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Gemeinsam zum CE-Zeichen

Bauelemente
Gemeinsam zum CE-Zeichen

Das geplante Drei-Säulenmodell der Verbände
Mit der Initiative »Fenster Marke Tischler – Fenster Marke Schreiner« wollen die Verbände Fensterbauer bei der Einführung des CE-Zeichens unterstützen.

Angesichts der Herausforderungen durch die neue CE-Kennzeichnungspflicht stellt sich die Frage, ob sich die handwerklichen Fensterbauer überhaupt noch auf dem Markt durchsetzen können. Die Landesfachverbände des Tischler- und Schreinerhandwerks in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen/Bremen und Nordrhein-Westfalen haben sich deshalb zur Initiative »Fenster Marke Tischler – Fenster Marke Schreiner« zusammengetan, um das Fensterproduzierende Handwerk bei der Einführung des CE-Zeichens zu unterstützen.

Im September gab es in Würzburg ein erstes Treffen, um Partner aus Handel und Industrie zu gewinnen. Rund 45 Firmen aus der Fensterbranche kamen. Auch der Bundesverband Holz und Kunststoff ist dabei; andere Fachverbände sind eingeladen sich der Initiative anzuschließen. Die Partner sollen sich finanziell an einem Fonds beteiligen, aus dem eine bundesweit einheitliche Umsetzung der CE-Kennzeichnungspflicht in Handwerksbetrieben gefördert wird. Damit würden Handel und Industrie die Fensterbauer unterstützen und sich ihren Kundenstamm dauerhaft erhalten, erklärt Dieter Roxlau, Geschäftsführer des Fachverbandes Tischler NRW den Grundgedanken der Initiative.
Das CE-Kennzeichen wird ab Februar 2009 Pflicht. Dann müssen alle Fenster und Außentüren der europäischen Norm EN 14351-1 entsprechen. In ihr sind materialunabhängige Leistungseigenschaften beschrieben, die ein Fenster oder eine Tür zu erfüllen hat. Dazu gehören die Luftdurchlässigkeit, die Schlagregendichtigkeit, der Wärmedurchgangskoeffizient, die Strahlungseigenschaften, das Schalldämmmaß, der Widerstand gegen Windlast und die Rahmendurchbiegung. Die Werte dieser Eigenschaften werden im CE-Zeichen benannt.
Hilfe bei ITT und WPK
Die Produktnorm sieht zwei Werkzeuge vor, mit denen sichergestellt werden soll, dass die Fenster mit den CE-Anforderungen übereinstimmen: die Erstprüfung und die Werkseigene Produktionskontrolle. In beiden Bereichen will die Initiative die Betriebe unterstützen.
Die Erstprüfung (»ITT«) muss durch eine zugelassene Prüfstelle erfolgen. Um solche aufwändigen Tests zu vermeiden, die gerade mittlere und kleinere Betriebe stark belasten würden, haben das Technologie-Zentrum Holzwirtschaft und der Tischlerfachverband NRW das Forschungsprojekt »ECWins« gestartet. Ab nächstem Jahr werden über 50 Fenstermodelle gemäß CE-Leistungen getestet. Die Ergebnisse werden in einem Ordner zusammengefasst, der den Fenster produzierenden Betrieben eine Auswahl an CE-geprüften Modellen zur Verfügung stellt. Eine Software soll es darüber hinaus ermöglichen, CE-Merkmale zu berechnen, so dass neue Fenstermodelle ohne zusätzliche Tests gebaut und gekennzeichnet werden können. Bis Mitte Mai 2009 soll das von der EU geförderte Projekt, an dem 30 Partner aus acht verschiedenen Ländern teilnehmen, abgeschlossen sein.
Die Produkte von Partnern der Initiative Fenster Marke Tischler – Fenster Marke Schreiner werden bei den Tests besonders berücksichtigt. Die Partner können an der Aktualisierung des Ordners und der Software mitwirken.
Die Werkseigene Produktionskontrolle (»WPK«) soll sicher stellen, dass die Produkte immer mit dem geprüften Ersttyp übereinstimmen. Die Produktion im Betrieb muss daher fortlaufend kontrolliert werden. Dies geschieht betriebsintern durch einen verantwortlichen Mitarbeiter. Einmal im Jahr führt ein externer Experte ein Audit durch. Die Fachverbände bieten dazu schon jetzt Seminare und Beratungen an. Der Bundesfachbeirat Fenster und Fassade hat beispielsweise ein Musterhandbuch entwickelt (vgl. Nachrichten S. 10/11).
Die Initiative Fenster Marke Tischler – Fenster Marke Schreiner wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in Form eines eingetragenen Vereins starten. Dann soll auch der Fonds gegründet werden. Interessenten aus Handel und Industrie können jederzeit in die Initiative einsteigen. HJG

Weitere Infos
Infos zur Initiative Fenster Marke Tischler – Fenster Marke Schreiner erhalten Sie bei Ihrem jeweiligen Fachverband. Ansprechpartner für Interessenten aus Industrie und Handel ist Dieter Roxlau, Fachverband Tischler NRW, Tel.: (0231) 912010-13, roxlau.nrw@tischler.de
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