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Worauf kommt es beim Türband wirklich an?

Praxistipp: Bandauswahl bei Türen
Hält das Band auf Dauer?

Die Belastung eines Türbandes ist nicht gleichzusetzen mit dem Türgewicht. Sie kann sogar ein Vielfaches des Türgewichtes betragen. Jeld-Wen-Schulungsleiter Rainer Hofer gibt Tipps, worauf es bei der Bandauswahl wirklich ankommt.

Welches System ist für das jeweilige Türband das richtige? Bei der Beantwortung dieser Frage denken viele Verarbeiter oft nur an das Türgewicht. Das Gewicht spielt natürlich eine große Rolle, doch schon hier heißt es aufgepasst! Denn bei den Belastungswert-Angaben der Bandhersteller handelt es sich um Referenzangaben. Sie beziehen sich auf ein maximales Türgewicht bei einer Türblattgröße von 1000 x 2000 mm mit zwei Bändern und einem Bandabstand von 1435 mm.

Breite Tür, großer Hebel

Für die tatsächliche Bandbelastung ist jedoch das Seitenverhältnis des Türblattes entscheidend: Je breiter die Tür, desto größer ist die Hebelwirkung! Simonswerk z.B. schreibt dazu im Bezug auf Objektbänder: »Die Belastungswerte verringern sich ab 1,00 m Türbreite, bei gleichbleibendem Bandabstand, prozentual in dem Maß, in dem die Türbreite von 1,00 m überschritten wird (Beispiel: Türbreite 1,25 m = Belastungswert um 25 % geringer)«.

Weitere wichtige Faktoren

Bei der Auswahl des Türbandsystems sind neben dem Gewicht folgende Faktoren zu berücksichtigen:

 Einsatzort. Von wesentlicher Bedeutung ist es, wer in welcher Häufigkeit und wie sorgfältig die Tür öffnet und schließt. Handelt es sich um einen öffentlichen, oder privaten Wohnbereich? Dient die Tür als Haupteingang oder Zugang in einen Nebenraum, welcher nur gelegentlich begangen wird?

 Zargenbefestigung. Wichtig ist, dass die Tür fest mit der Wand verankert ist und ggf. zusätzlich im Band- und Schließblechbereich druckfest hinterlegt oder verschraubt wird. Verschäumen allein ist bei Türgewichten 40 kg dauerhaft nicht ausreichend.

 Türstopper. Ein abruptes Stoppen der Drehbewegung führt zu extremen Belastungen der Bänder. Der Türstopper sollte möglichst weit vom Drehpunkt/Band platziert werden (Abstand min. 75 % der Türflügelbreite). Für stark frequentierte und schwere Türen wird ein Obentürschließer mit Öffnungsdämpfung empfohlen: dieser bremst hydraulisch ab.

 Türschließer oder Antriebe. Nicht zu unterschätzen sind Türschließer und automatisierte Antriebe. Sie wirken beim Öffnen und Schließen teils mit hohen Kräften und belasten das System dynamisch. Simonswerk empfiehlt hier ein drittes Band.

 Drittes Band. Neben den o.g. Faktoren kann auch der Einsatz eines dritten Bandes den Belastungswert maßgeblich beeinflussen. Achtung: Wenn es um das Gewicht geht, dann treten die Hauptzugkräfte im oberen Drittel auf, d.h. das dritte Band muss knapp unter dem oberen platziert werden (350 mm Abstand lt. DIN 18101). Damit alle Bänder zugleich tragen, sollten dreidimensional verstellbare Bänder eingesetzt und sorgfältig justiert werden. Mein Rat: Bevor Sie ein drittes Band einsetzen, besser zwei höherwertigere Bänder mit mehr Traglast wählen.

Fazit: Belastung ganzheitlich sehen

Zu schwach dimensionierte Bänder führen zu Beschädigungen oder Fehlfunktion, die Tür schleift am Boden. Berücksichtigen Sie bei der Wahl des Türbandsystems nicht nur den vom Hersteller angegebenen Belastungswert, sondern vor allem wie, an welchem Einsatzort, die Tür von wem wie oft begangen wird.


Rainer Hofer ist Schulungsleiter von Jeld-Wen Deutschland. Jeld-Wen bietet ein umfangreiches Sortiment von Innentüren für höchste Ansprüche z.B. an Brand-, Rauch-, Schall-, Strahlenschutz oder Sicherheit im Objektbereich.


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