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Bekanter mit Format

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Bekanter mit Format

Der Möbelteilezulieferer Nolting arbeitet jetzt effizienter. Die neue Kantenanleimmaschine liefert präzise Formate, auch wenn die Rohteile nicht exakt maßhaltig sind. Damit hat der Doppelendprofiler ausgedient. Horst Windmann besuchte für dds den Betrieb.

Mit unserer neuen Novimat-Kantenanleimmaschine von Ima sind wir wirklich unabhängig von den Zuschnitten. Als Zulieferer müssen wir kommissionsgerecht liefern, da ist ein Teil pro Abmessung an der Tagesordnung. Wir bekommen die Materialien als Fixmaße geliefert, schneiden aber auch selbst zu“, sagt Dirk Nolting, Inhaber der Nolting Möbelwerkstätte in Löhne. Bisher habe man die Werkstücke immer auf einem Doppelendprofiler auf das genaue Maß formatieren müssen.

Seit 1971 besteht das Unternehmen, das heute mit 25 Mitarbeitern hochwertige Möbelteile mit Hochglanzoberflächen an die namhaften Möbelhersteller im Ort liefert. Der Kontrakt umfasst die speziellen Hochglanz-Korpusmaterialien, dazu Ergänzungsmöbel wie Regale oder Nischenmöbel, ergänzt durch die üblichen Sonderteile wie Rückwandverkleidungen, Blenden und Passstücke. Sie werden in Art der verlängerten Werksbank angefertigt. Nolting ist in die Computernetzwerke seiner Kunden eingebunden, bestimmt selbstständig die Kommissionsteile, hält Serienteile auf Lager und liefert zeitgerecht an.
Die Maschine ist speziell für Nolting ausgerüstet und verarbeitet Dünnkanten und 1,3 mm dicke PP-Kanten. Dazu kommen für die Korpusvorderseiten Kanten mit hohlem Dichtprofil. Eine Eigenart der Möbelteile in Hochglanz sind die aufgeklebten Schutzfolien, die an allen Stellen mit zerspant werden müssen. Sie dürfen sich nicht aufwölben oder gar lösen. Speziell optimierte Schneidwerkzeuge und besondere Tasteinrichtungen erlauben den Betrieb mit dieser Schutzfolienbeschichtung. Maschinenfallend einbaufertig: diese Forderung stand bei der Bestückung der Maschine mit Aggregaten im Vordergrund. Doppelfügefräsen vor dem Verleimteil, Kappaggregat und Kantenvorfräsaggregate für die Vorarbeit; danach sorgt ein CNC-Kopierfräsaggregat für die allseitige Abrundung der Kanten, gefolgt von einem Eckenschwabbelaggregat, das alle Ecken und senkrechten Kanten auf Hochglanz bringt. Das oszillierende Schwabbeln am Ende poliert und reinigt zugleich.
Den entscheidenden Rationalisierungsschritt bringt die Einschubeinrichtung mit Maßeinstellung. Die Arbeitsfolge Längsbearbeitung, Querbearbeitung sieht bei der ersten Längsseite das übliche Prozedere vor: Das linksseitige Einlauflineal ist so eingestellt, dass ein bestimmtes Aufmaß abgefräst wird, die Werkstücke werden vom Maschinenführer beim Einschieben dagegengedrückt. Vor dem zweiten Umlauf stellt die Maschinensteuerung das auf dem Einschubtisch befindliche rechtseitige Maßlineal auf das programmierte Maß, Einzugsrollen klappen nach unten und sorgen dafür, dass die Werkstücke beim Einschieben nach rechts gedrückt werden. Der Abstand des Maßlineals zu den Fügefräsern ist Fertigmaß minus Kantendicke, deshalb ist die Kantendicke im Programm gespeichert.
Für den dritten Umlauf kommt der Einschubtisch in Funktion. Der rechtwinklige Anschlag klappt hoch, das Werkstück wird dagegen und an das linke Einlauflineal gedrückt und pneumatisch mit dem Tisch eingeschoben. Für den abschließenden Durchlauf fährt statt des Maßlineals ein Anschlagnocken auf Maß. Der Maschinenführer drückt die Werkstücke nun nach rechts gegen den Nocken und den rechtwinkligen Anschlag. Das Einschieben des genau ausgerichteten Werkstückes erfolgt soweit, bis der Oberdruck sicher gefasst hat, dann klappt der Winkelanschlag nach unten und gibt den Durchlauf des Werkstückes frei.
Dirk Nolting bestätigt die positiven Auswirkungen der Kantenanleimmaschine auf seinen Betrieb: »Mit der Icos-Programmsteuerung von Ima und dem Formateinschub haben wir eine schnelle und sehr genaue Maßbearbeitung auf der Kantenmaschine und können die Toleranzforderungen unserer Kunden gut einhalten. Ein zeitraubender Durchlauf am Doppelender entfällt, wir werden flexibler und können schneller reagieren, wenn’s mal kurzfristig sein muss. Die soliden und zuverlässigen Aggregate der Nachbearbeitung haben mich sehr überzeugt, denn sie sichern das Kantenfinish und sparen Handarbeit.«
Horst Windmann
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