Der Interstar für Schreiner kommt

Der japanische Autohersteller Nissan verspricht sich etwas von Branchenfahrzeugen. So entwickelt er derzeit zusammen mit Sortimo ein neues Schreinermobil.

Nissan will künftig ein größeres Stück vom attraktiven Markt der Nutzfahrzeuge. Deshalb lässt der japanische Hersteller mit dem größten Transporterangebot auf dem europäischen Markt aus seinen Serienfahrzeugen »Branchenmobile« bauen, für Schreiner z. B. von Sortimo. Die bayerisch-schwäbischen Spezialisten in Zusmarshausen haben sich im Rahmen eines Workshops intensiv mit der Frage »Was braucht ein Schreiner?« beschäftigt (wir berichteten in dds 10/05 S. 66).

Für Nissan soll zunächst der Transporter »Interstar« (baugleich mit dem Renault »Master« und dem Opel »Movano«) umgerüstet werden. Basisfahrzeug ist der Interstar als Kasten, den es ab 24824 Euro gibt. Nissan-Projektleiter Fernando Guida: »Wir werden dem europäischen Markt flächenmäßig Handwerkerfahrzeuge anbieten. Jeden Monat kommt ein neues. Und wir werden mit Volvo-Trucks zusammen arbeiten. Volvo hat nur die große Lkw-Klasse, nach unten keine Transporter. Die bezieht der Schwede jetzt von uns. Umgekehrt gewinnen wir 40 neue Händler- und Servicestationen allein in Deutschland; zusammen mit unseren neuen Nissan-Nutzfahrzeugstationen sind das rund 100 Stützpunkte. Nissan wird seinen Kunden auch Volvo-Trucks verkaufen. So wird ein Schuh draus. Dann noch die Branchenfahrzeuge, das sieht gut aus.«
Der Interstar von Nissan hat unter den europäischen Transportern mit 2,8 bis 3,5 t Gesamtgewicht bereits seinen festen Platz. Zur Nutzfahrzeug-IAA im September gab es Verbesserungen am Motor, am Antriebsstrang und bei der Insassensicherheit. Herz des aktuellen Modells ist ein 2,5 l großer dCi-Diesel mit Leistungen von 74, 88 und 110 kW, ausgerüstet mit Dieselpartikelfilter. Das maximale Drehmoment von 320 Nm erreicht er bereits bei 1800 min-1.
Das neue elektronische Stabilitätsprogramm ist mit dem ABS vernetzt. Es kann sogar Ladungszustände und Ladeschwerpunkte erkennen und berücksichtigen. Falsches Fahrverhalten wird durch diese Technik perfekt neutralisiert. Bei extremen Versuchsfahrten auf einem alten Flughafen bei Madrid haben wir festgestellt: Eine so hohe Sicherheit für einen Transporter hat es bisher noch nicht gegeben. Gut austariert ist auch das Fahr- und Federwerk mit McPherson-Federbeinen vorn, Starrachse mit Parabelfedern hinten – bewährt und deswegen vom Vorgänger übernommen.
Dass Nissan mit seinem Konzept auf dem richtigen Weg ist, bestätigen unsere ersten Fahreindrücke. Der neue Interstar fühlt sich solide und stark an, er ist handlich und übersichtlich, spürbar fahrerfreundlicher als sein Vorgänger und obendrein wirtschaftlich. Dieter Rolfes