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Praxistipp: Welches Spaltmaß gilt?

Wie groß soll der Luftspalt unter der Tür sein?
Praxistipp: Welches Spaltmaß gilt?

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Beispielabbildung des Luftspalt zwischen Türblatt und Bodenbelag Symbolfoto: Jeld-Wen
Zu groß, zu klein – wie muss die sogenannte Bodenluft, also der Luftspalt unter der Tür regelkonform ausgeführt werden? Rainer Hofer, Schulungsleiter bei Marktführer Jeld-Wen erläutert, was die DIN an Hilfestellung bietet.

Der Luftspalt unter der Tür ist regelmäßig Anlass für Auseinandersetzungen zwischen Auftraggebern und Handwerkern. Oft entstehen hieraus Beanstandungen, denn Kunden bemängeln immer wieder, dass die Bodenluft zu groß, bzw. zu klein sei. Unebenheiten im Boden, genauer gesagt im Estrich, können in seltenen Fällen der Grund dafür sein, dass dieser Bereich unter der Tür nicht ganz eben verläuft bzw. bei geöffneter oder geschlossener Tür eine unterschiedliche Höhe unausweichlich ist.

Gibt es eine klare Definition an der sich der Monteur orientieren kann? Die Antwort hierauf lautet: Ja. Für standardisierte Innentüren gibt es eine definierte Maßnorm in Form der DIN 18101. Diese regelt das »Zusammenspiel« von Zarge und Türblatt, etc. Um dem Monteur einen problemlosen Zusammenbau zu ermöglichen, werden mittels der DIN die gegenseitigen Abhängigkeiten der Maße festgeschrieben.

Türzarge und -blatt, Lage der Türbänder und des Schlosses (Bandsitz/Schlosssitz) sind insbesondere dann von höchster Wichtigkeit, wenn Komponenten getrennt voneinander auf der Baustelle angeliefert und montiert werden müssen.

DIN-Nennmaß versus Gefühl

Der untere Luftspalt (Bodenluft) ist in der Norm nicht konkret bemaßt, kann jedoch aus der Addition der in der DIN zulässigen Toleranzen von Türblattfalzmaß, Zargenfalzmaß und dem Bandsitz ermittelt werden. Rechnerisch ergibt sich ein Nennmaß des unteren Luftspalts von 7 mm. Im Wohnraumbereich und bei Funktionstüren werden diese 7 mm Bodenluft jedoch oft als zu viel »empfunden«.

Aus diesem Grund fertigen wir bei Jeld-Wen die Zargen einen Millimeter kürzer und die Türblätter einen Millimeter länger. Rechnerisch ergibt sich daraus ein unterer Luftspalt von 5 mm. Diese Bemaßung hat sich in der Praxis als »best practice Lösung« etabliert. Im Extremfall, unter einseitiger Ausschöpfung aller Toleranzen, kann die Bodenluft zwischen 1 mm und 9 mm betragen.

Auf die unterschiedlichen Anforderungen an den Luftspalt bei Funktionstüren, wie beispielsweise Brand-, Rauch- oder Schallschutztüren gehen wir im Praxistipp der nächsten dds-Ausgabe ein.


Rainer Hofer ist der neue Schulungsleiter von Jeld-Wen Deutschland. Er führt Montage- und Praxisschulungen im Bereich Türen und Zargen durch und hilft Handwerkern in allen Bereichen von Sonder- und Funktionstüren weiter.


Der Praxistipp

Dieser Montage- und Praxistipp ist Teil der dds-Serie mit Schulungsprofi
Rainer Hofer, rund um die Themen Innentür, Türzarge, Montage

www.jeld-wen.de

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