Elektrofahrzeuge im Handwerk

Im Test: Elektrotransporter Nissan e-NV 200

Der Nissan e-NV 200 ist ein idealer Begleiter für alle, die bei kleinen Fahrzeugmaßen ein großes Ladevolumen suchen, die in der Regel nicht mehr als 120 km am Tag fahren und nachts eine Garage mit Stromanschluss haben – also für ziemlich viele!

Patricia Fritzsche, Freie Journalistin

Der Nissan e-NV 200 ist bereits seit Mitte 2014 auf dem Markt. Die Elektroversion des kompakten Transporters überzeugt beim Praxistest mit agilem Fahrverhalten, großem Ladevolumen und intuitiver Bedienbarkeit. Das 109 PS starke Antriebsaggregat stammt inklusive vorderem Antriebsstrang aus dem PKW Nissan Leaf. Mit den knapp 1,6 t Leergewicht des e-NV 200 hat der Motor keine Probleme. Tritt man das »Gas«-pedal durch, sorgen 254 Nm ohne Verzögerung für eine flotte Beschleunigung. Gespeist wird die Antriebseinheit von einer 24 kWh Batterie. Diese verspricht laut Prospekt eine Reichweite von 163 km. In unserem Test schafften wir bei normaler Fahrt mit Transportgut, eingeschalteter Klimaanlage und Radio etwa 120 km. Wer auf der Autobahn schneller vorwärtskommen will, verringert damit die Reichweite spürbar – man kann die verbleibenden
Kilometer sprichwörtlich runterzählen. Tempolimits helfen, die Reichweite nicht leichtfertig zu verspielen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut elektronischem Tacho bei 135 km.

Strom tanken leicht gemacht

Laden lässt sich die Batterie am komfortabelsten in einer Garage mit Wallbox. Der Ladevorgang beträgt dann laut Nissan vier Stunden. Ohne Wallbox geht es auch: Wir haben den Transporter an einer normalen Haushaltssteckdose geladen. Laut Beschreibung soll in zehn Stunden Ladezeit die Batterie gefüllt sein. Wir erreichten in dieser Zeitspanne zwar nur 85 Prozent der maximalen Kapazität, der Ladevorgang an einer herkömmlichen Steckdose ist aber schnell genug, um über Nacht ausreichend Kapazität für den nächsten Arbeitstag zu laden. Am schnellsten ist der Stromer an einer Chademo-Ladestation wieder am Start – in einer halben Stunde sind 80 Prozent aufgeladen.

Das Batteriepack ist unter dem Laderaum verbaut und reduziert dadurch nicht das Ladevolumen. Das fällt mit 4,2 m3 stattlich für ein Elektrofahrzeug dieser Klasse aus. Über die seitlichen Schiebetüren oder die Hecktüren, die sich um 180° öffnen lassen, kann man so bis zu zwei Europaletten einladen. Vorne bietet das Fahrzeug Platz für zwei große Personen. In der Premium-Ausstattung unseres Testwagens waren ein 7-Zoll-Mulitmedia, Keyless Entry, Startsystem und eine Lenkradheizung an Bord. Rangieren lässt sich der Kastenwagen übrigens dank einer integrierten Rückfahrkamera spielend leicht. Etwas holprig war die Blattfederung an der hinteren Starrachse. Doch grundsätzlich fährt sich der Nissan auch dank des niedrigen Fahrzeugschwerpunktes agil und spurtreu.

Äußerlich unterscheidet sich die e-Variante nur durch die veränderte Front: Wo sonst der Kühlergrill Luft ansaugt, verstecken sich die zwei Ladeanschlüsse hinter einer Klappe, flankiert von bläulich wirkenden LED-Scheinwerfern, die mit ihrer pfeilartigen Optik dem Fahrzeug einen futuristischen Look verleihen.

Und was kostet das?

Die Elektro-Variante des Kompakttransporters steht ab 20 702 Euro netto in der Preisliste. Zusätzlich fallen monatliche Mietkosten für die Batterie ab 73 Euro netto an. Inklusive Batterie kann man das Fahrzeug ab 25 660 Euro netto bekommen. Nissan bietet fünf Jahre bzw. 100 000 km Garantie. Die laufenden Kosten sind mit etwa 2,50 Euro pro Ladevorgang sehr gering.