Mercedes Sprinter in dritter Generation Die dritte Generation des Transporters Mercedes Sprinter

Der dritte Sprinter ist da

Der neue Mercedes Sprinter bietet zum Modellstart im Juni 2018 eine große Modellvielfalt und Variabilität in der Ausstattung. Auf Dieselmotoren der Abgasnorm 6d oder einen Elektroantrieb müssen Kunden allerdings noch warten.

Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

Seit Juni 2018 ist der neue Mercedes-Sprinter in äußerlich wenig veränderter Gestalt auf der Straße. Unterschiedliche Radstände, Karosserielängen und Dachhöhen, Antriebe, Motoren, Instrumententafeln und zahlreiche Sonderausstattungen gegen Aufpreis ergeben hochgerechnet 1700 Ausstattungsvarianten. Das Gesicht mit schmaleren LED-Scheinwerfern und einer Stoßstange, die etwas wuchtiger erscheint als beim Vorgängermodell, ist vertraut. Der Kühlergrill wirkt harmonischer als zuvor in die Front integriert.

Seitlich schützen im Alltagsbetrieb standardmäßig schwarze Schutzleisten vor kleineren Macken.

Gibt es außen nur moderat Neues zu entdecken, wurde das Fahrzeug innen komplett neu gestaltet – und zwar mit einer großen Bandbreite zwischen der Handwerkerbasisausstattung in Hartplastik und eher an die E- oder S-Klasse erinnernden Interieurs. Das Multifunktionslenkrad, bei Automatikfahrzeugen ein hinter dem Lenkrad montierter Wahlhebel und das in Klavierlack gerahmte Infotainmentdisplay zwischen 7’’ und 10,25’’ vermitteln das Gefühl, in einem PKW zu sitzen, auch die bequemen Sitze tragen dazu bei.

Endlich mit Frontantrieb

Neben dem Heck- und Vierradantrieb bietet der Sprinter in der dritten Generation nun zum ersten Mal auch einen Frontantrieb. Durch den Wegfall der Kardanwelle entsteht dadurch eine um 80 mm tiefere Ladefläche und niedrigere Ladekante. Gleich bleibt mit maximal 17 m3 das üppige Ladevolumen und das Gesamtgewicht von 3,0 bis 5,5 t. Der Ladeboden ist in der Serienausstattung aus Blech, ein Leichtbauboden aus Kunststoff oder ein robuster Holzboden können optional bestellt werden. Die zum Marktstart aktuell verfügbaren Dieselmotoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6: Auf den Dreiliter-Sechszylinder mit 190 PS und 440 Nm Drehmoment an der Spitze folgen drei 2,1-l-Vierzylinder-Aggregate mit 114 PS, 143 PS und 163 PS. Auf Motoren der Abgasnorm 6d, die in der PKW-Sparte von Mercedes bereits verbaut werden, müssen Kunden leider noch warten, sie könnten 2019 mit 2,0 l Hubraum die Palette erweitern. Angekündigt ist für 2019 außerdem ein Elektromotor. Dieser soll 114 PS leisten und eine maximale Reichweite von 150 bis zu 200 km bieten.

Digital vernetzt

Das hochauflösende Display ist der sichtbare Zugang zum Internet. Zusammen mit einem zweiten Screen zwischen den Instrumenten und dem neuen MBUX wird der Transporter zur digitalen Schaltzentrale für das Flottenmanagement. Neben der metergenauen Ortung des Fahrzeuges kann der Disponent so auch dynamisch Routenänderungen weitergeben oder die Wartungsintervalle prüfen. Für Handwerksbetriebe ist die Option »In-Van Delivery & Return« interessant: Sie erlaubt eine Material- oder Ersatzteilelieferung in den Sprinter, ohne dass jemand vor Ort sein muss. Ein digitaler Schlüssel lässt den Lieferanten einmalig das Fahrzeug öffnen..

Sicher unterwegs

Serienmäßig hat der neue Mercedes Sprinter einen Seitenwindassistenten an Bord. Optional kommen ein Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistent oder ein adaptiver Tempomat hinzu. Die Rückfahrkamera blendet ihr Bild im Innenspiegel ein. Noch bessere Orientierung vermittelt eine 360°-Perspektive um das Fahrzeug auf dem Display im Cockpit.

Der Einstiegspreis für den Sprinter Worker liegt bei 19 900 Euro netto. Für kleines Geld gibt es allerdings auch nur die puristische Ausstattungsvariante mit 114-PS-Maschine. Wer mehr will, sollte mindestens 10 000 Euro zusätzlich einkalkulieren .