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Liaison aus Holz, Metall und Glas

Bauelemente
Liaison aus Holz, Metall und Glas

Mit uneingeschränkt moderner Architektur hat der Architekt Robert Brixner den Neubau eines Einfamilienhauses in der Nähe von Stuttgart umgesetzt. Mit kompetenten Handwerkern wurde die ehrgeizige Planung realisiert.

Der Bauherr, Kurt Schweizer, des Wohnhauses am südlichen Rand von Ostfildern-Kemnat wollte ein modernes Haus ohne Wenn und Aber. Zusammen mit dem Architekten Robert Brixner aus Stuttgart startete er Anfang 2003 die Planung. Brixner war durch seine Mitarbeit in namhaften Architektur- und Ingenieurbüros vertraut mit innovativer Gebäudetechnik, wie sie in großen Bürobauten zum Einsatz kommt. Er konzipierte ein nahezu energieautarkes Haus, mit einer für Wohnhäuser nicht alltäglichen Technik: Geheizt wird das Haus über Bauteilaktivierung in Fußboden und Wandbereichen. Die dafür benötigte Energie wird über zwei Erdsonden und eine Wärmepumpe gewonnen. Den Strom für die internen Pumpen und die Hydrauliktechnik liefern Fotovoltaikelemente. Das Konzept wurde von Bauphysikern unter Berücksichtigung der transparenten Wärmedämmsysteme berechnet und die Glasflächenanteile bestimmt. Ziel Brixners war es, das Haus als harmonischen Rückzugsort zu gestalten und die Technik nicht in den Vordergrund zu stellen. Teil dieses Leitgedankens ist eine schützende Aussenhülle. Drei unterschiedliche Fassaden gliedern das Haus vom Öffentlichen zum Privaten. Die nach außen geneigte Nordfassade ist mit einbrennlackiertem Aluminiumblech beplankt und zieht sich über die als Kaltdach konstruierte Dachfläche. Eine hinterlüftete Glasschindelfassade schmückt die westliche Giebelwand. Die Südfassade ist in eine rhythmisch gegliederte Glaswand aufgelöst.

Bei der Umsetzung des Entwurfs stießen Bauherr und Architekt auf ein Problem, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Kaum ein ortsansässiger Fensterbauer konnte die Ideen umsetzen, und für große Fassadenhersteller war die Glasfläche unter 100 m² kaum lohnenswert. Die Lösung kam von der Schreinerei Josef Hartmann aus Unterwiesenbach bei Günzburg. Das Unternehmen mit einer Handvoll Mitarbeitern und einem Aktionsradius München/Stuttgart stellte den Kontakt zur Firma Raico Bautechnik her und übernahm den Glas-Fassadenbau sowie große Teile des Innenausbaus. An dem Holzfassadensystem »Therm+ H-I« von Raico gefiel dem Architekten die Möglichkeit, Einzelkomponenten individuell zu kombinieren, und die filigrane Ausführung bei gleichzeitig sehr gutem Dämmstandard. Die Gläser sind mit flachen Alu-Pressleisten am Holztragwerk aus astfreiem Fichtenleimholz befestigt. Die Ansichtsbreite beträgt schmale 50 mm. Die schwarzen Dichtungsprofile treten nur als Schattenfuge in Erscheinung. Mit einem zweifach Wärmedämmglas erreicht die Fassade einen U-Wert von 1,6 W/(m²K).
Die Fensterbänder der Nordfassade basieren auf dem gleichen System. Integriert wurden motorisch betriebene Senkklappfenster »Wing 50 SK« von Raico. Sie sind aus optischen Gründen mit einer außenseitigen Glasstufe ausgeführt und verklebt.
Besondere Genauigkeit bei der Montage der Fenster- und Fassadenkonstruktion erfordert die Tatsache, daß der Rohbau gleich der Endausbau ist. Bedingungen, die der Schreinerei Hartmann keine Probleme bereiteten. AG

Beteiligte
Hersteller Glasfassade und Senkklappfenster: Raico Bautechnik GmbH 87772 Pfaffenhausen Tel.: (08265) 911-0, Fax: -100 www.raico.de
Ausführung Fenster, Fassade und Teile des Innenausbaus: Schreinerei Josef Hartmann 86519 Unterwiesenbach Tel.: (08283) 508 Fax: (08283) 2031
Architekt:
Dipl.-Ing. Regierungsbaumeister Robert Brixner Brixner Architekten 70178 Stuttgart Tel.: (0711) 50537-22, Fax: -23 www.robert-brixner.de
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