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Trends 2020: Licht und Co.

Ausbau
Design. Funktion. Digitalisierung.

Die Anforderungen an perfektes Licht und anspruchsvolle Lichtstimmungen steigen weiter. Wie gut, dass wir uns bereits auf der EuroShop nach Trends und Neuheiten zum Thema umgesehen haben, denn die Weltleitmesse Light & Building wurde Corona-bedingt verschoben.

Ganz gleich, wo man hinschaut. Angefangen bei teurer werdenden Quadratmeter-Preisen, über den Trend vom minimalistischen Leben bis hin zur Tinyhouse-Bewegung: die Fläche, auf der Wohnen, Arbeiten oder Verkaufen stattfindet, wird – insbesondere in städtischen Strukturen – kleiner. Dabei müssen in der Folge immer mehr Funktionen auf kleinstem Raum untergebracht werden. Multifunktionale Nutzungen und sogenannte Produkthybride werden zum Standard – ganz gleich ob der Store auch Veranstaltungsfläche ist oder der Wohnbereich gleichermaßen als Büroraum dient.

Alleskönner unter den Leuchten

Doch nicht nur Möbel, Festeinbauten und ganze Raumkonzepte müssen hierfür die passenden Voraussetzungen schaffen – auch Leuchtenhersteller sehen diese Entwicklung und reagieren mit Produkten, die vom Wandfluter über die Lichtleiste bis hin zu akzentuierenden Spots alles in einem System abbilden können. Ein umfassendes Portfolio an Lichtinstrumenten für jede Form der Raumnutzung bietet beispielsweise die »Supersystem integral«-Kollektion von Zumtobel. Die verschiedenen Leuchteinheiten laufen hier auf einer 3-Phasen-Stromschiene in der Oberfläche versenkt, aufgesetzt oder von der Decke abgehängt. Eine formschöne Lichtkomponente ist vor allem das segmentierte Downlight, deren Design geschickt die runde Spotform mit der linearen Leitungsführung verbindet und auf Wunsch auch als Standalone-Installierung erhältlich ist. Ebenfalls umfangreiche Lichtlösungen bietet auch Bäro mit dem »TX« System für den Retailsektor und Molto Luce mit »Valo«, die mit ihrer Formgebung geradezu ein poetisches Statement ist.

Minimalmaße für große Wirkung

Vollumfängliche Lichtsysteme sind allerdings nicht das Einzige, das aktuell in der Lichtbranche in den Fokus rückt. Genauso sind Lichtsysteme mit Minimalmaßen, dekorative bis interaktive Lichtflächen sowie digitale Lichtschaltungsoptionen Thema. Lichtlösungen speziell für den Einsatz in Möbeln und Festeinbauten setzten das Werkstück selbst in Szene und sorgen ganz nebenbei für indirekte Beleuchtungsakzente im Raum. Molto Luce stellte passend dazu die Linie »Magnetics« vor. Das 24V-Schienensystem hat einen Querschnitt von gerade einmal 16 auf 12 mm und ermöglicht das Positionieren von Strahlern und Lichtleisten über einen magnetischen Kontakt, der das Verschieben der Komponenten einfach macht. Mithilfe der Flex-Verbinder entsteht so ein System, dass jedem Entwurf entsprechen kann.

Gleichermaßen vielseitig einsetzbar mit einer Schieneneinbautiefe von 16 mm ist das System »Ludo Linear high-contrast« von Esse-ci. Wer nach außergewöhnlichen Minimallösungen sucht, wird dagegen bei L & S fündig. Von der unsichtbaren Glasvitrinenbeleuchtung (»Microline 45«) über zahlreiche Einbau- wie Aufbaulichtleisten bis hin zur eleganten Kleiderstange mit integriertem Licht (»Mec Rack«) produziert der Hersteller alles was einen individuellen Einbau zum Erstrahlen bringen kann. Ein Maximalmaß an Gestaltungsfreiheit in Sachen Möbel- und Innenausbau liefert Hera mit dem neuen »LED-Tape«. Das nur 4 mm schmale Lichtband mit einer Einbautiefe von 8 mm erzeugt eine homogene Lichtkontur, ist frei formbar und kann in einem Biegeradius von 25 mm in jede gewünschte Form gelegt werden.

Licht gestalten und verwalten

Auffällig bei allen genannten Leuchten ist, dass Hersteller sich bei ihren Designs derzeit auf schlichte Oberflächen, geometrische Formen und matt schwarze wie metallische Oberflächen in Messing und Kupfer konzentrieren. Exemplarisch dafür steht unter anderem Bäro mit seiner Pendelleuchte »Pendiro IC« (Strahlervariante auf Schiene: »Ontero IC«). Die zylindrische Leuchte mit leistungsstarker LED-Hybrid-Technologie aus Reflektor- und Linsensystem hat eine hochglänzende oder gebürstete Oberflächenstruktur und ist dekoratives Objekt wie funktionale Leuchte zugleich. Mit drahtloser Steuerung über Bluetooth ausgestattet, kann sie Lichtszenen mit dem Tablet oder Smartphone problemlos konfigurieren oder timergesteuerte Umschaltungen zwischen Tages- und Nachtszenen umsetzten.

Eine Debatte, die unlängst die Lichtindustrie erreicht hat, ist auch das Thema Nachhaltigkeit. In Zeiten von Wegwerf-LEDs befassen sich viele Hersteller mit dem Einsatz von nachhaltigen Materialkomponenten und vor allem mit der digitalen Lichtschaltung via Bluetooth, Wi-Fi oder LAN als Basis für effizientes Lichtmanagement. Automatisierte Anpassungen an Tageslichtverhältnisse sorgen dabei für einen geringen Energieverbrauch, während intelligente Zusatzfunktionen hocheffizienter LEDs die Herstellung jeder Lichtatmosphäre von warm bis kalt, vom perfekten Arbeitslicht bis zum stimmungsvollen Candlelight stufenlos schaltbar machen.

Auf der Suche nach dem optimalen Leuchtenprodukt kann sich der Planer neuerdings durch den Online-Konfigurator von Elektra unterstützen lassen. Diese Serviceanwendung bringt nicht nur eine übersichtliche Produktauswahl, sondern vor allem Planungssicherheit, da nur technisch aufeinander abgestimmte als reibungslos funktionierende Kombinationen wählbar sind. Die bestätigten Bestellungen laufen direkt im Werk ein und werden dort zeitnah gefertigt, um innerhalb einer Woche nach Auftragseingang versandfertig zu sein.

Licht auf die Fläche bringen

Ein Produkt, das Konfigurationsvielfalt und Lichtdigitalisierung in einem verkörpert, ist derzeit die Lichtwand – in jeder denkbaren Ausführung. Zu realitätsfern? Die Lichtbranche findet »nein« und präsentiert eine Vielzahl an Produkten, die in diese Kategorie fallen. Als besonders dekorativ sind hier die Flächensysteme und zylindrischen Leuchtkörper von Ettlin Lux zu nennen, bei denen ein technisches Gewebe vor eine LED-Installation gespannt wird und so dreidimensionale Lichteffekte erzeugt. Beliebig große Flächen, einsatzfertige Lichtboxen oder Türsysteme, die zum festen Bestandteil von Raumgestaltungen werden und Bildmotive oder Filme abspielen, entwickelt die ASB Group. Eine spielerische Komponente erhalten die Produkte auf Wunsch durch interaktive Zusatzfunktionen, die bei Berührung Sound, Farbwechsel oder Motivbewegungen auslösen. Andere Screensysteme von Ladenbauer Umdasch oder L & S können zwischen digitalem Bildmotiv und völliger Transparenz hin und her wechseln und liefern dadurch interessante Inszenierungsoptionen für Ausstellungen, Produktpräsentationen oder Unternehmensauftritte.

Mehr als nur Licht

Realitätsnahe Szenarien entstehen im Bereich Lichtflächen mit dem »Sky Window« von Hera, das über ein beleuchtetes 3D-Himmelsmotiv naturgetreues Tageslicht simuliert.

Gleichermaßen einen Blick wert ist sind intelligente Spiegel, die zunächst für den Einzelhandel entwickelt wurden und nun andere Nutzungsbereiche wie Wohnen und Arbeiten erobern. Ein entsprechendes Produkt ist der Smart Mirror des gleichnamigen Anbieters, der über die Spiegelfläche digitale Daten wie Nachrichten, Musik oder Wetterinformationen wiedergibt und zudem wie nebenbei Lichtstimmungen schalten kann. Wem eine intelligente Touch-Spiegelsteuerung des Raumlichts ausreicht, ist mit Hera gut bedient. Die Steuerung von Lichtfarbe und Helligkeit erfolgt bei diesem Produkt über die Spiegeloberfläche oder an ausgesuchter Stelle am Badmöbel. Der Touchschalter mit IR-Sensorik lässt sich je nach Einsatzbereich einbohren oder ankleben.

Ob Trend oder längst bekanntes Produkt: Am Ende geht es um Licht als Gestaltungskomponente, die helfen kann; die Wahrnehmung von Form, Material und Handwerk sichtbar herauszustellen und dafür kann sich der Mehraufwand in der Planung durchaus lohnen.

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