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Mit Raumspartreppen clever Wohnraum gewinnen

Mit Raumspartreppen clever Wohnraum gewinnen
Clever Wohnraum boostern

Die »Stair Case Study Houses« des Architekten Gerd Streng erschließen nicht nur Dachböden, sondern lassen den Wohnraum durch Zusatznutzungen auf dem Weg nach oben wachsen.

Gerd Streng, Architekt BDA, hamburg

Unter dem Motto »Einbreiten statt Ausbreiten« beweisen die »Stair Case Study Houses« SCSH des Hamburger Architekten Gerd Streng, dass die Nachverdichtung bestehenden Wohnraumes oftmals die nachhaltigere Alternative zu Umzug und Neubau darstellt. Die Eingriffe erschließen ungenutzte Raumreserven und werten den Bestand sowohl funktional als auch ästhetisch auf.

In Hamburg Klein-Flottbek schafft SCSH-24 in einem Reihenmittelhaus aus dem Jahr 2007 die Verbindung einer Arbeitsgalerie im 1. Obergeschoss zum neu ausgebauten Spitzboden, der von der dreiköpfigen Bauherrenfamilie als Spiel- und Arbeitszimmer genutzt werden soll.

Raumspartreppe als Treppenmöbel

Das Treppenmöbel ist im Luftraum über der einläufigen Bestandstreppe zum Obergeschoss fast schwebend platziert und dient auch als Lese-, Spiel- und Lichtobjekt. Die Absturzsicherung zur Erdgeschosstreppe ist als blickoffenes Regal ausgebildet. Die Treppenstufen sind über die eigentlich benötigte Lauffläche verlängert und jegliches Volumen, das nicht durch den spiralförmigen Korridor der Lauflinie benötigt wird, kann als Regalfläche, Sitzfläche oder Stauraum genutzt werden. Die Untersicht sowie einige Stufen sind mit LED-Stripes, die Regalböden teilweise mit integrierten LED-Downlights ausgestattet.

Treppe mit imaginärer Spindel

Auf dem Raumkonzept früherer 1-m2-Raumspartreppen (!) basierend, bewegt man sich auf einer weiterentwickelten Spindeltreppe, deren »imaginäre Spindel« diagonal im Raum platziert ist. An Stelle der Spindel sind die Stufen an einer dreieckigen Wange befestigt, die dreidimensional im Raum verdreht ist. Der Eintritts- und der Austrittswinkel sind 90 Grad versetzt und der Nutzer bewegt sich auf einem 270 Grad Kreissegment. Öffnungen in den Seitenwangen erlauben diagonale Blickbeziehungen durch den Raum. Konstruktiv kam beidseitig mit HPL-Platten beschichtetes Multiplex zum Einsatz. Das HPL verleiht dem ohnehin bereits sehr tragfähigen Multiplex noch zusätzliche Stabilität. Darüber hinaus erlaubt die homogene HPL-Oberfläche im Gegensatz zu gewöhnlichem Multiplex eine extrem hochwertige Lackierung. Den oberen Raumabschluss bildet eine lichtdurchlässige, begehbare Platte aus Kunststoffwabenkern-Verbundsystem. Diese kann zweigeteilt geöffnet werden und wird mit Gasdruckfedern arretiert.

Die bestehende Deckenöffnung, in der eine Einschubtreppe untergebracht war, erhielt eine neue Laibung und wurde mit einer begehbaren VSG-Scheibe geschlossen. Das Tageslicht fällt nun durch die beiden neuen Dachflächenfenster und die Verglasung bis in die Mitte des Hauses.

Das neue Objekt bietet ein Vielfaches der ursprünglichen Regalkapazität, sorgt für mehr Licht und bietet neue Raumerlebnisse und Blickbeziehungen. Darüber hinaus kann man sich darin zum Lesen zurückziehen oder es einfach nur bespielen.

Mehr Treppenmöbel von Gerd Streng: Kompaktreppen im Innenausbau


Steckbrief

Planung/Entwurf
Gerd Streng, Architekt BDA Hamburg

www.gerdstreng.de

Tischler/Innenausbau
Ralf Staben, Möbel und Tischlerei Henstedt-Ulzburg

www.innenmoebel.de

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