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Baum & Söhne Möbelwerkstätten gestalteten Spa-Bereich auf Sylt

Edler Innenausbau in Kastanienholz auf Sylt
Edle Kastanie für Sylt

Die Baum & Söhne Möbelwerkstätten aus Kassel gestalteten den Spa-Bereich für ein Domizil auf der Insel Sylt. Rund 1400 m² Furnier verarbeiteten die Möbelspezialisten für das Projekt.

Sylt verbinden viele mit Urlaub, Sonne, Strand und Meer – wenn nicht gerade wie im Sommer 2022 Finanzminister Christian Lindner die Politprominenz bei seiner Hochzeit auf der Insel zu Gast hat oder die 9-Euro-Bahnnutzer die Insel in die Medien bringen.

Für Frank Baum und seine Baum & Söhne Möbelwerkstätten aus Kassel war Sylt ein spannendes Projekt über einen Zeitraum von zwei Jahren. Stephan Lieberum, angestellter Meister und Projektleiter bei Baum, wurde von einem Kollegen aus Meisterschulzeiten angefragt, ob das erfahrene Baum-Team bei einem hochwertigen Innenausbauprojekt auf Sylt mitwirken wolle.

Ein Projekt – drei Schreinereien

Nach Durchsicht der Planunterlagen des betreuenden Architekten Henning Lehmann war schnell entschieden, dass sich das zehn Mitarbeiter starke Kasseler Schreinerteam von Baum & Söhne an der Realisierung beteiligen würde. Drei Schreinereien würden sich die umfangreichen Ausbauarbeiten teilen.

Die Aufgabe des Baum-Teams war es, drei zusammenhängende Räume im Untergeschoss eines Feriendomizils mit akustisch wirksamen Wandverkleidungen, großformatigen Spiegeln, Türelementen und umlaufenden Deckenpaneelen auszustatten und in einen edlen Spa- und Sportbereich zu verwandeln. Eine besondere Herausforderung lag darin, weder in den Raumecken noch am Fußboden oder bei den Decken mit Passleisten oder Blenden zu arbeiten, um Fertigungstoleranzen auszugleichen.

Eine 8-mm-Fugenstruktur verlangte die millimetergenaue Fertigung der Elemente in der Werkstatt, um sie dann wie bei einem Puzzle mit den anderen Bauteilen im Rohbau lückenlos und ohne Nacharbeiten zusammenzufügen. Das Fugenbild wurde zum grafisch wirkenden Element – dünne markante Linien, die das Gesamtensemble formal gliedern und farblich kontrastieren.

Wichtig war zudem, die vielen technischen Komponenten und reichlich vorhandenen Versorgungsleitungen so in den Innenausbau zu integrieren, dass sie nicht mehr zu sehen waren. Über die eingesetzten Beschläge von Keku bleiben diese zugleich zugänglich.

Wie gelingt so ein Projekt, das sich über einen Zweijahreszeitraum zieht und mit vielen Abstimmungsterminen mit den Planern, aber auch den anderen Gewerken vor Ort besprochen sein will? Ganz wichtig ist die Erfahrung des Teams aus anderen großen Toplevel-Projekten im Innenausbau.

Und dann hilft eine klare Zuordnung und Aufgabenverteilung im Team, die Bereitschaft immer wieder 550 km entfernt auf der Insel aufzumessen, abzusprechen und zu montieren – vor allem aber ein außergewöhnlicher Teamspirit in der gesamten Mannschaft.

Klare Aufgabenverteilung

Stephan Lieberum trug als Projektleiter die Hauptverantwortung für die Projektabwicklung, Michael Müller, Spezialist für alles rund ums Furnieren, übernahm die 1360 m² Furnierarbeiten und Junggesellin Alissa Kraft verantwortete sämtliche Lackierarbeiten für das Projekt. Die Montage erfolgte mal im Vierer- je nach Aufgaben auch im Sechserteam.

Zur Ausführung kam europäische Edelkastanie in Form von großen Mengen an Massivholz für die 8-mm-Kantenanleimer, die Blockzargen der Türelemente oder auch Massivholzelemente der Pantryküche. Das Hartholz wird wenig verwendet, deshalb findet man es auch nur bei ausgewählten Holzhändlern. An Furnierarbeiten waren 1360 m² Flächen (das entspricht zwei Tennisplätzen) mit 0,6-mm-Kastanienfurnier herzustellen, in gestürzter Ausführung, um ein möglichst ruhiges und zurückhaltendes Furnierbild zu erhalten.

Kastanie – klassisch, zeitlos, elegant

In Struktur und Anmutung ähnelt die Kastanie der Eiche. Sie hat den Vorteil, dass sie nach dem Lackieren oder Ölen meist weniger vergilbt. Die Kastanie kann damit auf längere Sicht betrachtet klassisch, zeitlos und elegant sein – vor allem wenn sie nicht der direkten UV-Strahlung ausgesetzt ist, so wie in dem Wellnessbereich des Projektes. Für die von den Planern vorgegebene akustische Nachhallreduzierung waren 120 000 Löcher in die Verkleidungen und Türelemente zu bohren.

Eine Aufgabe für das moderne CNC-Bearbeitungszentrum der Baum Werkstätten, das dabei ordentlich zum Wegarbeiten hatte. Trotz dieser Technik ist und bleibt der Betrieb von Frank Baum eine Manufaktur, weil es sich letztlich bei allen Projekten, die realisiert werden um Prototypen handelt, um Einzelstücke und keine Serien. Handwerkliche Kompetenz, konstruktives Verständnis und die Konzentration auf Langlebigkeit sind elementar.

Beispielsweise waren die großformatigen Schiebeelemente (Abb. 1) eine solche Herausforderung. Vorgabe war, dass sie flächenbündig in geschlossenem Zustand stehen. Da es keinen entsprechenden Beschlag auf dem Markt gibt, wurde in Zusammenarbeit mit den Technikern von Häfele ein Serienbeschlag aus dem Fundus des Beschlagsspezialisten abgewandelt, um so den Architekten und Bauherren die gewünschte Lösung bieten zu können.

Genauso wichtig wie die formale Gestaltung und funktionalen Aspekte war die Auswahl der Materialien. Bei dem Projekt wurden neben dem Weiß der Decken und den dunklen bzw. mit Parkett ausgelegten Böden die Kastanie als Leitmaterial definiert. Das dezent gemaserte Holz zieht sich durch die Räume und verbindet auch Bereiche, die funktional betrachtet weniger miteinander zu tun haben.

Dieses gestalterische Statement bringt Ruhe in die Räumlichkeiten und lässt eine meditative Aura aufkommen. Neben dem Holzton findet sich bronziertes Metall bei den Beschlägen und ein warmtoniges, leicht genarbtes Leder bei der Möblierung.

Saunen, Dampfbäder und Wellnessoasen erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Ob Hotel, Ferienhaus oder Privathaus. Sich aus dem Alltag zurückziehen und eine Auszeit nehmen. Mental und körperlich Kraft zu tanken stärkt das Immunsystem und macht für den Alltag belastbar. Wellnessoasen sind dafür der perfekte Ort – so wie in diesem Domizil an Deutschlands nördlichstem Fleck. Tritt man vor die Tür, bieten Dünen, Sandstrand, die Weite der Nordsee und Strandkörbe ergänzend viel Erholungsqualität.

Für das Team der Schreinerei Baum war es ein außergewöhnliches Erlebnis sich an dem Projekt auf Sylt mit der ganzen Kompetenz des Unternehmens einbringen zu können. -HN


Frank Baum.
Schreinermeister

»Solch extrem anspruchsvolle Aufträge können nur in einem genialen Teamspirit umgesetzt werden!«


Steckbrief

Baum & Söhne Möbelwerkstätten
Frank Baum
Sandershäuser Straße 17
34123 Kassel
www.baum-moebel.de


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