Startseite » Technik » Bauelemente »

Kipf meistert Herausforderungen im Fensterbau

Kipf meistert Herausforderungen im Fensterbau
»Augenhöhe und Respekt«

Wie viele Fensterbauer kämpft Friedrich Kipf mit den momentanen Widrigkeiten: Liefertermine, Materialkosten, Fachkräftemangel. Wie der Fensterbauer damit umgeht und warum die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Wichtigste im Betrieb sind, erzählt er im Gespräch mit dds.

Auf die Frage, wie es ihm geht, antwortet Friedrich Kipf bei der Begrüßung wie aus der Pistole geschossen: »Wie soll es einem schon gehen? Wenn sich die Lieferzeiten von fest verplanten Zukaufteilen wie z. B. Markisen mal eben auf 12 Wochen erhöhen oder sich mehrere Mitarbeiter plötzlich krank melden, dann läuft es eben unrund.« Womit wir schon mitten im Thema wären. Die Herausforderungen für produzierende Betriebe sind derzeit groß. Aufträge sind in der Regel da, es fehlt jedoch an Vorprodukten oder Zukaufteilen und vor allem fehlen immer häufiger die Mitarbeiter, die die Fenster fertigen oder auf der Baustelle montieren.

Friedrich Kipf ist Chef eines Betriebes mit 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im mittelfränkischen Markt Berolzheim. Als Schüco-Premiumpartner stellt die Kipf Fenster.Türen.Outdoor Living GmbH Kunststoff- und Aluminiumfenster her, außerdem Haustüren, Wintergärten, Terrassen- und Lamellendächer. Vier fest angestellte Außendienstler bearbeiten den Markt, der überwiegend aus Privatkunden im Umkreis von 80 km besteht. Für Aufträge aus dem Objektbereich fährt das Unternehmen auch schon mal bis zu 150 km.

Oh Herr, lass es Monteure regnen

Das Thema Fachkräfte treibt Friedrich Kipf besonders um. Er beschäftigt alleine 26 eigene Montagemitarbeiter und es wird immer schwieriger, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Für ihn ist die Montage und die Abwicklung auf der Baustelle im Privatkundengeschäft das A und O: »Egal was im Vorfeld des Auftrags gelaufen ist, wenn der Monteur gute Arbeit macht, ist der Kunde begeistert und empfiehlt uns weiter«, so seine Überzeugung.

Seine Erkenntnis aus so manchem Bewerbungsgespräch: Genauso wichtig wie eine ordentliche Bezahlung ist für viele Interessenten die Möglichkeit, die Arbeitszeit vom Umfang her flexibel zu gestalten. »40 Stunden die Woche sind gerade für jüngere Leute oft gar nicht erstrebenswert. Darauf müssen wir uns zukünftig einstellen und bei Bedarf entsprechende Angebote machen.«

Um die Qualität in den Montageteams hochzuhalten, gibt es bei Kipf Fensterbau einen Leitfaden für den Ablauf auf der Baustelle. Dort ist z. B. für alle verbindlich festgehalten, ab welcher Verspätung der Kunde zu informieren ist, welche Schutzmaßnahmen (Vlies, Folie etc.) zu ergreifen sind oder was beim Toilettenbesuch im Haus des Kunden zu beachten ist. Der Chef selbst führt jeden Morgen mit den Teams eine Montagebesprechung durch, bei der die anstehenden Aufgaben besprochen werden und die Monteure Fragen stellen können. Jährlich finden Schulungen mit dem Ingenieurbüro Tausch statt. Zur Vorbereitung fährt Dieter Tausch mehrfach im Jahr mit einem Kipf-Mitarbeiter laufende Baustellen ab und dokumentiert die vorgefundenen Einbausituationen. Diese werden dann am Schulungstag besprochen und gemeinsam nach besseren Lösungen gesucht. »Auf Augenhöhe und mit Respekt«, wie Friedrich Kipf betont.

Mit Mitarbeitern und Kollegen im Austausch

Überhaupt ist Kipf das Miteinander in seinem Fenster-, Türen- und Outdoor-Betrieb extrem wichtig. So wird. z. B. alle zwei Monate mit den zehn bis zwölf Mitarbeitern, die in der Zwischenzeit Geburtstag hatten, im Showroom gekocht. Der verfügt nämlich über eine Outdoorküche, die Kipf als Spezialist für Outdoor Living für seine Kunden mit im Programm hat. Neue Werkzeuge oder Geräte, jüngst z. B. die Akkuschrauber, werden zunächst von den Praktikern im Betrieb ausprobiert, bevor sie endgültig angeschafft werden. Derzeit läuft in einem eigens gegründeten Team ein Projekt zur einheitlichen Ausstattung der Montagefahrzeuge – für Friedrich Kipf selbstverständlich, dass die Monteure mitentscheiden, was hier sinnvoll ist und was nicht.

Nicht nur mit seinen Beschäftigten ist Kipf der Austausch wichtig. In einer Erfa-Gruppe der Verbundgruppe Creative Partner trifft er regelmäßig Kollegen und holt sich Input für sein Tun. Auch im Fenster-Netzwerk von Oliver Frey ist er dabei und nutzt die Expertise des langjährigen Branchenkenners und Vertriebsprofis. Denn eines ist bei allen Unwägbarkeiten der gegenwärtigen Zeit klar: Probleme löst man gemeinsam leichter als allein.


»Voneinander lernen«: Kipf Fensterbau ist Mitglied bei den Creativen Partnern

Zwei Mal im Jahr tauscht sich Friedrich Kipf mit anderen Fensterbauern aus: in der Erfa-Gruppe der Creativen Partner. Der Erfahrungsaustausch ist neben dem gemeinsam Einkauf für Viele CP-Mitglieder ein ganz wichtiger Baustein. Für Kipf resultierten aus den halbjährlichen Treffen mit 10 bis 12 Fensterbaukollegen schon oft wertvolle Impulse für den Betrieb. So hat er z.B. die morgendlichen Montagebesprechungen bei einem Kollegen erlebt und übernommen. Auch die Entscheidung, Beschläge nur noch Titan anzubieten, statt zusätzlich in weiß, entstand auf einem Erfa-Treffen. »Viele haben den unseren Verbund vor allem als Forum für große Innenausbauer im Kopf. Dass auch über 80 Fensterbauer wie z.B. Kipf bei den Creativen Partnern dabei sind, wird zuweilen vergessen« betont CP-Geschäftsführer Gerd Fähler die Relevanz der Verbundgruppe auch für die Bauelementebranche.

Infos unter www.creative-partner.de


dds-Autor Hans Graffé besuchte Kipf Fenster.Türen.Outdoor Living in Markt Berolzheim. Er traf auf einen sympathischen Betrieb, für dessen Chef das Miteinander im Unternehmen einen hohen Stellenwert hat.


Steckbrief

Kipf Fenster.Türen.Outdoor Living GmbH
91801 Markt Berolzheim
www.kipf.de

Wichtige Partner

Schüco (Systemgeber), Creative Partner (Einkauf, Erfa-Gruppe), Netzwerk Frey (Vertriebscoaching), Ingenieurbüro Dieter Tausch (Montageschulungen); u.a.

Mehr zum Thema

Aktuelles Heft
Titelbild dds - das magazin für möbel und ausbau 6
Aktuelle Ausgabe
06/2022
EINZELHEFT
ABO
dds-Zulieferforum
Neuheiten 2022
Tischlerhandwerk in Zahlen

Zahl der Betriebe im Tischlerhandwerk

dds auf Facebook


dds auf YouTube

Im dds-Channel auf YouTube finden Sie:
– Videos zu Beiträgen aus dds
– Kollegen stellen sich vor
– Praxistipps-Videos
– Maschinen & Werkzeuge

Abonnieren Sie dds auf YouTube »