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Wieselflink

Bauelemente
Wieselflink

Für die Stationärbearbeitungen in einer Fertigungslinie für Holzfenster hat Ima ein BAZ mit flinken Wieseln ausgestattet. Sie ergreifen die Rahmenhölzer, führen sie der Bearbeitung zu und reichen sie dann weiter.

Bei der Herstellung von Holzfenstern lassen sich nicht alle Arbeiten im Durchlauf erledigen. Dazu gehören vor allem Beschlagsbohrungen und -fräsungen. Ima hat ein »Bima«-CNC-Bearbeitungszentrum mit zwei parallelen Handhabungseinrichtungen für zwei Profilhölzer und doppelten Y-Frässupporten zu einem Hochleistungs-Fräszentrum ausgerüstet. Es lässt sich in Fensterfertigungsstraßen einreihen. Nebenzeiten fallen so gut wie nicht an, da immer eine der beiden Spindeln im Einsatz ist.

Bereits vor mehreren Jahren entwicklete Ima für seine Bima-Zentren eine patentierte Führungs-, Antriebs- und Werkstückspanneinrichtung für Rahmenhölzer. Sie besteht aus zwei parallel verlaufenden Führungsschienen durch das gesamte Maschinenbett, die mit jeweils drei »Wieseln« bestückt sind. Die Wiesel sind pneumatische Spannelemente und fahren CNC-gesteuert auf einer Schiene hin und her. Sie holen das Rohwerkstück in den Bearbeitungsbereich und übergeben das fertig bearbeite Rahmenholz dem Förderband zur nächsten Maschine. Mit hoher Präzision fahren sie in Kolonne, lassen sich aber auch einzeln steuern.
Wieseltrios in Kolonne
Ganz nach rechts gefahren, übernimmt das Wieseltrio aus der Übergabestation das profilierte, bis zu 3,50 m lange Holzprofil. Die einzelnen Wiesel ordnen sich programmgesteuert im Bereich der Enden und der Mitte so an, dass sie für die Bearbeitung dem Profil den nötigen Halt geben, ohne der Bearbeitung im Wege zu stehen. Für ausgedehnte Bearbeitungsaufgaben kann der mittlere Wiesel seine Position wechseln.
Zweispurig
Die Maschine ist zweispurig ausgelegt, damit immer eine Spur in Bearbeitung ist, während die andere ein fertiges Werkstück wegbringt und ein neues holt. Zur weiteren Leistungserhöhung verfügt die Maschine über zwei Bearbeitungssupporte mit Fräsaggregat, Werkzeugwechsler und Bohreinheit.
Die für die Bearbeitung notwendigen Werkzeuge sind in den beiden Werkzeugwechslern untergebracht, so kann eine Spindel das nächstgebrauchte Werkzeug einwechseln, während die andere Spindel noch bearbeitet. Das verkürzt die Werkzeugwechselzeit auf wenige Sekunden. Die Maschinensteuerung erkennt, wenn an dem Werkstück auf der jeweils anderen Spur die Bearbeitung mit dem gleichen Werkzeug beginnt und vermeidet dann den Werkzeugwechsel.
Die Hauptspindeln verfügen über eine Leistung von 7,5 kW, eine Drehzahl von 24 000 min-1 und eine C-Achse. Im Magazinteller finden bis zu 18 Werkzeuge und Adapter Platz. Neben der Frässpindel ist das Bohraggregat angeordnet. Auf den drei mit 9000 min-1 drehenden Spindeln können Bohrer mit bis 35 mm Durchmesser einspannt werden, die Bohrtiefe liegt bei 40 mm.
Das Bima-Hochleistungs-Fräszentrum ist für die Endbearbeitung nach dem Profilieren ausgerüstet. Die fertig profilierten und geschlitzten Hölzer werden zunächst auf einer Pufferstation gesammelt. Sie fängt die Leistungsunterschiede zwischen der Profilierung und dem Fräszentrum auf. Ein Umfahren der Bima für Profile ohne Stationärbearbeitung erfolgt auf einem Bypass-Gurtförderer.
Puffer verhindert Stau
Die Größe des Puffers ist nach den Leistungsgegebenheiten der Profilierung und den Bearbeitungszeiten des BAZ zu bemessen. Am Ende der Pufferstrecke sind zwei Übergaben, jeweils in Flucht der Wieselstrecken angeordnet. In ihnen wird das Rahmenholz ausgerichtet und in die Backenspanner der Wiesel übergeben.
Von den drei gegen die Übergabe gefahrenen Wiesel fasst der äußere, linke das Profil und zieht es aus der Übergabe. Wiesel Nr. 2 und Nr. 3 fassen zum jeweils programmierten Zeitpunkt. Mit dem eingespannten Holz fahren sie in den Bearbeitungsbereich des BAZ. Nach Ende der Bearbeitung übergibt das Wieselsystem das Werkstück an die links der Maschine angeordnete Entnahmestation. Ein Riemenförderer bringt die fertigen Fensterteile in die Förderstrecke zur weiteren Bearbeitung.
Die Programmierung erfolgt mit ImaWop 6.0. Für jede Beschlagsorte ist ein Unterprogramm angelegt, je nach Beschlagfunktion kann der Programmierer als Bezugspunkt den rechten oder den linken inneren Anschlag der Konterfräsung wählen. Die Unterprogramme sind daher längenunabhängig. Eine aktuelle Bearbeitungsaufgabe besteht aus der Summe der Unterprogramme, für spiegelbildliche Profile werden auch die Unterpogramme gespiegelt. Die exakte Lage zum Beispiel einer Fräsung oder einer Bohrung am in der Bearbeitung befindlichen Holz wird durch die Längenmessung bestimmt.
Keine Sondermaschine
Die Grundmaschine des Fenster-BAZ ist die Bima 310, eine Standardmaschine aus dem Ima-Programm, die sich mit ihrer stabilen, grundsoliden Bauweise und ihrem ausgereiften Spindelsystem in der Praxis bewährt hat. Lediglich das Transport- und Spannsystem weichen vom üblichen Standard ab.
Das Werkzeugwechselmagazin stellt auch für diffizile Bearbeitungsaufgaben eine Vielzahl von Werkzeugen und Sonderwerkzeugen zur Verfügung. Ima liefert die Bima 310 auch mit manuell einrichtbaren Spannzangen aus. Die Maschine ist mit der Puffereinrichtung und den Wiesel-Spanneinrichtungen sowohl für Serienbetrieb als auch für Kommissionsfertigung oder Einzelteilbearbeitung ausgelegt. Türzargen sind ein wichtiger Einsatzbereich dieser Maschinentechnik. Neben Holzprofilen können auch Kunststoffprofile sowie Alu- und Verbundwerkstoffprofile bearbeitet werden, wie z. B. Fassadenprofile, Wintergartenelemente und andere Profile.
Horst Windmann

Service Kontaktadresse
Ima Klessmann GmbH, 32312 Lübbecke, Tel.: (05741) 331-0, Fax: -420, www.ima.de Horst Windmann war langjähriger Mitarbeiter bei Ima und arbeitet jetzt als Marketingdienstleister für das Unternehmen.
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