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Stahlwangentreppen für Holzständerbau

Stahlwangentreppen für Holzständerbau
Königsweg

Schlicht, günstig und gut: Diesen Königsweg wollte ein Bauherr mit der Wahl seiner Treppe beschreiten. Dazu kombinierte er Stahl mit Holz.

So schlicht wie möglich sollte die Treppe werden. Und weil das Einfamilienhaus, zu dem sie gehört, ein Holzständerbau ist mit überall sichtbaren Holzbalkendecken, sollte mit der Konstruktion auch noch ein anderes Material im Gebäude einziehen: nämlich Stahl. Mit diesem Wunsch ist Luis Blesken an Architekt Helmut Lorenz herangetreten. Er empfahl Stahlwangentreppen.

Der Zimmererlehrling hatte den Planer beauftragt, ein Haus zu entwickeln, das er zusammen mit seiner Lebensgefährtin und seinem Arbeitgeber Bartsch Holzbau in Roetgen weitgehend in Eigenregie errichten wollte. Um das Erdgeschoss, das Obergeschoss und das Dachgeschoss des Neubaus auf elegante Weise zu verbinden, stellte er sich filigrane Stahlwangen vor, in die er massive Eichenstufen integrieren wollte. Doch diese Lösung erwies sich als zu teuer.
Also mussten die beiden nach einer Alternative suchen, die einen niedrigen Anschaffungspreis mit hohen optischen Qualitäten verbinden würde. Die Lösung fand der Holzbauer schließlich in einer Variante der ursprünglichen Idee: Er beauftragte die Schlosserei Klotz und Gangloff, die Wangen der Treppen aus 6 mm dickem unbehandeltem Stahlblech mit dem Laser zuzuschneiden und kombinierte dazu wannenförmige Bleche, die ebenfalls im Betrieb des Schlossers produziert wurden. Um den Einbau der Konstruktion zu erleichtern, ließ Blesken diese in Einzelteilen auf der Baustelle anliefern. Erst dort wurden Wangen und Wannen miteinander kombiniert und verschweißt. Im Erdgeschoss befestigte der Schlosser die Seitenteile zudem mit Winkeln auf der Betonbodenplatte, in den oberen Stockwerken wurden sie mit den Holzwechseln verschraubt.
Statt die ursprünglich favorisierten massiven Eichenbohlen zu verlegen, wählte der Bauherr eine wesentlich günstigere Variante: Er beschloss, die 20 mm dicken geölten Holzdielen, die er als Parkettboden im oberen Stockwerk sowie im Dachgeschoss verlegt hatte, auch als Treppenbelag zu verwenden. Mit Hilfe von Schablonen passte er die unterschiedlichen Stufen in die zur Aufnahme des Parkettbodens dienenden Stahlwannen ein und verklebte schließlich beide Materialien miteinander.
Das Ergebnis ist eine 80 cm breite Konstruktion mit einem angenehmen Steigungsverhältnis von 20/26 cm. Damit deren Raumwirkung nicht durch eine Brüstung verschleiert wird, verzichtete das Bauherrenpaar auf ein Geländer. So entstand ein ebenso kostengünstiger wie eleganter Königsweg, der nun von jeder Position im neuen Zuhause des Bauherrenpaars begutachtet und bewundert werden kann.

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Christine Ryll ist Architektin und schreibt als Architekturjournalistin über die Themen Bau, Architektur und Immobilien. In dds stellt sie immer wieder mal besondere Treppen vor.
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