1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!
Startseite » Technik » Bauelemente »

Treppenbauer Hokon nutzt die Internetplattform Houzz

Treppenbauer Hokon nutzt die Internetplattform Houzz
»Es geht um Werte«

Von Kunden, für die Wertschätzung keine Rolle spielt, hält sich Treppenbauer Jörn Brenscheidt von Hokon fern. Er machte sich auf die Suche nach Kundschaft, die es schön haben möchte und sich das leisten kann. Gefunden hat er sie auf der Internetplattform Houzz.

Vor Weihnachten 2015 stellte sich Treppenbauer Jörn Brenscheidt die Sinnfrage und teilte den großen Kunden im Januar 2016 mit, dass er sie künftig nicht mehr beliefern wird. Das bedeutete damals eine Umsatzeinbuße von 70 Prozent.

Als Jörn Brenscheidt im Jahr 2000 sein Treppenbauunternehmen gründete, setzte er sich zum Ziel, möglichst groß zu werden. Er investierte großzügig und betrieb zeitweise sogar zwei Bearbeitungszentren. Jährlich fertigte er bis dahin teilweise im Zweischichtbetrieb 400 Holztreppen, größtenteils für große Bauträger. Vor allem die Bauträger drückten ständig die Preise, legten einen rüden Umgangston an den Tag, riefen ihn mitten in der Nacht zuhause unter seiner Privatnummer an und reklamierten nahezu jeden Auftrag aus Prinzip. Einmal wollte einer dieser Kunden den Rechnungsbetrag sogar um 30 Euro kürzen, weil die unterste Kellertreppenstufe an der Unterseite unschöne Farbfehler hatte.

Mut zum Kurswechsel

Vor Weihnachten 2015 spitzte sich die Situation mal wieder zu. Jörn Brenscheidt nutzte die Weihnachtsferien, um über die Situation nachzudenken, und kam zu dem Schluss, dass er diese Kunden nicht ändern kann. Konsequent verabschiedete er sich von ihnen und richtete seine volle Kraft auf solche Kunden, die es schön haben wollen, sich das auch leisten können und seine Arbeit und Betriebskultur schätzen. Für sie weitet der eigentliche Treppenbauer jetzt auch sein Programm aus und liefert auch Fußböden, Türen oder Möbel. Mut zum Kurswechsel machte ihm ein spektakulärer, im Sommer zuvor akquirierter Auftrag für eine von innen erleuchtete, transluzente Eichenholztreppe, siehe dds Juli 2016, Seite 30). Der Auftrag hat den Betrieb für viele Wochen ausgelastet und einen sehr attraktiven Ertrag gebracht.

Wunschkundschaft gesucht

Jörn Brenscheidt war klar, dass dieser Auftrag eine Stecknadel im Heuhaufen war und dass er systematisch vorgehen muss, damit er noch weitere Stecknadeln findet. Trotz des drastischen Schrittes hatte Jörn seine zwölf Mitarbeiter behalten und mit ihnen zunächst die Ausstellung im Ortskern umgestaltet und auf die neue Zielgruppe ausgerichtet. Außerdem hatte er viel Zeit, die erfolgreichen und schönen Aufträge aus der Vergangenheit auszuwerten. Das Ergebnis: Bei fast allen attraktiven Aufträgen kamen in irgendeiner Form Fotos, Beschreibungen oder sonstige Informationen aus dem Internetportal Houzz ins Spiel.

Houzz ist ein soziales Netzwerk rund um die Themen Bauen, Ausbauen, Renovieren, Modernisieren und Einrichten. Damit hatte Jörn Brenscheidt einen Weg zu seiner Wunschkundschaft gefunden. Er meldete sich an, legte ein Profil seines Unternehmens an, postete zahlreiche Bilder von Treppenaufträgen, verschlagwortete sie, ordnete sie in ein Preisraster ein und beteiligte sich eifrig an Chats rund um das Thema Treppe. Das Angebot von Houzz gliedert sich in Fotos, Experten finden, Produkte mit Shop, Magazin und Community mit Chat. Der Teilnehmer gibt zunächst vor, was ihn interessiert, und Houzz spielt ihm die passenden Inhalte auf den Bildschirm. Die Inhalte passen sich mit der Zeit dem Nutzerverhalten an. Jörn Brenscheidt ist zahlendes Mitglied bei Houzz, damit er in seinem Großraum, das Ruhrgebiet und Düsseldorf, als Experte ausgewiesen wird. Houzz holt ihm jedoch Aufträge aus ganz Deutschland und Europa.

»Das Forum für meine Zielgruppe«

Jörn Brenscheidt sagt: »Die Nutzer von Houzz passen exakt in meine Zielgruppe. Dazu gehören z. B. Mütter, die sich, während die Kinder in der Schule sind, mit der Gestaltung von Haus und Garten befassen. Sie stellen mir zu meinen Fotos viele Fragen und chatten viel. Ich nehme mir viel Zeit, die Fragen zu beantworten und mitzuchatten. Inzwischen gelte ich als ausgewiesener Experte zum Thema Treppe und erhalte viel Lob und attraktive Aufträge über Houzz.«


dds-Redakteur Georg Molinski besuchte Jörn Brenscheidt in seiner neuen Ausstellung in Herbede. Die beiden kennen sich schon viele Jahre und freuen sich, dass sich ein Weg gefunden hat, die Handwerkskultur hochzuhalten.


Kontakt

Herbeder Holzwarenkontor Jörn Brenscheidt GmbH
www.hokon.de

Aktuelles Heft
Titelbild dds - das magazin für möbel und ausbau 1
Aktuelle Ausgabe
01/2023
EINZELHEFT
ABO
dds-Zulieferforum
MeistgelesenNeueste Artikel
Tischlerhandwerk in Zahlen

Zahl der Betriebe im Tischlerhandwerk

dds auf Facebook


dds auf YouTube

Im dds-Channel auf YouTube finden Sie:
– Videos zu Beiträgen aus dds
– Kollegen stellen sich vor
– Praxistipps-Videos
– Maschinen & Werkzeuge

Abonnieren Sie dds auf YouTube »