitt-Profi(t)-Lizenz auf dem Rechner verfügbar sein.
Ändrungen am Programm
Dadurch, dass wir die Zeile 130 auskommentiert bzw. gelöscht haben erreicht unser Programm nun auch die Zeile 137, in der die Funktion »StarteBatchlauf« aufgerufen wird. Der Funktion müssen zwei Parameter übergeben werden: Zum einen der Name der zuvor erzeugten Exportdatei und zum anderen der Pfad zu Ihrem Schnitt-Profi(t)-Anwenderverzeichnis, in dem sich nun die Datei Automation.bat befindet (vgl. Punkt 4). Bitte ändern Sie den Pfad in unserem Programm, wenn dieser bei Ihnen anders lautet.
Was passiert hier? Aus Excel heraus wird nun die Datei Automation.bat gestartet. Zugleich wird ihr der Name der zuvor erzeugten Exportdatei übergeben. Somit ist der Batchdatei nun bekannt, welche Stückliste abgearbeitet werden soll. In der Batchdatei befinden sich vier für uns interessante Zeilen:
C:V82import %1 /FORMAT:6 /UDF: «DDS-Test« /SEP:«;« Mit dieser Zeile wird unsere erzeugte Stückliste in Schnitt Profi(t) importiert. Wichtig sind hier die Parameter »/UDF« und »/SEP«. Wenn Sie in Schnittprofit Ihre Importdefinition (vgl. Punkt 1) anders benannt haben als in unserem Beispiel, so müssen Sie das im Parameter /UDF ändern. Mit /SEP wird das Trennzeichen angegeben, welches wir in unserer Exportdatei verwendet haben (vgl. auch dds 8/2011, S. 54 Abb. 6, Zeile 5).
C:V82batch /auto /optimise Dieser Aufruf optimiert die Teileliste.
C:V82output /print /reports=BCEJ Der Ausdruck des Optimierungsergebnisses erfolgt durch Aufruf dieser Zeile. Wichtig ist hier der Parameter »/reports«. Jeder einzelne Buchstabe nach dem Gleichheitszeichen entspricht hier einem Bericht aus Schnitt-Profi(t). Welcher Bericht sich hinter dem jeweiligen Buchstaben verbirgt, ist als Kommentar in der Batchdatei hinterlegt.
C:V82sawlink /auto /1 Zu guter Letzt wird mit dem Aufruf von »sawlink« das Optimierungsergebnis an die Plattensäge gesendet. Da Ihnen in Schnitt Profi(t) mehrere Möglichkeiten der Datenübertragung zur Verfügung stehen, wird mit »/1« angegeben, welche Datenübertragung gewählt werden soll. Gehen Sie dazu im Schnitt-Profi(t)-Menü auf Parameter > Datenübertragungsparameter. Die Nummer am Zeilenanfang jeder Datenübertragungsdefinition entspricht der Nummer, die sie in die Bachtdatei eintragen müssen (also z. B. »/3«, wenn in der Liste aus Schnitt-Profi(t) der dritte Eintrag verwendet werden soll).
Wichtig: Ersetzen Sie in der Batchdatei »C:V82« durch den Installationspfad zu Ihrer Schnitt Profi(t)-Installation. In diesem Verzeichnis müssen sich die Dateien »import.exe«, »batch.exe«, »output.exe« und »sawlink.exe« befinden, die in der Batchdatei aufgerufen werden.
Wenn Sie jetzt unser Programm starten, sollte ein DOS-Fenster erscheinen. Wenn alles geklappt hat, dann sollte in Schnitt-Profi(t) die Teileliste importiert und optimiert sein, das Ergebnis ausgedruckt und zur Plattensäge übertragen worden sein. Sollten Sie mit der Automatisierung nicht so weit gehen wollen, dass die Optimierung vollautomatisch stattfindet, dann können Sie natürlich auch die entsprechenden Zeilen aus der Batchdatei entfernen. Möchten Sie lediglich automatisch importieren, dann löschen Sie alle Zeilen bis auf die erste aus der Batchdatei.
Harte Arbeit, die sich lohnt
Für Programmierneulinge war dieser Artikel ein hartes Stück Arbeit. Aber es lohnt sich, denn die Vorteile liegen auf der Hand: Der Stücklistenexport aus Excel ist deutlich leistungsstärker und flexibler als das bloße Abspeichern einer Exceltabelle als csv-Datei. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. So lassen sich zusätzliche Plausibilitätsprüfungen einbauen, Stücklisten von mehreren Tabellenblättern zusammenfassen u.v.m. In einem der nächsten Artikel soll es darum gehen, zusätzlich zu Zuschnittdaten auch fix und fertige Wop-Programme auszugeben. Daniel Wagner

Autor Daniel Wagner freut sich über Fragen, Anregungen oder Themenvorschläge zum Thema Programmierung. dw@schreinerservice24.de www.schreinerservice24.de
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