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Dieter Roxlau war bis zu seinem Ruhestand Ende 2016 Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Tischler NRW in Dortmund
Wohin geht die BG? Der Einwurf von Dieter Roxlau.

Holzkompetenz ade?

Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall prüft gegenwärtig, die Lehrwerkstatt und das Kompetenzzentrum Holz in Stuttgart zu schließen. Besorgte Beobachter fragen sich bereits, ob dies ein weiterer Meilenstein in der Abkehr der BG von der fachlichen Kompetenz ist?

Schon bei der Qualifikation der technischen Aufsichtspersonen hat sich in den letzten Jahren ein schleichender Prozess abgespielt: Immer weniger technische Aufsichtspersonen, die ja wichtigste Nahtstelle zu den Betrieben vor Ort sind, verfügen über eine holzspezifische Qualifikation. Auch bei den Betrieben wächst daher die Sorge, dass die BG-Aufsicht weniger Verständnis für technische Zusammenhänge aufbringt: Verliert die BG ihre Rolle als fachlicher Ratgeber und kehrt stattdessen zu der bei den Betrieben ungeliebten Rolle als »Arbeitsschutz-Polizei« zurück?

Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall ist erst vor wenigen Jahren aus der Fusion mehrerer Berufsgenossenschaften, darunter der früheren Holz-Berufsgenossenschaften entstanden. Es galt als eine der besonderen Errungenschaften der früheren HolzBG, dass sie den Sprung von der Aufsichtsbehörde zum Ratgeber für die Betriebe und zum Partner für die Berufsorganisation bewältigt hat. So gehörte auch die besonders enge Zusammenarbeit mit den Verbänden bei der Durchführung der Schulung im Rahmen des Unternehmer-Modells zu einer wichtigen vertrauensbildenden Maßnahme. Das Kompetenzzentrum in Stuttgart und die Ausbildung der Werkstattlehrer waren weitere wichtige Elemente dieser guten Kooperation.

Es lohnt sich, die enge Zusammenarbeit zwischen BG und Praxis weiter zu pflegen. Eine Entfremdung der Berufsgenossenschaft von den Interessen der Betriebe und von der jeweiligen Berufsorganisation gilt es in jedem Falle zu vermeiden.

Das jedenfalls meint
Dieter Roxlau