Fiat Ducato, Transporter für das Handwerk

Ein gelungenes Konzept

Vor 37 Jahren mischte der Fiat Ducato mit Vorderradantrieb, leistungsstarken Motoren und üppigem Laderaum das Transportersegment auf. Auch sechs Modellgenerationen später punktet er mit diesen Tugenden, kombiniert mit hoher Wirtschaftlichkeit.

Ein eigenes Werk wurde für den Newcomer im Val di Sangro bei Verona gebaut: Am 23. Oktober 1981 rollte dort der erste Transporter vom Band, 2015 der fünfmillionste. Heute gehört der Fiat Ducato zu den beliebtesten Transportern Europas. Er wird in mehr als 10 000 Varianten als Kastenwagen, Kleinbus und als Basis für Aufbauten angeboten. Bereits die erste Generation überzeugte mit einem neuen technischen Layout: Die Bauweise mit quer eingebautem Motor, Vorderradantrieb sowie der Zusammenfassung von Antrieb und Tank im Modul mit dem Führerhaus ermöglichte eine deutlich bessere Raumnutzung als bei bis dahin verwendeten Konzepten. Die streng rechteckig gebaute Karosserie wurde vom Start weg in zwei Dachhöhen und den Varianten Kastenwagen, Kombi, Bus und Pritsche angeboten. Die Radstände von 2923 und 3653 mm führten beim Kastenwagen zu den Nutzlastklassen 1,0 und 1,3 t und Ladevolumen bis zu 9,8 m3. Drei Jahre später wurde der Ladeboden im Rahmen der ersten Modellpflege komplett flach, ermöglicht durch schräg gestellte Stoßdämpfer. Bei der 1985 vorgestellten Modellvariante Maxi waren bis zu 3,5 t Gesamtgewicht zugelassen. Ab 1989 gab es den Fiat Ducato auch mit einem Vierradantrieb vom österreichischen Spezialisten Steyr-Puch.

Entwicklungsstufen

Optische Erkennungszeichen der zweiten Generation ab 1990 waren die in Details geänderte Front, die jetzt einteiligen Seitenfenster, die größeren Außenspiegel und die größere seitliche Schiebetür. Die Leistung des 2,5-l-Turbodiesels steigt auf 95 PS. Erstmals war mit dem Fiat Ducato Elettra ein rein elektrischer Antrieb erhältlich. Ein dritter Radstand ergänzte das Angebot.Im Oktober 1991 waren nach zehn Jahren Produktion bereits 500 000 Fiat Ducato gebaut worden.

In dritter Generation ist der Ducato ab 1994 in drei Dachhöhen lieferbar, das Ladevolumen steigt so auf maximal 12 m3. Die Karosserie zeigt rundere Formen und der CW-Wert verbessert sich von 0,47 auf 0,35. Der Fiat Ducato etabliert den im oberen Bereich der Mittelkonsole platzierten Schalthebel, was heute als Standard bei Transportern gilt. Einen zusätzlichen Schub erfuhren die Verkaufszahlen des Ducato mit der Auszeichnung als »Van of the Year 1994«.

In seiner vierten Modellgeneration ab dem Jahr 2002 macht der Fiat Ducato mit Features wie Sitzhöhenverstellung und höhenverstellbarem Lenkrad einen Schritt hin zum PKW-Komfort. Dank des Common-Rail Einspritzsystems können die Turbodiesel mit hoher Leistung und dennoch geringem Verbrauch punkten. Der Ducato Bipower kann wahlweise mit Benzin oder Erdgas betrieben werden. Er legt den Grundstein dafür, dass Fiat Professional heute Europas Marktführer bei Transportern mit Erdgas-Antrieb ist.

Ab 2006 kommt die fünfte Modellgeneration des Ducato in Karosserievarianten für Warentransport, als Fahrgestell mit Einzel- oder Doppelkabine und für den Personentransport auf den Markt. Zur Verfügung stehen fünf Längen auf insgesamt vier Radständen mit Ladevolumen bis zu 17 m3. Auch die Motoren entwickeln sich weiter. Als Triebwerke werden nun drehmomentstarke Turbodiesel angeboten, die mit der weiter entwickelten Direkteinspritzung »MultiJet« ausgerüstet sind.

Die aktuelle Modellgeneration

Die sechste und bis heute aktuelle Modellgeneration des Fiat Ducato wurde 2014 vorgstellt. Sie bietet die in ihrem Segment höchste Achslast vorne (bis zu 2,1 t) und die höchste Achslast hinten für Fahrzeuge mit einfacher Hinterachse (bis zu 2,5 t) sowie die höchste Nutzlast. Erstmals ist der Fiat Ducato darüber hinaus mit Luftfederung an der Hinterachse erhältlich. Seit 2015 steht eine Variante mit Vierradantrieb von dem französischen Spezialisten Dangel zur Verfügung.

Ab sofort ist das Ducato Fahrgestell mit 4300 mm Radstand in der Länge L6 erhältlich. Bisher umfasste die Modellpalette vier Radstände bis 4035 mm und fünf Längen. Die neue Fahrgestellvariante L6 gibt es in acht Versionen als Ducato bis 3,5 t Gesamtgewicht, Ducato Maxi mit verstärkten Achsen, Fahrwerk und leistungsfähigeren Bremsen bis 3,5 t Gesamtgewicht, Ducato Maxi bis 4,0 bzw. 4,25 t Gesamtgewicht (N2). Damit eignet sich das neue L6-Fahrgestell besonders für den Aufbau von großen Leichtbaukoffern.

Das Fahrgestell L6 wird ausschließlich mit einem 2,3-l-Turbodiesel der Leistungsstufen 96 kW (130 PS), 110 kW (150 PS) und 130 kW (177 PS) angeboten. Der moderne und effiziente Motor ist mit Niederdruck-Abgasrückführung und MultiJet 2 Direkteinspritzung ausgerüstet und erfüllt die strenge Emissionsnorm Euro 6B. Die Nettopreise des Fahrgestells betragen zwischen 31 460 und 35 720 Euro ab Werk. –JN