Ausbau

Der kleine Unterschied

Auf der Baustelle sind Montagekleber Helfer in der Not: Mal eben auftragen und ran an die Wand mit dem zu befestigenden Teil. Schlecht ist allerdings, wenn das Teil bei nächster Gelegenheit wieder herunterfällt. Tipps von Klebstoffexperte Thomas Stotten.

Henkel Bautechnik Deutschland

Montageklebstoffe lassen sich vielseitig einsetzen und erlauben schnelle wie sichere Lösungen im Innen- und Außenbereich. Nach der Art der Rohstoffbasis unterscheidet man dispersions-, hybridpolymer- und polyurethanbasierte Produkte sowie lösemittelhaltige Kleber.
Kommt es bei der Anwendung zu Problemen, ist häufig nicht das Produkt schuld, sondern die Art und Weise, wie der Klebstoff aufgebracht wurde. Grundsätzlich kann man zwischen vollflächigem Auftrag, strangweise (gerade oder wellenförmig) vertikalem, strangweise horizontalem und punktweisen Auftrag unterscheiden. Andere Auftragsarten sind im Werkstatt- und Montagealltag nicht relevant.
Die häufigsten Anwendungen von Montageklebstoffen auf der Baustelle sind Klebungen an senkrechten Flächen wie Wänden. In der Werkstatt ist das Anwendungsspektrum in der Regel deutlich vielfältiger.
Die Klebung planen
Angenommen, es soll ein Holzstück an eine Wand geklebt werden. Diese Anwendung kommt im Handwerk sehr häufig vor, zum Beispiel beim Anbringen von Rammschutzleisten. Über Folgendes sollte sich der Verarbeiter vorab Gedanken machen:
  • Wie wird der Klebstoff aufgetragen?
  • Wo wird das Werkstück angeklebt: im Innenraum, im Bad, in der Küche oder im Außenbereich?
  • Welche Einflussfaktoren wirken auf diese Klebung nach dem Abbinden ein (Risiko-Analyse)?
  • Wie groß ist die zu erwartende Belastung und welche Art der Belastung kann auftreten?
Speziell bei konstruktiven Klebungen (schwere Werkstücke, hohe Belastungen) müssen diese Fragen zwingend beantwortet werden.
Grundsätzlich gilt: Ein großes Risiko für die meisten Klebstoffe ist Feuchtigkeit. Das dauerhafte Einwirken von direkter oder kondensationsbedingter Feuchtigkeit hat einen starken Einfluss auf Lebensdauer und Haltbarkeit einer Klebung und sollte vermieden werden.
Der richtige Klebstoffauftrag
Strangweiser Auftrag (vertikal): Beim senkrechten, strangweisen Auftrag kann sich keine Feuchtigkeit ansammeln: Sie tritt unterhalb des Werkstücks wieder aus. Außerdem kann die Luft besser zirkulieren, wodurch Lösemittel oder das Wasser schneller aus dem Klebstoff verdunstet und die Aushärtung beschleunigt wird. Diese Auftragsweise wird besonders für mittelschwere bis schwere Werkstücke empfohlen. Hierbei ist zu beachten, dass sich beim Anpressen des Werkstücks die Klebstoffstränge nicht miteinander verbinden. Ein Abstand von ca. 8 bis 25 cm ist empfehlenswert, je nach Gewicht des zu klebenden Werkstücks.
Punktweiser Auftrag. Für leichte Werkstücke kann der Klebstoff auch punktweise aufgetragen werden. Dabei tritt ein ähnlicher Effekt auf wie bei den senkrechten Strängen. Die Luftzirkulation ist gegeben, sodass der Klebstoff vergleichsweise schnell aushärtet. Eventuell auftretende Feuchtigkeit tritt problemlos unterhalb des Werkstücks wieder aus.
Strangweiser (horizontaler) Auftrag oder wellenförmiger Auftrag sind nicht zu empfehlen. Gerade der wellenförmige Auftrag begünstigt das Ansammeln von Wasser und Feuchtigkeit noch zusätzlich. Deshalb gilt: Wenn Montageklebstoffe in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder direkter Wassereinwirkung (wie z. B. bei Klebungen in Küche, Bad oder im Außenbereich) angewandt werden, sollte der Klebstoff immer in vertikalen Strängen oder punktweise aufgetragen werden.
Unebene Untergründe
Ein bedeutendes Merkmal von Montageklebstoffen ist deren spaltüberbrückende Eigenschaft. Diese ist besonders wichtig, wenn die Werkstücke nicht gerade sind oder der Untergrund uneben ist. Dispersionsbasierte Montageklebstoffe sind in der Lage, bis zu einer Stärke von 10 mm spaltüberbrückend zu kleben. Bei Hybridpolymer-Montageklebstoffen können es je nach Formulierung auch bis zu 20 mm sein.
Bei der Klebung auf unebenen Untergründen sollte besonderes Augenmerk auf den Anschnitt der Kartuschenspitze gelegt werden. Nicht zu empfehlen ist nämlich der Auftrag mit einer schräg angeschnittenen Kartuschenspitze, die nach unten zeigt. Der Klebstoff drückt sich so in die Vertiefungen des Werkstücks ein und die Klebeschicht ist nicht dick genug. Dreht man die Kartusche aber soweit, dass die schräg angeschnittene Spitze nach oben zeigt, ist die Klebstoffraupe höher und bekommt ausreichend Kontakt mit dem Werkstück. Das bewirkt eine größere und somit ausreichende Klebefläche.
Eine gute Innovation bei hohen Klebstoffbelastungen findet sich im Automobil-Reparaturbereich. Dabei werden die Düsen mit einer speziell für diese Anwendung entwickelten Zange in Form eines Dreiecks ausgeschnitten. Mithilfe dieser Düse wird der Klebstoff in Dreiecksform aufgetragen und kann sich optimal an die unebene Oberfläche anpassen. So werden eine gute Klebung und ausreichend Klebstoffauftrag gewährleistet. Thomas Stotten

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Buchtipp
Thomas Stotten, Dipl.-Ing. Martin Majolo: »Montageklebstoffe in der Praxis« Hrsg.: Henkel AG & Co. KGaA, 2010 DRW Verlag, Leinfelden-Echterdingen ISBN-Nr. 978-3-87181-785-4 202 Seiten, 24,90 Euro
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