RFID-Technik von Abaco für Möbelhersteller

Passive RFID-Label in der Möbelfertigung

Ein Teil fehlt, und nichts geht mehr! Ein Stillstand in der Produktion oder auf der Baustelle aufgrund fehlender Teile lässt sich mit der RFID-Technologie weitgehend ausschließen. Anja Koitka von Abaco sagt, wie der Möbelhersteller den Überblick über seine Bestände behält.

Anja Koitka, Abaco

Dem Möbelmonteur fehlt bei der Montage beim Kunden vor Ort ein Passstück einer Arbeitsplatte. Er löst sofort eine Reklamation aus. Das Teil befindet sich nicht auf dem Auslieferungswagen, noch ist es beim Möbelhändler auffindbar. Die Konsequenz: Der Aufbau muss unterbrochen werden. Der Möbelproduzent muss das Teil nachproduzieren. Die Auslieferung geschieht mit der nächsten geplanten Tour zum Möbelhändler. Ein weiterer Termin mit dem Kunden ist abzustimmen. Das Passstück wird geliefert und der Aufbau fortgesetzt.

Mit der Radiofrequenz-Identifikation RFID (Radio-Frequency IDentification) lassen sich solche Pannen vermeiden. RFID an sich ist nicht neu, sondern kam bereits zum Ende des 2. Weltkriegs zur Freund-Feind-Erkennung bei militärischen Einheiten zum Einsatz. Heutzutage nutzen wir RFID wie selbstverständlich und nehmen dies gar nicht mehr richtig wahr, etwa bei Zeitnahmen im Sport, Skipässen oder Schließsystemen von Türen . Eine RFID-Anwendung besteht aus

  • einem Chip mit Antenne (Transponder oder Tag)
  • einer Schreib-/Leseeinheit (Reader)
  • einem Steuerrechner mit Middleware.

Klein, leicht, preiswert

Es wird zwischen aktiven und passiven Transpondern unterschieden. Der aktive Transponder bringt seine Energiequelle mit, der passive bezieht seine Energie aus den Funkwellen. Passive Chips sind kleiner, leichter und preiswerter. Mit verschiedenen Frequenzbereichen (LF, HF und UHF) lassen sich verschiedene Reichweiten realisieren. Der Tag besteht aus einem Speicherchip sowie einer Antenne und ist auf oder in den zu identifizierenden Objekten zu fixieren.

Pulkerfassung ohne Sichtkontakt

Anders als beim Barcode ist kein freies Sichtfeld auf das zu identifizierende Teil nötig. Auch die Erfassungsreichweite ist deutlich größer. Die Möglichkeit der Pulklesung, in der viele Transponder in kürzester Zeit beziehungsweise nahezu gleichzeitig erfasst werden, ist gegeben. Die RFID-Anwendungen in der Möbelfertigung können bereits beim Zulieferer beginnen, wenn dieser seine Produkte mit Tags versieht. Der Möbelhersteller kann dann eingehende Waren automatisch auf Vollständigkeit überprüfen und im ERP verbuchen.

In der Produktion kann RFID in vielen Anwendungen zum Einsatz kommen und ist die Basis für Industrie 4.0 wenn etwa Teile beim Maschineneinlauf zu identifizieren sind. Erledigte Bearbeitungen werden an das PPS-/FLS-System gemeldet. RFID unterstützt den Einsatz von Messtischen zur Qualitätskontrolle von Werkstücken. Damit lassen sich Fehlteile noch vor der nächsten Veredelungsstufe ausschleusen und die Nachproduktion anstoßen. Mittels RFID-Identifizierung kann das gefertigte Produkt on demand verpackt werden. In der Versandhalle wird die Verladung von Packstücken geprüft und gebucht. Es können diverse unterstützende Informationen an Displays, direkt am Verladetor angezeigt werden. Es werden richtige Tourzuordnung und korrekte Ladereihenfolge über RFID geprüft. Auf Fehler wird optisch und akustisch hingewiesen.

RFID unterstützt auch den Logistiker bei der Identifizierung von zu entladenen Packstücken an der Abladestelle. Hierbei kommen mobile Geräte zum Einsatz. Es wird auf die korrekte Abladestelle geprüft und auf Fehler optisch und akustisch aufmerksam gemacht. Es ist eine Suchfunktion für Collis über RFID integriert.

RFID rechnet sich

RFID vermeidet Reklamationen und die damit verbundene Verschwendung von Zeit, Material und Ressourcen sowie auch den Imageverlust.


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