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Der Schrank ist seitlich und von der Stirnseite der Treppe aus zu benutzen. Dort befindet sich die Garderobe mit Sitzbank davor
Foto: Peter Dany
Die Treppe als Schrank

Alles gut verstaut

Zwei Bedürfnisse, eine Antwort: Eine Schranktreppe in München-Bogenhausen erlaubt nicht nur den bequemen Aufstieg vom Dachgeschoss in den Spitzboden, sie verstaut nebenbei auch noch Schuhe, Schals und Mäntel.

Die Besitzer einer Münchner Dachgeschosswohnung wünschten sich nicht nur eine bequemere Treppe, sondern zudem einen Garderobenschrank, und am besten beides in einem Stück. Ihr Wunschmöbel sollte zwischen einer angrenzenden Wandnische und einer Stütze eingepasst werden. Es sollte Fächer, Schubladen und Türen haben und auf jeden Fall genügend Platz bieten, um Schuhe, Handschuhe und Schals unsichtbar zu verstauen.

Mit Peter Dany, Inhaber der Möbelschreinerei Schrankidee Peter Dany GmbH, fanden die Wohnungsbesitzer das passende Pendant für ihren Wunsch: einen Experten, der nicht nur Schränke maßschneidert, sondern auch den Treppenbau von der Pike auf gelernt hat. Er ersetzte mit seinem Treppenmöbel nicht nur die steile Bestandstreppe, sondern passte die Tritt- und Setzstufen des Nachfolgers sogar an eine bequemere Lauflinie mit einem angenehmen Steigungsverhältnis von 17/25 cm an.

Die 800 mm breite Treppe erlaubt eine Schranktiefe von maximal 770 mm. Die 40 mm dicken Treppenstufen aus geölter, massiver Eiche liegen auf mehreren Schrankkorpussen auf. Die Schränke sind in der Regel 700 mm tief und 500 mm breit. Die aufrechten Bauteile bestehen aus 19 mm-starken beschichteten Spanplatten, die horizontalen Bauteile sind 22 mm stark. Aufsätze auf den einzelnen Elementen machen es möglich, die jeweiligen Stufenbreiten und -höhen der darüber liegenden Treppenstufen direkt zu unterstützen.

Dany passte jeden Einzelkorpus vor Ort zunächst mit verstellbaren Sockelfüßen höhentechnisch an, bevor er die Stufen anfertigte und zunächst L-förmig miteinander verleimte, um sie anschließend von unten mit dem jeweiligen Korpus zu verschrauben. Die Schranktüren bestehen aus MDF mit Grundierfolie und mattweißer Lackierung sowie eingefrästen Grifflaibungen. Das Fugenbild zwischen den Türen und zu den Stufen hin beträgt 3 mm. Insgesamt investierte Dany rund 90 Stunden in das Projekt – die Auftraggeber finden: Es hat sich gelohnt.


Christine Ryll ist Architektin und schreibt als Architekturjournalistin über die Themen Bau, Architektur und Immobilien. In dds hat sie bereits häufiger ausgefallene oder besondere Treppen vorgestellt.


Steckbrief

Planung und Ausführung:

Schrankidee Peter Dany GmbH
80469 München
www.schrankidee.de