Bauelemente

Für Fenster von der Stange

Die Schweizer Fentech AG stellt in Nürnberg ein Stabbearbeitungszentrum für Holzfenster vor. Die neuartige Maschine kommt mit wenig Platz aus und eignet sich für die Fertigung von bis zu 60 Fenstern pro Schicht.

Für die Fensterfabrik Albisrieden (FFA) in Zürich hat die Fentech AG ein Bearbeitungszentrum konzipiert, dass aus Stangenware Fenster in Losgröße 1 produziert. FFA-Geschäftsführer Urs Frei, geistiger Vater des Projekts, bezeichnet die Anlage selbstbewusst als »modernste Holzfensterfertigung Europas«.

Auf einer Fläche von 300 m2 werden in Zürich im Minutentakt fix und fertige Holzteile inklusive aller Bearbeitungen hergestellt. Verarbeitet werden Rohmaterialstangen von bis zu 6 m Länge, von denen vier Stück in vertikaler Anordnung eingespannt werden. Es stehen 48 Spannplätze (zwölf Spanner à vier Finger) bereit. Der Automat verfügt über 30 Werkzeuge und ist damit allen Aufgaben einer Holzfensterfertigung gewachsen. Je nach Profilform, Holzart etc. kann man die Spanner versetzen und die Vorschübe variieren, außerdem Leistungen, Geschwindigkeiten und Drehzahlen verändern. Durch die vertikale Anordnung der Spanner wird der Platzbedarf des Bearbeitungszentrums minimiert.
Drei Mitarbeiter, 60 Fenster
Frei: »Bei uns fertigen drei Mitarbeiter in acht Stunden 480 Teile, also 120 Rahmen und Flügel. Ein zweiflügeliges Fenster entsteht demnach in zwölf Minuten, danach kann bereits ein Fenster mit ganz anderen Maßen in Bearbeitung gehen. Die Taktzeit wird unverändert beibehalten.« Die Anlage optimiert die benötigten Längen mit der Maßgabe minimalen Verschnitts – eine separate Zuschnittabteilung oder der Bezug von Fixmaßen entfällt.
Die Investitionskosten für die Fensterfertigung a là Frei liegen bei einer Million Euro. Darin enthalten ist der komplette CNC-Automat inkl. Software für die Ansteuerung, einschließlich aller Werkzeuge. Ebenfalls enthalten ist die Schulung der Mitarbeiter. Eine Maschine zur Längsprofilierung muss vorhanden sein, außerdem ein Querförderer; und die Anlage muss verkettet werden.
Für kleine und mittlere Betriebe
Urs Frei sieht in der neuen Maschinenkonzeption nicht weniger als eine Revolution: »Jetzt können auch kleinere Hersteller, die über wenig Platz verfügen, mit hoher Leistung und in sehr guter Qualität Fenster fertigen. Und das mit geringeren Investitionen als bei den konventionellen Anlagen.«
Die gängige Herstellungsphilosophie für Holzfenster sieht der Schweizer Fensterbauer kritisch: »Die Aneinanderreihung diverser Maschinen in großen Hallen ist ein riesiger Platz- und Kapitalverbrauch. Noch dazu, wenn alles auf der grünen Wiese, weit weg vom Kunden stattfindet. Unsere Idee hingegen ist, mit einer kompakten Fertigung die Kosten zu senken. Die neue Anlage ist für Frei ein Schritt in Richtung seines Fernzieles: fertig lackierte Einzelteile, die nur noch verdübelt und mechanisch verbunden werden.
Fentech AG, CH-9008 St. Gallen Tel.: +41 (071) 243 0488 www.fentech.ch

Service CNC-Bearbeitungszentrum Fentech
Referenzbetrieb:
Fensterfabrik Albisrieden, Zürich www.ffa.ch
Maschinenbau: Technowood, Wildhaus, www.technowoodd.ch
Entwicklung und Vertrieb: Fentech AG, St. Gallen www.fentech.ch
Fentech auf der Fensterbau/Frontale: Halle 2, Stand 114

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