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Blick unter die Haube des Peugeot Partner Electrique: Weniger Verschleißteile an Motor und Getriebe sichern auch geringere Wartungskosten
Foto: Peugeot
Marktübersicht Elektrotransporter

Frisch aufgeladen

Diskussionen um Fahrverbote und Subventionskürzungen für Diesel rücken Elektrotransporter für Handwerker ins Blickfeld: Neun voll elektrische Lastesel von XS bis XXL im Überblick.

Patricia Fritzsche, Freie Journalistin, Frankfurt am Main

 Die Marktübersicht „Frisch aufgeladen“ finden Sie hier zum Download

Vom Lastenfahrrad bis zum großen Transporter bietet der Markt inzwischen Elektrofahrzeuge für den Handwerkerfuhrpark. Der Iveco Daily ist bereits seit 2009 als Elektrovariante erhältlich. Sein Gesamtgewicht von 5,6 t und ein Ladevolumen bis zu 19,6 m3 qualifizieren den bei Lieferdiensten beliebten Kastenwagen auch als Lastenesel für das Handwerk. Motoren mit 81 PS oder 109 PS machen mobil. Nach 280 Kilometern muss der Daily an die Steckdose. Die Hamburger Firma Emovum hat sich auf Umrüstung des Fiat Ducato spezialisiert. Basis ist das Modell L1H2 mit bis zu 9,5 m3 Stauraum. Je nach Batteriekapazität liegt die Reichweite zwischen 100 und 250 km. Ein weiterer Konkurrent kommt voraussichtlich im Frühling 2018 auf den Markt: Renault elektrisiert den Master. Laderaum-Flexibilität steht im Fokus: Drei Längen und zwei Höhen bieten bis knapp 13 m3 Material Platz . Wem das nicht reicht, ordert nur das elektrische Fahrgestell und montiert einen Koffer als Aufbau. Das ergibt dann bis zu 22 m3 Ladevolumen. Die unter dem Frachtraumboden verbaute Batterie liefert Kraft für 200 km und soll nach sechs Stunden an einer Wallbox wieder voll aufgeladen sein. Eine Klasse tiefer fährt der Nissan e-NV200 vor, der bereits beim dds-Praxistest überzeugte (dds 10/2017, S. 110). Zum Jahresbeginn legt Nissan noch einmal nach und kann nun mit einer um mehr als 100 km auf 280 km erhöhten Reichweite punkten. Im Zuge dessen kann die Batterie für den Kompakttransporter nicht mehr gemietet werden, daher steigt der Einstiegspreis auf 28 660 Euro. Dafür steht der Nissan jetzt auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge und bleibt ein sehr attraktives Gesamtpaket. Praxistauglichkeit hat auch der StreetScooter Work bereits bewiesen: Bei der Post wird er seit Jahren in der Paketzustellung eingesetzt. Für den innerstädtischen Verkehr sind die 118 km Reichweite ausreichend. Jetzt ist das Fahrzeug mit dem robusten Kofferaufbau allgemein erhältlich. Mit dem Citroën Berlingo und Peugeot Partner Electrique stehen zwei identische Kleintransporter mit gut 4 m3 Stauraum und 170 km Reichweite zur Wahl. Preise ab 14 600 Euro machen sie zur günstigen Alternative im Stadtlieferverkehr. Überlandfahrten bis 270 km bewältigt der Renault Kangoo Z.E. Mit zwei Radständen bietet er bis zu 4,6 m3 Ladevolumen und übertrifft damit sogar den klassenhöheren Nissan.

Noch eine Nummer kleiner: Sortimo hat mit dem ProCargo CT1 ein Lastenfahrrad mit elektronischer Tretunterstützung auf den Markt gebracht. Je nach Fahrweise unterstützt der Akku 40 bis 60 km lang die ökoimageträchtige Fahrt mit einer Geschwindigkeit bis zu 25 km/h. Material- und Werkzeugtransporte in kleinerem Umfang sind so auch in Fußgängerzonen kein Problem mehr.